Welsche übernehmen das Kommando Kriegen wir «la meilleure armée du monde»?

ZÜRICH - Seit Guy Parmelin sein Amt als Verteidigungsminister angetreten hat, erobern immer mehr Romands die Militärführung. Daran stören sich besonders die Deutschschweizer. Sprechen unsere Soldaten bald Französisch?

Militär Schweiz: Im Kommando übernehmen immer mehr Romands play
Ersatz für Andé Blattmann gesucht. Wird es ein Deutschschweizer oder ein Romands? Keystone

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Seit der Waadtländer Bundesrat Guy Parmelin das Zepter im Verteidigungsdepartement übernommen hat, ziehen nach und nach Romands ins Bundesbern. Anfang Jahr wurde die Waadtländerin Nathalie Falcone ins Amt als neue Generalsekretärin des Verteidigungsdepartements gewählt, zwei Wochen später bezog der Freiburger Dominique Andrey sein neues Büro als Parmelins militärischer Berater und im April wurde der Walliser Philippe Rebord zum Stellvertreter des Armeechefs ernannt. Zusätzlich mit dem Chef des Armeestabs, welcher vor Parmelins Ernennung eingesetzt wurde, befindet sich die Landesverteidigung also fest in welschen Händen.

Marcher statt Marschieren

Deutschschweizer sorgen sich, dass die offene Stelle als Armeechef erneut einem Westschweizer zufällt. «Herr Parmelin muss Acht geben, dass er die Deutschschweiz nicht vernachlässigt», sagt SVP-Parteifreund und Ständerat Alex Kurprecht der «Aargauer Zeitung». Und er fordert, dass der Bundesrat einem Deutschschweizer den Vorrang geben soll.  Auch FDP-Nationalrat Walter Müller unterstreicht diese Forderung. Ein Ausgleich sei wichtig, «man kann nicht alle höheren Posten mit Personen aus einer Sprachregion besetzen» und der Christdemokrat und Nationalrat Jakob Büchler sorgt sich, dass im Militär bald nur noch Französisch gesprochen wird.

Änet des Röstigrabens kann man dieser Kritik gar nichts abgewinnen. Ueli Maurer habe mehrheitlich Deutschschweizer Kaderleute um sich geschart, kontert der freisinnige Waadtländer Ständerat Olivier Français, Kompetenz solle vor Sprache stehen. Dass Herkunft stärker sein kann als die Parteizugehörigkeit beweist SP-Nationalrat Carlo Sommaruga. «Diese Forderungen sind lächerlich. Wenn sich die Vertreter der Deutschschweizer Mehrheit nun plötzlich als Minderheit tarnen wollen, müssten sie vielleicht zuerst einmal einen Tarnkurs der Armee besuchen», sagte er der Zeitung.

Zweierticket für Blattmann-Nachfolge

Ob dieser Tarnkurs bald auf Deutsch oder Französisch durchgeführt wird, entscheidet der Bundesrat am 16. September. Zur Auswahl steht ein gutschweizerisches Zweiertickets. Die Deutschschweiz schickt den 54-jährigen Divisionär und Kommandanten des Heers Daniel Baumgartner auf den Kampfplatz. Die Romands versuchen mit Divisionär Philippe Rebord, dem Stellvertreter von Armeechef André Blattmann, das Amt des Armeechefs zu erobern. Diese Top-Favoriten hatte der «SonntagsBlick» am letzten Sonntag publik gemacht. Verteidigungsminister Guy Parmelin hatte dem Blatt bestätigt, dass die Suche abgeschlossen sei und er mit einem Antrag zur Nachfolge von Armeechef Blattmann bald in den Bundesrat gehen werde. (shu)

Publiziert am 02.09.2016 | Aktualisiert am 21.09.2016
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  • Berni  wittwer aus Buchs
    02.09.2016
    Es ist nur gut, dass endlich dieser Möchtegern "General" verschwindet. Seine Meinungen waren ja immer soooo guuut und korrekt !!!
  • rolf  sulzer 02.09.2016
    nach dem Kollegial-Prinzip darf jeder mal ein bisschen an der Führung der "besten Armee" der Welt herumbasteln. Als nächster kommt ein Tessiner und dann noch ein Romantsch. Einen Ernstfall werden alle drei nicht erleben, auch wenn sie die "Besten" sind.
  • Jack   Hammer aus Rütli
    02.09.2016
    ich finde es toll ....als deutschschweizer unterstuetze ich , dass auch mal wieder die romands oder in zukunft vielleicht auch tessiner mal was zusagen haben im militaer ...wir sind alle schweizer und sollen stolz sein . abgesehen das unsere Armee ein witz ist und sicher nicht weltklasse . die meisten maenner die dienst leisteten wissen genau wovon ich schreibe , der saftladen muss ueberholt werden .
  • Max  Müller 02.09.2016
    Dann können die Soldaten bald direkt in die Beiz einrücken ;) also gar nicht so schlecht die Romands. Und dann können wir uns gleich der Legion étrangère anschliessen!
    • monika  brand aus villieu-loyes-mollon
      03.09.2016
      Entschuldigung Herr Müller, wir gehen nicht mehr als andere in die Beiz. Und genauso wie D-Schweizer französisch sprechen, können wir Deutsch oder sogar Schwiizerdütsch. Immer diese Vorurteile.
      Mein Sohn hatten in der RS in Payern(Pilotenaspiranten) einen Kommandanten der nicht französisch oder italienisch sprach. Ein Rekrut musste übersetzen!!!!!Das ist unmöglich.
  • Schumacher  Renato 02.09.2016
    Lieber Beat Sigrist: Hätte man BR Maurer nicht die Gelder gekürzt und auch nicht gegen den Gripen gestimmt, sähe es viel besser aus. Geschichtsversierte wissen im übrigen, dass der Schweizersoldat während Jahrhunderten den Ruf hatte, zu den besten Europas zu gehören. So weit hergeholt mit der "besten Armee" ist es also gar nicht. Ausser Napoleon hat uns 700 Jahre lang keiner besiegt, auch nicht Hitler.