Uni-Streit eskaliert Wird Mörgeli morgen entlassen?

ZÜRICH - Chaos total an der Uni Zürich: Regierungsrätin Regine Aeppli behauptet, Christoph Mörgeli kenne die Kritik an seiner Arbeit seit langem. Der SVP-Professor widerspricht erneut. So oder so: Morgen Freitag entscheidet sich Mörgelis Zukunft.

  • Publiziert: 19.09.2012, Aktualisiert: 08.44 Uhr
  • Von Karin Müller und Michael Scharenberg
play Im Schussfeld: SVP-Nationalrat Christoph Mörgeli (Archiv) (Keystone)
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Die Zürcher Bildungsdirektorin Regine Aeppli.

(Sabine Wunderlin)

SVP-Nationalrat Christoph Mörgeli habe die Kritik an seiner Arbeit am Universitäts-Museum nicht aus der Zeitung efahren, sondern bereits vor fast einem Jahr. Das sagt die Zürcher Bildungsdirektorin, Regine Aeppli, gemäss der «Rundschau» von SF 1.

Damit zeigt sich der Fall plötzlich um 180 Grad anders. Bisher schien es, als ob Mörgeli von der vernichtenden Kritik an seiner Arbeit aus den Medien erfahren musste. Für seinen Anwalt Valentin Landmann wäre das, wenn das stimmen sollte, Mobbing. Mörgeli wäre das Opfer von Uni-Intrigen.

Aeppli sagt nun aber: «Es ist nicht ganz richtig, dass Herr Mörgeli die Kritik aus der Zeitung erfahren hat. Christoph Mörgeli ist im November 2011 mit den Vorhaltungen dieses Berichtes konfrontiert worden».

Entscheidendes Gespräch diesen Freitag

Aeppli betont, Mitarbeiter Mörgeli habe im Februar 2012 einen schriftlichen, kritischen Bericht erhalten, den die Uni von externen Fachleuten erstellen liess. Verliert SVP-Nationalrat Mörgeli jetzt seinen 80-Prozent-Job an der Uni?

Aeppli zur «Rundschau»: «Diesen Freitag findet eine weitere, zweite ausserordentliche Mitarbeiterbeurteilung mit Herrn Mörgeli statt.» Am Mitarbeitergespräch mit Christoph Mörgeli dabei sein wird Uni-Rektor Andreas Fischer, Mörgelis Chef Flurin Condrau und ein Mitarbeiter des Personalbüros.

Was passiert wenn die Personalbeurteilung negativ ist? Aeppli: «Dann wird die Kündigung ausgesprochen und Christoph Mörgeli der Lohn weitere sechs Monate gezahlt.»

Mörgeli: «Leider ist Frau Aeppli nicht richtig informiert»

Christoph Mörgeli selbst zeigt sich über die Aussagen von Regierungsrätin Aeppli erstaunt. «Leider ist Frau Aeppli nicht richtig informiert», sagte er nach der «Rundschau» auf Anfrage von Blick.ch.

Und weiter: «Am 10. Februar kam es zu einem ersten Mitarbeitergespräch. Dort wurde jedoch keine Bewährungsfrist von 6 Monaten ausgesprochen. Diesen Freitag findet nun das 2. Mitarbeitergespräch statt. Sollte ich dann negativ beurteilt werden, kann diese 6-monatige Bewährungsfrist ausgesprochen werden. Und erst wenn ich diese nicht bestehen würde, könnte Herr Prof. Condrau meine Entlassung beantragen.»

Regine Aeppli erwähnte, dass Christoph Mörgeli bei einer möglichen Kündigung noch sechs Monate den Lohn bezahlt würde. Mörgeli dazu: «Von einem goldenen Fallschirm in der Höhe von 6 Monatsgehältern war noch nie die Rede.»

Tatsache ist laut Mörgeli sogar, dass er auszugsweise an diesem internen Bericht über den aktuellen Zustand des Medizinhistorischen Museums sogar mitgewirkt hat! «Wie viele andere auch, leistete ich einen Beitrag zu diesem Bericht. Von den Vorwürfen hatte ich jedoch keine Kenntnis. Es ist wirklich so, dass ich erst aus den Medien von den Vorwürfen erfahren habe.»

