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(Keystone)
Wir sehen Finanzminister Hans-Rudolf Merz. In der Mitte seiner Fraktion sitzt er einsam auf einem Stuhl. Seine Körperhaltung sagt: Was mache ich eigentlich hier? Wieso tue ich mir das weiter an?
Die harten Wochen und Monate sind Merz anzusehen: Libyen-Desaster, Staatsvertrags-Debakel, GPK-Kritik, Rücktritts-Spekulationen inner- und ausserhalb seiner Partei.
Merz würde alles wieder gleich machen. Sagt er.
Merz fühlt sich von der GPK nicht unfair behandelt. Sagt er.
Merz tritt nicht vor Ablauf seiner Amtszeit zurück. Sagt er.
Merz fühlt sich topfit und motiviert. Sagt er.
Doch das Bild vom Fraktionsausflug der FDP sagt etwas anderes.
Hier sitzt ein Mann, 67 Jahre, müde vom politischen Leben. Gekränkt von der Kritik. Zweifelnd an der Sinnhaftigkeit seines Tuns. Politisch ist er längst weg, nur sein Anzug sitzt noch da.
Bilder sagen mehr als 1000 Worte, heisst es. Und manchmal sind Bilder auch schmerzhafter als 100 Rücktrittsforderungen.
Das Bild von Bundesrat Hans-Rudolf Merz am Fraktionsausflug der FDP vom 9. Juni 2010 ist so ein Bild.