Kampf um Bundesrat Ein guter Tag für Widmer-Schlumpf

  • Publiziert: 24.10.2011, Aktualisiert: 20.01.2012
  • Von Henry Habegger

Die Chancen, dass die beliebte Finanzministerin Eveline Widmer-Schlumpf im Bundesrat bleibt, sind gestern gestiegen.

Es war ein guter Tag für BDP-Finanzministerin Eveline Widmer-Schlumpf. Ihre Chancen, im Dezember als Bundesrätin wiedergewählt zu werden, sind intakt. Die BDP legte bei den Nationalratswahlen massiv zu. «Jeder Sitz stärkt Widmer-Schlumpf», pflegt BDP-Chef Hans Grunder zu sagen.

Handkehrum: Die Parteien, die auf die rechnerische Konkordanz schwören und die beliebte Bundesrätin abwählen wollen, haben verloren. SVP und FDP büssten im Vergleich zu den Wahlen 2007 insgesamt fast ein Dutzend Sitze im Nationalrat ein. Klar ist schon vor der definitiven Besetzung des Ständerats: SVP und FDP sind im Wahlgremium Bundesversammlung schwächer als bisher.

Levrat und Darbellay stärken Widmer-Schlumpf

Was ebenfalls für Widmer-Schlumpf spricht: Gewonnen hat trotz Verlusten der CVP insgesamt auch das Lager der Atom-Aussteiger. Schwer vorstellbar also, dass das Parlament einen Bundesrat wählen wird, der mehrheitlich aus Atom-Freunden besteht. Würde Widmer-Schlumpf durch einen SVP-Vertreter ersetzt, wäre das so.

Prompt stellten sich gestern SP-Präsident Christian Levrat und CVP-Chef Christophe Darbellay hinter Widmer-Schlumpf. «Sie macht einen guten Job», sagte Levrat. FDP-Chef Fulvio Pelli dagegen blieb beim Motto Taschenrechner: «Die FDP anerkennt den Anspruch der SVP auf zwei Bundesratssitze.»

BDP-Chef Hans Grunder will Gespräche der Mitteparteien inklusive FDP, um den Sitz von Widmer-Schlumpf zu sichern. Was heissen würde: Die SVP muss warten, bis ihre ehemalige Parteigängerin Widmer-Schlumpf abtritt. Macht die FDP mit, wonach es derzeit nicht aussieht, könnte die neue Formel im Dezember die alte sein: Widmer-Schlumpf wird wiedergewählt, die FDP-Bundesräte Didier Burkhalter und Johann Schneider-Ammann auch. Und die SP kann den Sitz von Aussenministerin Micheline Calmy-Rey verteidigen.

Bundesratssitz für Grüne kein Thema mehr

Pocht die FDP aber auf den Anspruch der SVP, riskiert sie ihren zweiten Sitz.

Eine wichtige Rolle bei den Bundesratswahlen dürften jetzt die Grünliberalen spielen. Präsident Martin Bäumle liebäugelte bisher damit, der SVP auf Kosten der FDP einen zweiten Bundesratssitz zuzuhalten.

Erledigt hat sich eine andere Frage: Die Grünen büssten Wähleranteile ein und können ihre Ambitionen auf einen Bundesratssitz bis auf weiteres vergessen.

Alle Kommentare (16)

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    Ich denke nicht, dass es schlau ist wenn sich einige (alle) verbünden gegen die SVP und diese somit ihre Ansprüche nicht geltend machen kann. Wir machen uns damit allen einen gefallen, klar fänden es einige schön die SVP auszuschliessen, nur das geht leider nicht bei einem Wahlanteil von 25%. Einen Handlungsfähigen BR sollte man wählen, und es sind genau jene welche sich dann über den Oppositionkurs der SVP beschweren, welche sie systematisch versuchen auszuschliessen...
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    Ich verstehe nicht warum die EWS vom Volk so hochgejubelt wird? Sie soll einen guten Job machen,ich frage mich wo?
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      Im Bundesrat, Herr Leimgruber. Denken sie, dass Herr Maurer mit der besten Armee der Welt einen besseren Leistungsausweis hat? Die SVP hat unbestritten Anspruch auf zwei Sitze, aber bitte mit fähigen Kandidaten - die man nicht aus der Partei ausschliesst. Und wenn sie sich fragen, weshalb EWS beliebt ist beim Volk: Nicht alle Schweizer wählen SVP, seit gestern sogar nocht weniger als zuvor.
      • 25.10.2011
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    Die SVP braucht keinen Bundesrat. Die lösungsorientierte Mitte wird es richten, haben Bäumle und Grunder breitspurig versichert. Lassen wir uns von der neuen Sachpolitik überzeugen. BR Widmer-Schlumpf hat ja bereits bewiesen, dass sie nie aus Machtgier, Egoismus oder Eigennutz entscheiden würde. Die besten Voraussetzungen für ein gutes Gelingen. Und ein erster Schritt gegen die Überfremdung ist bereits getan: Die reichen Ausländer sind wegbesteuert und wandern aus.
    • 24.10.2011
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    Aufruf an alle Schreiber, ob positiv oder negativ betr. Frau BR Schlumpf:
    Abwarten, Tee Trinken oder sonst etwas,
    das bekannte Päckli (Erinnerung Frau BR Metzler und Herr BR Blocher)
    wird es schon richten. Leider darf die Schweizer-Bevölkerung hier nicht mitbestimmen, eigentlich schade bei einer so mündigen Wählerschaft.
    • 24.10.2011
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    Keiner Partei stehen arithmetisch zwei Bundesratssitze zu. Die SVP kommt dem noch am nächsten. Ich sehe es auch so, dass sowohl SVP als auch SP zwei Sitze haben sollten. Die FDP hat shclichtweg kein Anrecht mehr auf zwei Sitze. Folglich ist die Rechnung einfach: 2 SVP, 2 SP, 1 FDP und zwei Sitze an den Mitteblock. Einer sollte dabei an die CVP gehen und der andere an EWS und somit an die BDP. Ich sehe nicht ein, warum man sie jetzt abwählen sollte.
    • 24.10.2011
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