Der Unternehmer Hansruedi Wandfluh will seinen Nationalratssitz für Werner Salzmann räumen. Das Problem: Der erste Ersatzmann auf der Berner SVP-Liste passt der Partei nicht.
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SVP-Nationalrat und Unternehmer Hansruedi Wandfluh will «neuen Kräften» Platz machen. (Peter Gerber)
SVP-Nationalrat Peter Spuhler verlässt die nationale Polit-Bühne Ende Jahr. Für den Wirtschaftsflügel seiner Partei kommt es aber vielleicht noch dicker: Hansruedi Wandfluh, der zweite gewichtige Unternehmer aus den Reihen der Volkspartei könnte seinen Sitz ebenfalls bald räumen.
«Jetzt spricht auch Hansruedi Wandfluh von Rücktritt», titelte gestern jedenfalls die «Sonntags Zeitung». Heute dann aber bereits das Dementi in der «Berner Zeitung»: «Ein Rücktritt ist im Moment nicht aktuell», verkündet Wandfluh.
Der Grund für die Polemik: Für den zurücktretenden Hansruedi Wandfluh könnte Werner Salzmann in den Nationalrat nachrücken. Dieser kandidiert derzeit für das Präsidentenamt der Berner Kantonalpartei. Sollte Salzmann gewählt werden, dann «wäre es gut, er wäre auch auf nationaler Ebene in einem Parlament», sagt Wandfluh.
Das Problem: Salzmann – ein «Hardliner» auf der Zürcher SVP-Linie – ist nur zweiter Ersatz auf der Berner SVP-Liste. Vor ihm liegt der Bern-Jurassier Jean-Pierre Graber. Und ein Verzicht zugunsten Salzmanns kommt für diesen «nicht in Frage».
Wird er von seiner Partei zu diesem Schritt gedrängt? «Ich bin eingeladen worden, darüber nachzudenken», sagt der 66-jährige diplomatisch. Diese «Einladung» goutiere er nicht, stellt Graber klar – von wem sie kam, lässt er offen.
Graber hat die Wiederwahl im vergangenen Herbst verpasst. «Seither ist der Berner Jura im Parlament zum ersten Mal seit 1848 nicht mehr vertreten», bedauert er. Nicht zuletzt aus diesem Grund sei für ihn ein Verzicht ausgeschlossen.
Was sagt die Kantonalpartei? «Wir haben nie Druck ausgeübt», betont Geschäftsführerin Aliki Panayides. Die Entscheidung liege alleine bei Graber.
Und dessen Entschluss scheint wie gesagt endgültig zu sein. Für Wirtschaftskapitän Hansruedi Wandfluh wiederum würde dies bedeuten, dass ein vorzeitiger Rücktritt aus dem Nationalrat kein Thema ist.
«Es gefällt mir im Parlament gut und die Doppelbelastung mit der Firma ist aushaltbar», sagt Wandfluh. Ganz gegessen ist das Thema für ihn aber noch nicht: «Wenn es der Partei dient, dann sollten wir die Grösse haben, neuen Kräften Platz zu machen», meint er an die Adresse Grabers.
Richtigstellung: Zeitweise war in diesen Artikel das Bild eines anderen Werner Salzmann eingebunden. Die Redaktion entschuldigt sich.
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