Von Crowdfundig-Plattform finanziert Polit-Unternehmer fliegt aus dem Bundeshaus

Ein Journalist organisiert sich über die Crowdfunding-Plattform Wemakeit 10'000 Fr - um auf seiner neu geschaffenen Plattform nachbern.ch aus dem Bundeshaus berichten zu können. Doch schon einem Tag Bundesbern fliegt er aus dem Bundeshaus. Was nun?

Aktuell auf Blick.ch

Politik

Immer informiert - Abonnieren Sie den Blick-Newsletter!
Bitte geben Sie eine gültige E-Mail-Adresse ein.
Schön, dass wir Ihnen unsere BLICK News des Tages senden dürfen. Möchten Sie zusätzlich den BLICK Sport Newsletter erhalten?
teilen
teilen
17 shares
4 Kommentare
Fehler
Melden

Dieser Schuss ging nach hinten los: Der freie Journalist Ronnie Grob fliegt nach dem ersten Tag der Herbstsession aus dem Bundeshaus. Der Grund: Grob hat Nationalrätin Chantal Galladé fotografiert, während er auf der Pressetribüne sass. Das Foto veröffentlichte er in einem Artikel, in dem es um den hohen Lärmpegel im Parlament ging. Und um Politiker, die alles taten, ausser der Debatte zu folgen. Fotografieren ist den Bundeshausjournalisten nur mit ausdrücklicher Erlaubnis der Parlamentsdienste gestattet. Grob hatte diese Erlaubnis nicht.

Das Problem: Ronnie Grob finanziert sich über Spenden. Der Schweizer, der eigentlich in Berlin lebt, sammelte über die Crowdfunding-Plattform Wemakeit Geld. Damit will er vor den Wahlen sechs Wochen über die Schweizer Politik zu berichten. Etwas über 10 000 Franken kamen so zusammen. Gibt er das Geld jetzt zurück? «Das Projekt Nachbern.ch geht auch ohne Akkreditierung im Bundeshaus wie geplant weiter», sagt Grob zu Blick.ch.

Allerdings hat er ein ungutes Gefühl gegenüber seinen Spendern. Er könne jetzt nicht das liefern, was er versprochen hatte. «Der Besuch der Asyldebatte war fest eingeplant», sagt Grob. Auch weitere Pläne liessen sich nicht wie geplant realisieren.

Wie lange Grob jetzt aus dem Bundeshaus ausgesperrt ist, weiss er nicht. Zwar sieht er ein, dass er gegen eine Regel verstossen hat. Trotzdem sagt er: «Ich halte den Entscheid für eine Überreaktion. Eine Verwarnung hätte genügt.» (kaz)

Publiziert am 10.09.2015 | Aktualisiert am 10.09.2015
teilen
teilen
17 shares
4 Kommentare
Fehler
Melden

4 Kommentare
  • Angeld  Schaubank 11.09.2015
    Die wollen doch einen unabhängigen Journalisten nicht dort haben. Super Idee von dem Herren. Ich hoffe er kann viel erreichen!
  • Daniel  Leuenberger aus Chisinau
    10.09.2015
    Wie bei Phoenix TV : Bundeshaus live streamen. Dann sieht und hoert man selbst was dort abgeht. Das Verhalten einiger Politiker könnte sich auch ändern.
    • Tobias  Grütter 10.09.2015
      Wenigstens kann man unter parlament dot ch alle Abstimmungsresultate bis ins kleinste Detail nachlesen. Es gibt das Ganze grafisch und als Tabellen. Wer also wissen will, welchem Politiker er im Herbst seine Stimmt gibt, sollte dort mal nachsehen wer tatsächlich Wort hält. Da kommen erstaunliche Dinge raus, wer sich z.B. ständig der Stimme enthält, wer regelmässig gegen die eigene Partei stimmt, wer gar nicht erst anwesend ist etc.
  • Peter  Weber aus Zürich
    10.09.2015
    Bitte macht Fernsehübertragungen zum Standard, ich will meine Vertreter bei der Arbeit sehen.