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Für viele Freisinnige ist klar: Die FDP-Führung bis hin zu Ex-UBS-Mann und Bundesrat Hans-Rudolf Merz hat zu viel Musikgehör für die luftige Finanzindustrie und zu wenig Bodenhaftung.
Darum proben Werkplatzvertreter um Unternehmer wie Otto Ineichen den Aufstand. Sie wollen die FDP vom Gängelband der Zürcher Bahnhofstrasse lösen. Und Bankgeheimnis und Finanzplatz auf eine saubere, zukunftstaugliche Basis stellen.
Grösster Erfolg für die Realos wäre ein eigener Bundesrat. Schon bald bietet sich Gelegenheit: Wenns um die Merz-Nachfolge geht. «Klar wäre es ein Vorteil, wenn es jemand aus dem Schorgraben des Werkplatzes wäre», sagt etwa FDP-Ständerat Rolf Büttiker(SO). An solchem Personal, das im Streit um Banken und Bankgeheimnis an Profil gewonnen hat, mangelt es nicht. Einige Beispiele:
►Johann Schneider-Ammann (57), Nationalrat BE. Der Elektroingenieur ETH und Chef der Ammann Group Holding AG in Langenthal sagte kürzlich: «Steuerhinterziehung ist für mich kein Kavaliersdelikt». Und: «Da müssen wir selbst im Land aufräumen.»
►Ruedi Noser (48), Nationalrat ZH. Der gelernte Maschinenmechaniker und Elektroingenieur HTL hat die Informatikfirma Noser-Gruppe aufgebaut. Er verärgerte die FDP-Spitze, weil er sich gegen Steuerprivilegien für reiche Ausländer und ausländische Holdings aussprach.
►Philipp Müller (57), Nationalrat AG. Der gelernte Gipser und Stuckateur hat das elterliche Geschäft in eine Generalbauunternehmung ausgebaut. Müller setzt sich offensiv für eine Weissgeldstrategie des Finanzplatzes Schweiz ein.
►Tarzisius Caviezel (55), Nationalrat GR. Der Präsident des HC Davos ist gelernter Elektroinstallateur und Delegierter der Burkhalter Holding, einem grossen Elektrotechnik-Unternehmen. Caviezel setzt sich für eine Postbank ein. Unter anderem, weil KMU leichter zu Krediten kämen und er das Klumpenrisiko Grossbanken minimieren will.