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Überraschung im Zürcher Ständeratswahlkampf: Die Gespräche zwischen SP und Grünliberalen sind definitiv gescheitert. Die Sozialdemokraten beharren auf ihrer Kandidatin Chantal Galladé, die im ersten Wahlgang mit 110764 Stimmen auf dem dritten Platz hinter dem bereits gewählten Felix Gutzwiller (FDP) und SVP-Boss Ueli Maurer gelandet war.
Die Grünliberalen sind eingeschnappt: Die Partei sei enttäuscht, dass die Gespräche nicht zu einer gemeinsamen Mitte-Links-Kandidatur geführt hätten und die SP ohne Unterstützung und gegen den Willen der Mitteparteien im Alleingang vorpresche, meldet die aufstrebende Jungpartei.
Die SP-Parteistrategen begründeten die Kandidatur von Galladé mit dem guten Abschneiden im ersten Wahlgang. Galladé selbst pochte auf den Wählerwillen: All ihre Wählerinnen und Wähler erwarteten von ihr, dass sie nochmals einen Anlauf nehme. Diese dürfe sie nicht enttäuschen.
Ob sie nun Verena Diener nochmals ins Rennen gegen Ueli Maurer schicken, wollen die Grünliberalen bis Ende Woche entscheiden. Die Partei prüft nun eine Mittekandidatur als Alternative zur «klimafeindlichen» SVP-Kandidatur und zur Linkskandidatur der SP.
Die Grünliberalen appellierten an die Sozialdemokraten, Galladés Kandidatur nochmals zu überprüfen. Die SP müsse überlegen was Vorrang hat: Das Verhindern eines rechtskonservativen und antiökologischen Ständerats in einer breiten Koalition oder mit ihrer sturen Eigenprofilierung den SVP-Durchmarsch in Kauf zu nehmen. Das würde die SP jeglicher politischer Glaubwürdigkeit berauben, schreibt die Partei von Verena Diener.
Denn eins ist klar: Falls beide Politladys antreten, steht mit Ueli Maurer der Sieger schon jetzt so gut wie fest. Gegen den ausgebufften SVP-Wahlkämpfer hätte nur eine gemeinsame Kandidatin eine Chance, die das ganze politische Spektrum von der Mitte bis Linksaussen hinter sich zu vereinigen mag.
So sieht das auch der Zürcher SVP-Parteipräsident Hansjörg Frei, der sich ins Fäustchen lacht. Die mögliche Doppelkandidatur von Mitte-Links sei «ein klägliches Ergebnis», übt sich Frei in Schadenfreude. Es gehe wohl weniger um Politik als um Persönliches.
Die EVP würde Diener bei einer doppelten Mitte-Links-Kandidatur unterstützen. Die Grünen hingegen stellten sich weder hinter Diener noch Galladé, wenn beide antreten würden. (AP/SDA/hhs)