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Christoph Blocher heute Morgen in der Bundesversammlung. Seine Zeit als Bundesrat liegt bald hinter ihm, wird er nachher Partei-Präsident?
Am Boden zerstört präsentierte sich das SVP-Schwergewicht Blocher heute Nachmittag an seiner Pressekonferenz keineswegs. Der abgewählte Bundesrat betonte, er scheide aus der Regierung, aber nicht aus der Politik. «Meine Inhalte werden sich nicht ändern, nur die Rolle», so Blocher.
Ob diese Rolle das Parteipräsidium sein wird, wollte Blocher nicht sagen. «Ich weiss noch nicht, ob das die richtige Konstellation wäre». Auf jeden Fall werde er aber seine volle Schaffenskraft in die Opposition verwenden.
Doch wie wird diese Opposition aussehen? «Sie haben die Aufgabe, die Regierung zu überwachen und sind nicht verpflichtet, einen Kompromiss mitzutragen, weil Sie ja zumeist nicht daran beteiligt sind», antwortete der Milliardär. Das heisse nun aber nicht, dass die SVP künftig zu allem Nein sage.
«Unsere Opposition wird dann zum Tragen kommen, wenn es einen Interessenkonflikt zwischen den Bürgern und der Classe politique gibt. Das heisst, wir werden uns auf die Seite des Volkes schlagen und nicht auf die der Regierenden», präzisierte Blocher. Das passende Mittel dafür kennt Blocher schon: «Referenden sind ein schönes Instrument.»
Was seine Gefühlslage anbelangt, schwanke er zwischen Erleichterung und Empörung, sagte Blocher heute: «Empörung weniger, weil Sie einen anderen Bundesrat gewählt haben, sondern wie Sie es getan haben, Erleichterung, weil ich nun wieder sagen kann, was ich denke.» Das habe er in den letzten vier Jahren fast verlernt.
Er sei betroffen gewesen von der Abwahl: «Natürlich war das eine Niederlage für mich. Ich musste aus dem Bundesrat raus, weil die anderen Parteien der so erfolgreichen SVP eins auswischen wollten». Im Gespräch mit Parlamentariern anderer Parteien seien heute dennoch nur schöne Worte gefallen. «Wenn Sie mal tot sind, kriegen Sie in den Nekrologen natürlich nur noch Lob», meinte er ironisch. (hhs)
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Auch für sie ein schwerer Tag: Blochers Gattin Siliva applaudiert nach seiner heutigen Rede im Parlament. (Keystone)