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Am Morgen danach hat sie 75 SMS auf dem Handy. Und der Akku liegt ihr ab. Und die Mailbox ist voll. Dann die ständigen Interviews. «Den Rummel heute habe ich wohl ziemlich unterschätzt», sagt Natalie Rickli, frisch gewählte SVP-Nationalrätin aus Winterthur.
Tatsächlich? Kaum vorstellbar, dass der Jungstar aus Christoph Blochers Kanton etwas falsch einschätzt.
Jedenfalls kaum die eigene Karriere. BLICK porträtierte sie schon 1999. Als eine von 100 Jungen, die im neuen Jahrtausend Schlagzeilen machen. Damals sagte sie voraus, sie werde es «beim übernächsten Mal» nach Bern schaffen.
Also 2007. Und wie sie’s am Sonntag geschafft hat: Sechstbeste der Liste.
Gestandene Volkspartei-Grössen liess sie hinter sich: Bruno Zuppiger (55), Hans Kaufmann (59) und sogar «Schweizerzeit»-Chef Ulrich Schlüer (63) – der trotz SVP-Sieg abgewählt wurde. «So habe ich das nicht erwartet», sagt sie müde, aber zufrieden.
Sie startete vom Listenplatz zwei – keine Erfolgsgarantie: Vorgängerin Rachel Grütter (36) wurde 2003 vom siebten Platz gnadenlos nach hinten gestrichen. Und schied überzählig aus.
Ex-Gemeinderätin und Noch-Kantonsrätin Natalie Rickli nahm die Hürde. Sie vermutet: «Ich bekam wohl viele Stimmen von jungen Wählern.» Jungpolitikerinnen im Rat sind bisher eher links und in der Mitte anzutreffen. Sucht sie jetzt jungpolitisch dort Anschluss?
Da ist sie schon ganz Profi: «Das wird man punktuell entscheiden.» Sie lasse sich jedenfalls nicht gegen ihre Partei positionieren, nur weil sie jünger sei.
Programmatisch ist sie ganz auf Linie: «Für eine selbstbewusste Schweiz, gegen kriminelle Ausländer» – überzeugt vom Milizsystem ist die Product-Managerin einer Internet-Agentur ohnehin. «Den Job behalt ich.»
Einst nannte BLICK Natalie Rickli «Partei-Soldatin» – was ihr missfiel: «Soldaten befolgen Befehle.» Sie aber habe ihre eigene Meinung. «Meine Meinung und die Werte der SVP decken sich eben.» Das trifft sich gut.
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«Ich bekam wohl viele Stimmen von jungen Wählern», Natalie Rickli, neu gewählte Zürcher SVP-Nationalrärtin. (Reuters)