ZÜRICH - Chaos total an der Uni Zürich: Regierungsrätin Regine Aeppli behauptet, Christoph Mörgeli kenne die Kritik an seiner Arbeit seit langem. Der SVP-Professor widerspricht erneut. So oder so: Morgen Freitag entscheidet sich Mörgelis Zukunft.
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Im Schussfeld: SVP-Nationalrat Christoph Mörgeli (Archiv) (Keystone)
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Die Zürcher Bildungsdirektorin Regine Aeppli.
(Sabine Wunderlin)SVP-Nationalrat Christoph Mörgeli habe die Kritik an seiner Arbeit am Universitäts-Museum nicht aus der Zeitung efahren, sondern bereits vor fast einem Jahr. Das sagt die Zürcher Bildungsdirektorin, Regine Aeppli, gemäss der «Rundschau» von SF 1.
Damit zeigt sich der Fall plötzlich um 180 Grad anders. Bisher schien es, als ob Mörgeli von der vernichtenden Kritik an seiner Arbeit aus den Medien erfahren musste. Für seinen Anwalt Valentin Landmann wäre das, wenn das stimmen sollte, Mobbing. Mörgeli wäre das Opfer von Uni-Intrigen.
Aeppli sagt nun aber: «Es ist nicht ganz richtig, dass Herr Mörgeli die Kritik aus der Zeitung erfahren hat. Christoph Mörgeli ist im November 2011 mit den Vorhaltungen dieses Berichtes konfrontiert worden».
Entscheidendes Gespräch diesen Freitag
Aeppli betont, Mitarbeiter Mörgeli habe im Februar 2012 einen schriftlichen, kritischen Bericht erhalten, den die Uni von externen Fachleuten erstellen liess. Verliert SVP-Nationalrat Mörgeli jetzt seinen 80-Prozent-Job an der Uni?
Aeppli zur «Rundschau»: «Diesen Freitag findet eine weitere, zweite ausserordentliche Mitarbeiterbeurteilung mit Herrn Mörgeli statt.» Am Mitarbeitergespräch mit Christoph Mörgeli dabei sein wird Uni-Rektor Andreas Fischer, Mörgelis Chef Flurin Condrau und ein Mitarbeiter des Personalbüros.
Was passiert wenn die Personalbeurteilung negativ ist? Aeppli: «Dann wird die Kündigung ausgesprochen und Christoph Mörgeli der Lohn weitere sechs Monate gezahlt.»
Mörgeli: «Leider ist Frau Aeppli nicht richtig informiert»
Christoph Mörgeli selbst zeigt sich über die Aussagen von Regierungsrätin Aeppli erstaunt. «Leider ist Frau Aeppli nicht richtig informiert», sagte er nach der «Rundschau» auf Anfrage von Blick.ch.
Und weiter: «Am 10. Februar kam es zu einem ersten Mitarbeitergespräch. Dort wurde jedoch keine Bewährungsfrist von 6 Monaten ausgesprochen. Diesen Freitag findet nun das 2. Mitarbeitergespräch statt. Sollte ich dann negativ beurteilt werden, kann diese 6-monatige Bewährungsfrist ausgesprochen werden. Und erst wenn ich diese nicht bestehen würde, könnte Herr Prof. Condrau meine Entlassung beantragen.»
Regine Aeppli erwähnte, dass Christoph Mörgeli bei einer möglichen Kündigung noch sechs Monate den Lohn bezahlt würde. Mörgeli dazu: «Von einem goldenen Fallschirm in der Höhe von 6 Monatsgehältern war noch nie die Rede.»
Tatsache ist laut Mörgeli sogar, dass er auszugsweise an diesem internen Bericht über den aktuellen Zustand des Medizinhistorischen Museums sogar mitgewirkt hat! «Wie viele andere auch, leistete ich einen Beitrag zu diesem Bericht. Von den Vorwürfen hatte ich jedoch keine Kenntnis. Es ist wirklich so, dass ich erst aus den Medien von den Vorwürfen erfahren habe.»
Noch vor der Ausstrahlung der «Rundschau» nahm Mörgelis Ziehvater Christoph Blocher auf «Tele Züri» Stellung zur Affäre. Blocher wollte sich nicht auf die Detailkritik an seinem Parteikollegen einlassen, kündigte aber an, den Fall auf die politische Ebene zu heben, falls es zum Eklat kommt zwischen der Uni und Mörgeli.
«Man muss politisch untersuchen, wie es soweit kommen konnte», sagte Blocher und liess die Muskeln spielen: «Die SVP ist die grösste Fraktion im Zürcher Kantonsrat und stellt zwei Regierungsräte.»
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