Ein Wahlexperte als «Wahlhelfer»?

  • Publiziert: 23.10.2007, Aktualisiert: 03.01.2012

ZÜRICH – In der Frage, ob Chantal Galladé oder Verena Diener in der Stöckli-Wahl gegen Ueli Maurer antritt, wollen ihre Parteien offenbar einen externen Berater beiziehen.

Die Vorstellung, dass SVP-Boss und Hardliner Ueli Maurer den Kanton Zürich zusammen mit dem bereits gewählten Felix Gutzwiller in der kleinen Kammer vertreten könnte, jagt den meisten Politikern links der Mitte einen kalten Schauer den Rücken hinab.

Eins ist sicher: Maurer wirds mit einer Frau zu tun kriegen. Doch noch ist unklar, ob es die Nummer 3 des ersten Wahlgangs, die Sozialdemokratin Chantal Galladé sein wird. Oder doch die Nummer 4, Verena Diener von den aufstrebenden Grünliberalen?

Ihre beiden Parteien schmieden derzeit eifrig an einer Anti-Maurer-Kandidatur, die auch die Unterstützung der Grünen, der CVP und der EVP erhalten soll. Um auszuloten, welche Politlady die besseren Aussichten auf den Sitz hat, sollte gemäss einer Mitteilung von Radio DRS von heute Nachmittag der Politologe Claude Longchamp ran. Der Experte mit der Fliege sollte als externer Berater ein Gutachten anfertigen – doch er hat seine Mitarbeit mittlerweile gegenüber Blick.ch dementiert.

Kandidatin Diener hätte gerne einen solchen Gutachter, denn sie vermutet, dass beide Parteien zu befangen sein könnten. Sie hoffe, dass eine Aussenstimme aufzeigen könne, was sie und was Galladé in einem zweiten Wahlgang noch zusätzlich an Stimmen mobilisieren könnten, sagte die frühere Zürcher Regierungsrätin im Regionaljournal.

Diener machte auch gleich klar, unter welchen Vorzeichen sie verzichten würde: Die 58-Jährige will sich aus dem Wahlkampf zurückziehen, falls ein Politologe – wer auch immer es nun sein wird – beiden Politikerinnen die gleichen Mobilisierungschancen voraussagen sollte.

Es gelte dann zu berücksichtigen, dass die SP die grössere Partei mit längerer Tradition sei. Ausserdem habe Gallade im ersten Wahlgang 10000 Stimmen mehr mobilisieren können. «Das wäre für mich eine gute Basis zum sagen, ich ziehe meine Kandidatur zurück», erklärte Diener. (AP/hhs)

Alles klar im Wallis und in Freiburg

Freiburg hat sein Ständeratsduo komplett: Alain Berset (SP) ist in stiller Wahl bestätigt worden. Möglich wurde dies, weil der FDP-Kandidat Jean-Claude Cornu auf den zweiten Wahlgang verzichtete. Zuvor hatte CVP- Fraktionschef Urs Schwaller im ersten Wahlgang das absolute Mehr erreicht. Auch im Wallis kommt es nicht zu einem zweiten Wahlgang. SVP, SP und FDP gaben ihren Verzicht bekannt. Damit ist nach Jean-René Fournier (CVP) wohl auch René Imoberdorf von der Oberwalliser CSP gewählt. Die Neuenburger SP beschloss, nicht freiwillig auf einen ihrer beiden Sitze zu verzichten und sowohl Gisèle Ory als auch Pierre Bonhôte in den zweiten Durchgang zu schicken. FDP-Kandidat Didier Burkhalter tritt ebenfalls wieder an. Waadtland: Für die SP und die Grünen steigen nochmals Géraldine Savary und Luc Recordon ins Rennen; für die FDP und die SVP Charles Favre und Guy Parmelin. Im Kanton St. Gallen tritt die Bisherige Erika Forster (FDP) auch im zweiten Wahlgang der Ständeratswahlen an. Forster holte im ersten Wahlgang hinter Toni Brunner (SVP) und Eugen David (CVP) am drittmeisten Stimmen. (SDA)

Sogar FDP-Politiker fordern Couchepin-Abwahl

Nach dem Wahldebakel vom Sonntag haben in der FDP die Schuldzuweisungen begonnen. Nationalrat Otto Ineichen ortete den Grund für die Misere in SVP-kritischen Äusserungen Couchepins. Der Magistrat habe der FDP «einen enormen Imageschaden zugefügt», mäkelte der Luzerner. Ineichen belegte seine Äusserung gegenüber Radio DRS: Er habe im Kanton Luzern mit «über zehn Gemeinde-Parteipräsidenten» gesprochen. Diese hätten festgestellt, dass viele ihrer Wähler zur SVP übergelaufen seien. Diese Wähler verstünden nicht, wie sich Couchepin über die SVP «und besonders Herr Blocher» geäussert habe. Ineichen will darum bei der Bundesratswahl vom 12. Dezember zusammen mit Moritz Leuenberger (SP) und Samuel Schmid (SVP) auch seinen Parteikollegen Couchepin ersetzt sehen. Unterstützung erhielt er von Filippo Leutenegger. Entweder verzichte Couchepin auf provokative Äusserungen oder er müsse abgelöst werden, befand der Rechtsaussen-FDPler. (SDA)
play Als externer Experte darf nun Claude Longchamp die Entscheidungsgrundlage liefern. (gfs)

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Politik

Wem trauen Sie im Kampf um den zweiten Zürcher Ständeratssitz gegen SVP-Chef Ueli Maurer die besseren Chancen zu?»

  • 29,8% Verena Diener
  • 23,7% Chantal Galladé
  • 46,5% Keine der beiden hat gegen Maurer eine Chance.