Rücktritt nur, wenn der Ersatzmann passt Wirbel um Nationalrat Wandfluh in der Berner SVP

Der Unternehmer Hansruedi Wandfluh will seinen Nationalratssitz für Werner Salzmann räumen. Das Problem: Der erste Ersatzmann auf der Berner SVP-Liste passt der Partei nicht.

  • Publiziert: 08.10.2012
  • Von Peter Brühwiler
play SVP-Nationalrat und Unternehmer Hansruedi Wandfluh will «neuen Kräften» Platz machen. (Peter Gerber)

SVP-Nationalrat Peter Spuhler verlässt die nationale Polit-Bühne Ende Jahr. Für den Wirtschaftsflügel seiner Partei kommt es aber vielleicht noch dicker: Hansruedi Wandfluh, der zweite gewichtige Unternehmer aus den Reihen der Volkspartei könnte seinen Sitz ebenfalls bald räumen.

«Jetzt spricht auch Hansruedi Wandfluh von Rücktritt», titelte gestern jedenfalls die «Sonntags Zeitung». Heute dann aber bereits das Dementi in der «Berner Zeitung»: «Ein Rücktritt ist im Moment nicht aktuell», verkündet Wandfluh.

Der Grund für die Polemik: Für den zurücktretenden Hansruedi Wandfluh könnte Werner Salzmann in den Nationalrat nachrücken. Dieser kandidiert derzeit für das Präsidentenamt der Berner Kantonalpartei. Sollte Salzmann gewählt werden, dann «wäre es gut, er wäre auch auf nationaler Ebene in einem Parlament», sagt Wandfluh.

Partei will Verzicht von Graber

Das Problem: Salzmann – ein «Hardliner» auf der Zürcher SVP-Linie – ist nur zweiter Ersatz auf der Berner SVP-Liste. Vor ihm liegt der Bern-Jurassier Jean-Pierre Graber. Und ein Verzicht zugunsten Salzmanns kommt für diesen «nicht in Frage».

Wird er von seiner Partei zu diesem Schritt gedrängt? «Ich bin eingeladen worden, darüber nachzudenken», sagt der 66-jährige diplomatisch. Diese «Einladung» goutiere er nicht, stellt Graber klar – von wem sie kam, lässt er offen.

Graber hat die Wiederwahl im vergangenen Herbst verpasst. «Seither ist der Berner Jura im Parlament zum ersten Mal seit 1848 nicht mehr vertreten», bedauert er. Nicht zuletzt aus diesem Grund sei für ihn ein Verzicht ausgeschlossen.

«Wir haben nie Druck ausgeübt»

Was sagt die Kantonalpartei? «Wir haben nie Druck ausgeübt», betont Geschäftsführerin Aliki Panayides. Die Entscheidung liege alleine bei Graber.

Und dessen Entschluss scheint wie gesagt endgültig zu sein. Für Wirtschaftskapitän Hansruedi Wandfluh wiederum würde dies bedeuten, dass ein vorzeitiger Rücktritt aus dem Nationalrat kein Thema ist.

«Es gefällt mir im Parlament gut und die Doppelbelastung mit der Firma ist aushaltbar», sagt Wandfluh. Ganz gegessen ist das Thema für ihn aber noch nicht: «Wenn es der Partei dient, dann sollten wir die Grösse haben, neuen Kräften Platz zu machen», meint er an die Adresse Grabers.

Richtigstellung: Zeitweise war in diesen Artikel das Bild eines anderen Werner Salzmann eingebunden. Die Redaktion entschuldigt sich.

Beliebteste Kommentare

  • Peter  Schneider
    Demokratie à la SVP. Der vom Volk gewählte gemässigte Graber ist erster Ersatzmann. Nun soll er verzichten zugunsten eines Hardliners der Zürcher Linie. Demokratie wie bei Putin. Liebi Froue u Manne lasst euch weiter Sand in die Augen streuen.
  • Beat  Anliker , via Facebook
    Sprechen wir hier von jener SVP, welche sich immer auf die Demokratie und den Volkswillen bezieht? Kann nicht sein, denn diese Partei würde doch niemals einen gewählten Volksvertreter zum Verzicht zwingen.....
    Es muss also noch eine zweite SVP in diesem Land geben, es sei denn diese Eine wäre krankhaft schizophren!

Alle Kommentare (6)

  • reinhard  hertig , gibswil
    nur ein hardliner macht sinn. also, herr graber, verzichten zu gunsten einer klaren linie.
  •   Christoph Scheidegger , Niederönz
    Das ganze geht noch viel weiter... Wer hier etwas gegen die SVP postet, unter richtigem Namen
  • Evans  Yvonne , Zürich , via Facebook
    Warum lassen sich diese Männer zuerst wählen wenn sie Ihren Posten vorzeitig verlassen ? ich finde das Verrat an den Wählern,,,,,,
  • Peter  Schneider
    Demokratie à la SVP. Der vom Volk gewählte gemässigte Graber ist erster Ersatzmann. Nun soll er verzichten zugunsten eines Hardliners der Zürcher Linie. Demokratie wie bei Putin. Liebi Froue u Manne lasst euch weiter Sand in die Augen streuen.
  • Beat  Anliker , via Facebook
    Sprechen wir hier von jener SVP, welche sich immer auf die Demokratie und den Volkswillen bezieht? Kann nicht sein, denn diese Partei würde doch niemals einen gewählten Volksvertreter zum Verzicht zwingen.....
    Es muss also noch eine zweite SVP in diesem Land geben, es sei denn diese Eine wäre krankhaft schizophren!
    • Peter  Fuchs , Winterthur , via Facebook
      Warum diese Aufregung ???
      das Spiel machen doch auch andere Parteien !!!
      Schon vergessen das da mal ein gewählter Neuenburger SP Bundesrat zu gunsten einer SP Frau von seiner Partei gezwungen wurde auf das Amt zu verzichten ???
      • 09.10.2012
      • als Kommentar auf Beat  Anliker
      • 24
      • 6

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