Wirtschaftsprofessor Franz Jaeger (74) kritisiert SP-Spitze «Levrat verrät seine Wähler»

BERN - Wer zahlt die Zeche für die Unternehmenssteuerreform III? Der Mittelstand, behauptet die SP. Wirtschaftsprofessor Franz Jaeger widerspricht vehement.

Aktuell auf Blick.ch

Top 3

1 Nicolas Voide zum Hauskrach in der CVP Wallis «Darbellay hat die Partei...
2 Unternehmenssteuerreform III Gemeinden drohen mit Initiativen
3 Vorerst keine weiteren Reformen geplant Oberste Erziehungsdirektorin...

Politik

Immer informiert - Abonnieren Sie den Blick-Newsletter!
Bitte geben Sie eine gültige E-Mail-Adresse ein.
Schön, dass wir Ihnen unsere BLICK News des Tages senden dürfen. Möchten Sie zusätzlich den BLICK Sport Newsletter erhalten?
teilen
teilen
0 shares
28 Kommentare
Fehler
Melden

Die Sozialdemokraten streiten nach dem Sieg von Donald Trump über die künftige Ausrichtung ihrer Wirtschaftspolitik (BLICK berichtete). Praktisch geschlossen kämpft die Partei dafür gegen die Unternehmenssteuerreform III. Weicht dennoch jemand von der Parteilinie ab, gibts Haue von ganz oben. So massregelte SP-Präsident Christian Levrat via SonntagsBlick die Basler Regierungsrätin Eva Herzog, weil sie das Referendum nicht unterstützt.

Franz Jaeger: «Reform ist eine Investition»

Das hat für Aufsehen gesorgt. Besonders geärgert hat sich der emeritierte Wirtschaftsprofessor Franz Jaeger, der während 24 Jahren für den Landesring der Unabhängigen im Nationalrat sass. «Billig und traurig» sei die Schelte, sagt er. Für ihn ist klar: «Mit seiner kurzsichtigen Argumentation begeht Levrat für ein paar Wählerstimmen und die Profilierung seiner Partei Verrat an der eigenen Wählerschaft.»

Jaeger sagt, eine Reform sei eine Investition. «Ganz kurzfristig sind Ausfälle kaum zu vermeiden, doch bereits nach zwei bis drei Jahren werden alle Menschen in der Schweiz, auch die SP-Wähler, davon profitieren», erklärt er. Schliesslich blieben damit Einnahmen und Arbeitsplätze in der Schweiz, und damit liessen sich die Steuern senken. Dass die SP dies «wohl wider besseren Wissens» nicht zugebe, zeige für ihn: «Levrat ist ein absoluter Populist!»

Christian Levrat: «Neoliberales Märchen»

Der Angegriffene sagt dazu: «Genau dieses neoliberale Märchen hat einen Donald Trump erst möglich gemacht.» Seit 30 Jahren erzählten «Herr Jaeger und seine Freunde», dass es allen besser ginge, wenn «die Konzerne und die Reichen noch mehr Privilegien erhalten».

Doch die Menschen würden dieses «Märchen» nicht mehr glauben, ist der Freiburger Ständerat überzeugt. Schliesslich bezahle der Mittelstand diese Privilegien. «Wer keine amerikanischen Verhältnisse will, muss Nein zur Unternehmenssteuerreform III sagen», so Levrat. Das Volk entscheidet im Februar über die Vorlage.

Publiziert am 14.11.2016 | Aktualisiert am 18.11.2016
teilen
teilen
0 shares
28 Kommentare
Fehler
Melden

28 Kommentare
  • Markus  Schneider 15.11.2016
    Nun möchte ich doch gerne zukünftig bei jeder Gelegenheit vom "Linkspopulisten Levrat" lesen. Franz Jaeger hats gesagt. Sonst würde man ja fast glauben in der Schweiz gäbe es nur "Rechtspopulisten". Als ob es etwas populistischeres gäbe, als den Leuten das Geld der anderen zu versprechen, wie es Levrat und Genossen tun.
  • Hanspeter  Müller aus Bern
    14.11.2016
    Wie recht Herr Jaeger hat sieht man im Kanton Luzern, und zunehmend sogar in ZG und SZ. Da werden die Schüler nach Hause geschickt, Behinderten Leistungen gestrichen und die Polizei abgebaut. Alles nur weil man die Steuern der Unternehmen gesenkt hat. Kein einziges Unternehmen ist zusätzlich nach Luzern gekommen deswegen. Aber in der Kasse klafft ein riesiges Loch. Dutti würde sich im Grab umdrehen was aus seinen Nachfolgern geworden ist!
  • Linus  Luchs 14.11.2016
    Warum Eva Herzog mit dem Referendum nicht mitzieht, scheint mir offensichtlich zu sein. Die Pharma ist im Dreiländereck eine Grossmacht. Eine Basler Finanzministerin, welche das SP-Referendum unterstützt, macht sich zur Zielscheibe. Da Christian Levrat vollkommen Recht hat, wäre es trotzdem schön, sie würde dieses Risiko eingehen.
  • Schmid  Edi 14.11.2016
    Wenn Jäger redet, höre ich fasziniert zu. Bei Levrat schalte ich ab.
  • Harald  Beutler 14.11.2016
    Sorry, aber ich frage mich wirklich, wer Levrat und "seine" SP noch ernst nehmen kann. Die Diskussion zur UST III ist noch das eine. Aber was man diese Tage wieder lesen musste zum neuen, respektive aufgewärmten, SP-Programm ist schlichtweg lächerlich. Wie sollen schon lange widerlegte theoretische Sozi-Gebilde die heutigen Probleme auch nur ansatzweise lösen. Sie führen höchstens zu Aparatschik-Diktatur und wirtschaftlichem Niedergang.