Weil er sonst nicht viel zustande brachte, will Obama jetzt den Krebs ausrotten Yes we cancer!

An seiner letzten Rede zur Lage der Nation konnte Obama wieder mit seiner vitalen und optimistischen Art überzeugen. Er spricht über die Zukunft und rüttelt Amerika auf, an sich selbst zu glauben.

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Auf der Tribüne strahlt First Lady Michelle Obama (51) im senfgelben Kleid. Unten im US-Kongress beginnt ihr Mann in der Nacht auf Mittwoch mit einem Witz. «Das ist meine letzte Rede zur Lage der Nation», sagt Präsident Barack Obama (54), «ich werde mich kurzfassen, einige von Ihnen wollen zurück nach Iowa.» Im US-Bundesstaat im Mittleren Westen finden am 1. Februar erste Vorwahlen im Wettbewerb um Obamas Nachfolge statt. «Gerne gebe ich nach der Rede ein paar Tipps ab.»

Entspannt setzt Obama zu einer seiner besten Reden als US-Präsident an. Er wirkt vital und nicht mehr so müde wie in den letzten beiden Jahren. Er predigt nicht, er spricht. Er verbreitet Optimismus, wie im Wahlkampf von 2008, als er mit «Yes we can» die Welt erreichte: «Jeder, der sagt, die amerikanische Wirtschaft sei im Abstieg begriffen, bewegt sich in der Fiktion.»

Doch nicht über seine Leistungen als Präsident – die waren nicht überragend –, sondern über die Zukunft spricht Obama. Rhetorisch erinnert er an den ewigen Optimisten Ronald Rea­gan (1911–2004). Obama rüttelt Amerika auf, an sich selbst zu glauben. «Vor 60 Jahren, als uns die Russen im Wettrennen im All schlugen», so der Präsident, «da haben wir nicht geleugnet, dass es den Sputnik gibt.» Niemand habe ­damals verlangt, das Budget der Universitäten zu streichen. «Über Nacht haben wir ein eigenes Weltall-Programm auf die Beine gestellt, zwölf Jahre später waren wir auf dem Mond.»

Nun will Obama ein neues Feld erobern – und Krebs heilen. «Heute Abend lancieren wir ein nationales Programm, um den Krebs zu besiegen.» Dafür zuständig sei Joe Biden (73) – letztes Jahr hatte der Vizepräsident seinen Sohn an Krebs verloren.

Wie einst Rea­gan greift er mit markigen Worten die Feinde der USA an. «Killer und Fanatiker» nennt er die Terroristen des IS und von Al Kaida. Und er warnt: «Wenn Ihr Amerika angreift, dann schlagen wir zurück – uns kann keiner entkommen, wir finden euch alle.»

Als «stärkste Nation der Erde» bezeichnete er unter Jubel die USA. «Es ist nicht einmal knapp. Punkt.» Suche jemand nach Führung, gehe er nicht nach Moskau oder Peking. «Er ruft uns an!»

Zuletzt macht er noch etwas Wahlkampf – und greift Donald Trump (69), ohne ihn zu nennen. «Unser öffentliches Leben verkümmert, wenn immer nur die extremen Stimmen Aufmerksamkeit bekommen», sagt Obama. «Wenn Politiker Muslime beleidigen, wenn eine Moschee verwüstet und ein Kind schikaniert wird, macht uns das nicht sicherer.» Wer dazu aufhetze, betrüge Amerika.

Publiziert am 16.01.2016 | Aktualisiert am 16.01.2016
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Mut für die Zukunft Obama hält seine letzte Rede zur Lage der Nation

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8 Kommentare
  • Antonio  Andreano aus Richterswil
    17.01.2016
    Würde Obama morgen eine kostengünstige und erfolgreiche Heilungsmethode für Krebs erfinden und präsentieren, die Republikaner würden selbst diese noch zu verhindern versuchen und das Ganze als neue Teufelei Obamas verschreien. So groteske Auswüchse wie der Hass auf Obama von Seiten der Ultra-Konservativen in den letzten Jahren angenommen hat.
  • M  Hunkeler aus Zürich
    17.01.2016
    Einer Nation, welche das Nationalgold, welches dort liegen soll, nicht zurückgeben will und es noch nicht einmal besichtigt werden kann, der kann es nicht gut gehen. Auch die Schweizer Nationalbank hat Gold in Amerika, das vermutlich schon versilbert wurde.
  • Rolf  Hess 17.01.2016
    Das Problem, das am schnellsten und effektivsten hätte gelöst werden können, wäre es gewesen, dass man endlich mit dem Folterhaus in Guantanamo Schluss gemacht hätte. Vor seiner Wahl 2008 war das ein Wahlversprechen. Nicht eingehalten! Sonst hatte Obama gegen die Opposition, die einfach aus Prinzip gegen ihn abgestimmt hat, einen schweren Stand.
    • Heinz  Kuster , via Facebook 17.01.2016
      Und Obama konnte sich nicht durchsetzen, weil das Amerikanische System es so nicht zulässt. Da die Republikaner schlussendlich das Zünglein an der Waage sind, wird sich nichts ändern, selbst wenn Obama möchte. Begreift es doch endlich in der Schweiz, dass die USA anders funktionieren.
  • Gabi  Vogel 16.01.2016
    Von wegen er hat nicht zustande gebracht. Wären nicht die Republikaner die immer wieder die Beine in den Weg gestellt hätten, wäre Obama ein sehr guter Präsident gewesen. Der Lobbiismus der Republikaner ist nicht zum aushalten. Wenn kein Krieg geführt werden kann oder keine Gewalt herscht, such die Republikaner so lang bis sie wieder etwas gefunden haben um Unruhe und Gewalt zu stiften.
  • Hans  Blattmann 16.01.2016
    Natürlich war auch Obama eine Marionette der Lobbys. Trotzdem bemerkenswert, wie oft er sich gegen den Strom zu schwimmen wagte. Wohl einer der besten US-Präsidenten des letzten Jahrhunderts!