Blocher kontert und droht

Noch vor der Ausstrahlung der «Rundschau» nahm Mörgelis Ziehvater Christoph Blocher auf «Tele Züri» Stellung zur Affäre. Blocher wollte sich nicht auf die Detailkritik an seinem Parteikollegen einlassen, kündigte aber an, den Fall auf die politische Ebene zu heben, falls es zum Eklat kommt zwischen der Uni und Mörgeli.

«Man muss politisch untersuchen, wie es soweit kommen konnte», sagte Blocher und liess die Muskeln spielen: «Die SVP ist die grösste Fraktion im Zürcher Kantonsrat und stellt zwei Regierungsräte.»

Beliebteste Kommentare

  • Urs  Gutknecht , Turbenthal , via Facebook
    Wenn Mörgeli nicht die Wahrheit gesagt hat, das heisst, ein Lügner ist, dann muss er gehen. Als Professor an der Uni und auch als Nationalrat. Dann ist er untragbar.
  • N.  Hugentobler
    So er kannte die Kritik schon seit November 2011 und tut so als wäre sie plötzlich über ihn gekommen. Aber was erwartet man schon von einem Mann, der sich über alle und alles stellt. Der Andere mit Häme und Überhäblichkeit begegnet! Aber eben "Wer Anderen eine Grube gräbt, fällt selbst hinein" Ich hoffe er bekommt nun seine Quittung für seine Überheblichkeit und Arroganz. Geschiet ihm nur recht!

Alle Kommentare (102)

  • Oliver  Gassmann
    Darf man fristlos kündigen,wenn der Angestellte lügt. In unserer Firma durften wir nicht mal fristlos kündigen, obwohl der Mitarbeiter gestohlen hat. Ich glaube Herr Mörgeli sollte zu einer Gewerkschaft gehen, die sind spezialisiert wie man Arbeitsgeber abzogt.
    • 20.09.2012
    • 11
    • 8
  • Boy  Billy , Schaffhausen
    Der Mann kann ja nicht mal Auto fahren! Wie soll sich so einer in einer Fürhrungsposition bewähren? Der soll froh sein, dass er wieder laufen kann und seinen Crash vor ein paar Jahren überlebt hat...
  • Lidija  Jametti , Rothenhausen
    Anstatt der Flüchtlinge aus Syrien aufzunehmen, die nicht in diese Kultur reinpassen und die sicherlich irgendwann an der UNI studieren werden, sollte man der UNI mehr Geld für die Auslandstudenten, alles von unseren Steuern bezahlt abgeben. Noch mehr Gratis unterrichten, noch mehr und höhere Abgaben und Gebühren den Stadtzürchern aufbrummen, dann wissen sie erst recht, wer die Gelder verbraucht. Bis zum Schweizer Student kommt es kaum. In den USA muss man über 20 Tausend US$ per 2 Semester zahlen um den Abschluss zu schaffen, sogar in Moskau muss man heute für das Universitätsstudium zahlen. Nun, wir wollen doch nicht im Kommunismus leben und unser Steuergeld für die Auslandstudenten verbrauchen? Frau Appli ist eine Frau, die es verpasst hat den Geist der Zeit zu erfassen. Fertig mit Gratisstudium für alle. Wer kann zahlen soll auch studieren. Wer nicht kann zahlen kann Stipendium beantragen.
  • Antonia  Walde
    Aus diesem Dickicht von Lügen und Halbwahrheiten heraus zu finden ist schwer. Da kann dann wohl nur noch einer helfen: Roger Köppel.
  • Martin  Fuchs , Kriens
    Mit dem Begriff Narzissmus ist im weitesten Sinn die Selbstliebe als Liebe gemeint, die man dem Bild von sich entgegenbringt. Im engeren Sinn bezeichnet er eine auffällige Selbstbewunderung oder Selbstverliebtheit und übersteigerte Eitelkeit.. Hallo Herr Mörgeli!
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