«Schwarze Schafe ausschaffen»

  • Publiziert: 30.06.2007, Aktualisiert: 02.01.2012

LIESTAL – Die SVP nimmt kriminelle Ausländer ins Visier: An der Delegiertenversammlung in Liestal stellte die Partei ihre neue Ausschaffungsinitiative vor.

«Die Schweiz soll nicht zum Eldorado für kriminelle Ausländer werden», machte der Baselbieter Nationalrat und Fraktionschef Caspar Baader vor den Delegierten deutlich. Wer sich nicht an die Regeln und Gesetze halte und straffällig werde, müsse das Land verlassen. Es sei traurig, dass eine Minderheit unintegrierter, straffälliger und gewalttätiger Ausländer die gesamte ausländische Wohnbevölkerung in Verruf bringe. Darum sei es besonders wichtig, diese «schwarzen Schafe» auszuweisen.

Die Volksinitiative «für die Ausschaffung krimineller Ausländer» soll deshalb genau definieren, bei welchen Tatbeständen das Aufenthaltsrecht entfällt. Dabei geht es um Delikte wie vorsätzliche Tötung, Vergewaltigung, Raub, Menschen- oder Drogenhandel. Aber auch wer missbräuchlich Leistungen der Sozialversicherungen oder der Sozialhilfe bezieht, hat das Land zu verlassen.

Die St. Galler Nationalrätin Jasmin Hutter forderte über die Initiative hinaus weitere Massnahmen in der Ausländerpolitik. «Als Frau fühle ich mich in unserem Land nicht mehr sicher», sagte Hutter. Es brauche klarere und restriktivere Bedingungen, wann ein Ausländer aus der Schweiz aus- beziehungsweise weggewiesen werden könne. Daneben verlangte Hutter, Einbürgerungen rückgängig machen zu können und stellte die Überlegung in den Raum, Sozialhilfe vorwiegend in Naturalleistungen zu erbringen.

Zuvor hatte Parteipräsident Ueli Maurer den «leeren Fassaden-Patriotismus der Linken» kritisiert. Wirklicher und wahrer Patriotismus heisse Aufstehen und Einstehen für die Schweiz – jederzeit. «Die Schweiz ist ohne Schweizer Werte und Tugenden undenkbar. Darum braucht die Schweiz die SVP.»

Justizminister Christoph Blocher wies auf die Notwendigkeit einer besseren Integration hin, wobei seiner Meinung nach vor allem gefordert werden müsse. Wenn sich jemand nicht integrieren lassen wolle, müsse dies auch beim Entscheid für die Erteilung einer Aufenthalts- oder Niederlassungsbewilligung oder einer Einbürgerung berücksichtigt werden. (AP)

Störaktion gegen Blocher

LIESTAL – Vor der SVP-Delegiertenversammlung ist es zu einer Störaktion gegen Bundesrat Christoph Blocher gekommen. Nach Angaben der Kantonspolizei Basel-Landschaft gab es aber keinen Anlass zum Eingreifen. Eine Gruppe von rund 30 Personen habe sich beim Eintreffen Blochers vor dem Versammlungsort lautstark bemerkbar gemacht, gegrölt und gepfiffen. Die Aktion sei aber absolut friedlich verlaufen. Es seien keine strafbaren Handlungen begangen worden. Die Polizei sei mit zehn Personen präsent gewesen, habe aber keinen Anlass zum Eingreifen gehabt und auch niemanden kontrolliert. (AP)

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