Weil Berset Städter entlasten will Land läuft Sturm gegen neue Prämienregionen

Gesundheitsminister Alain Berset reformiert die Prämienregionen. Besonders in den Kantonen Zürich und Bern hat das weitreichende Folgen: Städter werden entlastet. Dafür muss die Landbevölkerung bluten.

Alain Berset will Prämienregionen: Stadt entlastet, Land geschröpft play
Die Landbevölkerung soll mehr zahlen: Bundesrat Alain Berset plant eine Reform der Prämienregionen. Keystone

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Wie hoch die Prämie ist, die man monatlich an die Krankenkasse abliefern muss, hängt nicht nur davon ab, in welchem Kanton man lebt, sondern auch, zu welcher Prämienregion die Wohngemeinde zählt. Meist sind die Prämien in Städten höher als auf dem Land. Dafür ist in den urbanen Gebieten aber auch das Angebot besser – es gibt mehr Spitäler und Spezialisten.

An diesem Grundsatz will Gesundheitsminister Alain Berset jetzt rütteln. Bis Mitte Januar hat er einen Vorschlag für die Reform der Prämienregionen in die Vernehmlassung geschickt. Sie würde bewirken, dass etwa in den Kantonen Zürich und Bern die Prämienlast in ländlichen Gebieten im Jahr 2018 massiv steigt.

Grosse Folgen in Bern und Zürich

In Bern würden das Emmental und der Oberaargau zu den grossen Verlierern gehören: Beiden Regionen droht ein einmaliger Prämiensprung von über zehn Prozent, wie die «Berner Zeitung» berichtet. Die jährlichen Prämienerhöhungen aufgrund der allgemeinen Kostenentwicklung sind da noch nicht eingerechnet.

In Zürich zeichnen sich ähnliche Veränderungen ab, etwa im Bezirk Winterthur: Heute gehört die Stadt zur mittleren Prämienregion 2, der Rest zur günstigsten Region 3. Da der Bund die Prämienregionen neu auf Basis der Bezirke einteilt, zählt neu der gesamte Bezirk zur mittleren Region. Für die ländlichen Gemeinden bedeutet das gemäss dem Krankenkassenverband Curafutura einen zusätzlichen Prämienschub von 7,3 Prozent.

Entlastung für die Städter

Dieser blüht auch dem ländlichen Teil des Bezirks Bülach, den Bezirken Dielsdorf, Hinwil und Pfäffikon. Ähnlich schmerzhaft ist der Prämienaufschlag von über sechs Prozent im Bezirk Meilen, der in die teuerste Prämienregion – jene der Stadt Zürich – aufsteigt.

Die Städter wiederum dürfen sich auf eine Entlastung freuen. In Zürich dürften die Prämien um über fünf Prozent sinken, wie Curafutura-Sprecher Andrea Arcidiacono zu BLICK sagt. In den Städten Bern und Biel ist die Ersparnis noch grösser: Um mehr als acht Prozent würden dort die Prämien sinken.

Verlierer und Gewinner

In anderen Kantonen dürften die Ausschläge nicht ganz so hoch sein, doch auch in St. Gallen, Graubünden und Luzern werden Regionen zusammengefasst. Gewinner und Verlierer wird es auch in Schaffhausen, Freiburg, Basel-Landschaft, der Waadt, dem Tessin und dem Wallis geben. Nichts zu befürchten haben die Einwohner jener 15 Kantone, die schon heute nur eine Prämienregion haben.

Für das Bundesamt für Gesundheit ist die Reform ein Schritt zu mehr Gerechtigkeit: Heute kämen die Stadtberner mit ihren Prämien für einen Teil der Kosten der billigsten Region auf.

Das Land wagt den Widerstand

Dennoch regt sich Widerstand, er kommt wenig überraschend vom Land: So hat der Berner SVP-Nationalrat Andreas Aebi – selbst ein Emmentaler – eine Parlamentarische Initiative gegen die Reform eingereicht. Noch grösser ist der Widerstand im Ständerat: Angeführt von SVP-Mann Hannes Germann, dessen Schaffhausen ebenfalls überdurchschnittlich betroffen wäre, fordern 27 Ständeräte die Beibehaltung des heutigen Systems.

Nur: Das Parlament hat kein Mitspracherecht in dieser Frage. Und ist selbst daran schuld. Mit dem Krankenkassenaufsichtsgesetz, das dieses Jahr in Kraft trat, gab es die Herrschaft über die Prämienregionen an Berset ab.

Publiziert am 30.12.2016 | Aktualisiert am 17.01.2017
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48 Kommentare
  • Walter  Liechti 31.12.2016
    Mein Vorschlag: Die Minimal-Franchise auf mindestens CHF 5000. erhöhen und die KK- Prämien markant senken.
  • Pascal  Berger 31.12.2016
    Also dieser Berset ist ja noch peinlicher als Obama. Hat noch überhaupt nie etwas hingekriegt. Und diesen Vorschlag hier hätte mein Sohn auch hingekriegt, aber der geht in die erste Klasse! Das ist ja echt nur noch peinlich.......
  • Philipp  Rittermann 31.12.2016
    Ich finde. Die städter sollen ihr sebst eingebrocktes prämien drama ruhig selber ausbaden.
  • Norbert   Jansen aus Meierskappel
    31.12.2016
    Lieber Herr Schär ,Wir hatten es ja in der Hand .Wir konnten uns für eine Einheitskrankenkasse entscheiden sowie es in Deutschland praktiuiert wird,Wie ging die Wahl aus.?????? Abgelehnt .Also bitte nicht jammern.!!!
  • Theres  Küenzi aus Seeberg
    31.12.2016
    warum führt man nicht das verursacherprinzip (chronisch kranke) ausgeschlossen ) ein? da würde sich sicher mancher überlegen wegen einer lapalie sofort den notfall in anspruch zu nehmen.