Widmer-Schlumpf hat neuen IT-Chef Heikel! Der Neue hat beim Skandal-Projekt «Insieme» mitgewerkelt

Der Deutsche Lindemann wird ab 1. Januar 2013 Informatik-Chef. Obwohl er einer der Grossverdiener beim Skandalprojekt «Insieme» der eidgenössischen Steuerverwaltung (ESTV) war.

Eveline Widmer-Schlumpf (BDP). play

Eveline Widmer-Schlumpf (BDP).

Philipp Zinniker

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Er war einer der Grossverdiener beim Skandalprojekt «Insieme» der eidgenössischen Steuerverwaltung (ESTV), die ihr Mandat ohne WTO-Ausschreibung erhalten hatten: Betriebswirt Dirk Lindemann, seit Oktober 2011 Gesamtleiter des mittlerweile gestoppten Projekts «Insieme», bei dem 100 Millionen in den Sand gesetzt wurden.

Jetzt hat Samuel Tanner, interimistischer Chef der ESTV im Finanzdepartement von Eveline Widmer-Schlumpf (BDP), Lindemanns Anstellung legalisiert. «Er ist zum Leiter der neuen Informatikorganisation des ESTV ernannt worden», teilte Tanner dieser Tage dem Personal mit.

Der Deutsche Lindemann wird ab 1. Januar 2013 Informatik-Chef. Er trägt den klingenden Titel Chief Information Officer (CIO) und ist mindestens in Lohnklasse 29 angesiedelt, zu einem Maximalgehalt von 184'415 Franken.

«Da wird der Bock zum Gärtner gemacht»

«In die neue Einheit Informatik werden die heutige Leitungsbezugsorganisation (LBO) und bestehende Projektorganisationen überführt», sagt ESTV-Sprecher Thomas Brückner. Strukturen und Prozesse im Bereich Informatik würden zudem neu definiert, «Insieme»-Erfahrungen ausgewertet.

Gegen den letzten  LBO-Leiter, J.-P. L.*, ermittelt die Bundesanwaltschaft: Wegen Korruptions- und Filzvorwürfen bei «Insieme». 

Lindemann Chef der ESTV-Informatik? «Da wird der Bock zum Gärtner gemacht», sagt ein Bundesangestellter. Es habe sehr gute externe Bewerber gehabt, aber: «Die ESTV will nicht, dass ein Externer da reinschaut und noch mehr entdeckt». Laut Tanners interner Mitteilung wurde Lindemann «nach 40 geprüften Bewerbungen sowie Gesprächen mit 7 Mitbewerbern als bester Kandidat erkoren.» Als Gesamtprojektleiter habe Lindemann seit Oktober 2011 gezeigt, «dass er zur kompetenten Führung eines komplexen Projektes mit sehr schwierigen Rahmenbedingungen fähig ist.» «Insieme» sei vor Lindemanns Zeit an die Wand gefahren worden.

Pikant ist auch: Lindemann arbeitete bis 2009 in diversen Spitzenjobs bei Siemens Schweiz. Die alten ESTV-Informatiklösungen laufen auf dem Betriebssystem BS2000 von Siemens (später Fujitsu-Siemens).

Für die BS2000-Anbieter, die jetzt teilweise im Visier der Justiz sind, lohnt sich das immer noch: Weil «Insieme» nicht läuft, muss der Bund für Millionensummen die alten BS2000-Systeme immer wieder nachrüsten.

* Name der Redaktion bekannt

Publiziert am 15.10.2012 | Aktualisiert am 15.10.2012
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84 Kommentare
  • Walter  Kalberer aus Wangs
    16.10.2012
    Warum glauben immer noch so viele Schweizerinnen/Schweizer, dass die EWS eine gute Bundesrätin sei? Warum merken die vielen Leute in der Schweiz noch nicht, dass dieser Frau die Schweiz scheiss egal ist? Die EWS ist nur an ihrer Machtarroganz interessiert. Wann endlich werden die Schweizerinnen/Schweizer merken, dass diese Frau alles zu Nichte macht, was unsere Mütter und Väter aufgebaut haben? Ich glaube es muss in diesem Bundeshaus etwas passieren wie in Zug, sonst werden diese Verräter nicht zur Vernunft kommen. Diese Zeilen wird Blick einmal mehr nicht veröffentlichen.
  • John  Seefelder , via Facebook 16.10.2012
    ein Inder als CIO wäre mir lieber gewesen. Wahrscheinlich lässt Siemens ihre Software eh in Indien entwickeln ;-
  • Yves  Ebneter aus Winterthur
    16.10.2012
    Diese Frau ist so schlimm wie der aktuelle Premier, Frau Gillard in Australien.
    Shame on you!
  • Fred  Bartlome 16.10.2012
    Eine Zumutung einen Deutschen in einer solch wichtigen Schnittstelle einsetzen zu wollen. EIn naechster potentieller CD Verkaeufer ist ins Berner Kuckucksnest gelegt worden. Die EU und die Euroturbos im Bundesrat werden sich sicher ueber die den direkten Draht nach Bruessel freuen.
  • Linus  Good aus Oetwil a.d.L.
    16.10.2012
    Bei EWS ist alles möglich, ich wundere mich schon lange nicht mehr.