BERN – Schwaller, Burkhalter, Lüscher oder gar Marty? Morgen wählt das Parlament einen neuen Bundesrat. Welcher aus dem Quartett wäre Ihr Favorit? Stimmen Sie ab!
Morgen wird es spannend im Bundeshaus: Kann die
FDP mit einem ihrer beiden offiziellen Kandidaten, Christian Lüscher und Didier Burkhalter, den Sitz von Pascal Couchepin verteidigen? Oder zieht die
CVP mit Sprengkandidat Urs Schwaller wieder in den
Bundesrat ein? Gelingt gar der Linken der Coup, den Linksfreisinnigen Dick Marty durchzubringen? Die Wahl Schwallers wäre ein historischer Meilenstein: Der Freisinn, der bei der Gründung des Bundesstaates 1848 sämtliche Posten in der
Regierung besetzte, wäre vorläufig nur noch mit Hans-Rudolf Merz vertreten.Wenn die Parlamentarier ihre Stimmzettel ausfüllen, hat das Volk nichts zu sagen. Die
SVP weibelt derzeit zwar für die Volkswahl des Bundesrates – aber so bald dürfte sie mit dieser alten Forderung nicht durchkommen. Dennoch haben Sie die Gelegenheit, im Blick.ch-Voting und Blick.ch-Forum zu sagen, welcher Kandidat Sie am meisten überzeugt: Didier Burkhalter Der FDP-Ständerat ist ein erfahrener Exekutivpolitiker. Er sass während 14 Jahren in der Neuenburger Stadtregierung. Er gilt als wirtschaftsfreundlich und als Euroturbo. Dass er sich in
Bern bisher kein klares Profil erarbeitete, muss kein Nachteil sein: Für die
SP und die
Grünen gilt er als kleineres Übel als Christian Lüscher, für die SVP als kleineres Übel als Urs Schwaller. Christian Lüscher Der Genfer Anwalt politisiert auf dem rechten Flügel der FDP. Deshalb ist er der Wunschkandidat der SVP und für die Linken «nicht wählbar». Mit seinen 45 Jahren ist er der Jungspund unter den Kandidaten – und auch der mit dem höchsten Glamour-Faktor: Er war einst mit Ex-Miss-Schweiz Lolita Morena liiert, führte den Genfer Skandalklub
Servette und teilt sich mit Gaddafi-Anwalt Charles Poncet die Kanzlei. Urs Schwaller Der CVP-Fraktionschef steht für eine solide bürgerliche Politik, wobei er aufgrund seines sozialliberalen Kurses auch bei der Linken Sympathien geniesst. Das grosse Handicap des 56-Jährigen ist, dass er seit der von ihm orchestrierten Blocher-Abwahl ein Feindbild für die SVP ist. Und dass er als Deutschfreiburger für viele Romands nicht als wahrer Vertreter der Westschweiz gilt. Dick Marty Der Tessiner FDP-Ständerat hatte sich international einen Namen gemacht, als er im Auftrag des Europarates gegen illegale Machenschaften der CIA in Europa ermittelte. Linke Kreise um SP-Nationalrat Andreas Gross brachten ihn in den letzten Tagen ins Spiel, obwohl Marty in Wirtschaftsfragen strikt bürgerlich tickt. Sein grösster Nachteil: Er würde den Altersschnitt im Bundesrat mit seinen bald 65 Jahren weiter nach oben drücken. (hhs)