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Die Wahlen am 21. Oktober werden immer mehr zur Schicksalswahl der Schweiz. Bricht das politische System in zwei Pole auseinander, oder kann sich die altbewährte Konkordanz-Demokratie halten? Sicher ist jedenfalls: Nur selten war eine Wahl so folgenreich, wie es die in 10 Tagen werden könnte!
Vor allem betrifft das die Parteien der Mitte, also FDP und CVP. Kein Wunder, laufen im Hintergrund schon hitzige Diskussionen, was nach dem 21. Oktober werden soll.
Am deutlichsten äussert sich heute FDP-Bundesrat Pascal Couchepin (65) in einem Interview des Westschweizer Polit-Magazins «L’Hebdo»: «Ich bin ein Anhänger eines starken und vereinigten Zentrums.» Gleich nach den Wahlen sollten FDP und CVP sich an einen Tisch setzen und über eine gemeinsame Zukunft nachdenken, fordert Couchepin. «Ich habe den Eindruck, dass auch bei der CVP die Zeit dafür reif ist», meint der FDP-Vordenker. «Nur eine öffentliche Übernahme der FDP durch die CVP ist nicht möglich», schränkt er ein.
Dass die Zeit wirklich reif sein könnte, darauf deuten auch Äusserungen von CVP-Chef Christophe Darbellay (36) im «Sonntag» vom letzten Wochenende hin: «Am 21. Oktober braucht es kühle Köpfe, die sich einer liberal-sozialen Mitte verpflichtet fühlen.» Dazu zählt Darbellay «viele Freisinnige, den Restbestand einer liberalen SVP hinter Bundesrat Samuel Schmid, neue Kleinparteien der Mitte und unsere Fraktion.» Darbellay hat auch schon einen Namen für das neue Gebilde: «Liberal-soziale Union». Ein völliges Verschmelzen der Mitte-Parteien will die CVP aber nicht: «Fusion ist keine Vision», sagt Darbellay, «wir brauchen Kooperation.»
Grundsätzliche Zweifel hat FDP-Chef Fulvio Pelli (56), aber auch für ihn hängt alles vom Wahlausgang ab: «Jetzt kämpfen wir erst mal für ein gutes Ergebnis. Wenn FDP und CVP zulegen, besteht keine Notwendigkeit für eine Fusion in der Mitte. Sollten die Pole weiter zulegen, müssen wir entscheiden, auf welche Seite wir uns schlagen.» Pellis Fazit: «Für einen dritten Pol gibts dann keinen Platz.»
Das wäre, konsequent zu Ende gedacht, das Ende der FDP. Sie würde vom SVP-dominierten Rechtsblock aufgesogen. Genau das will Couchepin verhindern. Mit der neuen Zentrums-Partei. Der Ausgang ist offen. Klar ist, dass der Kampf um die Zukunft der politischen Schweiz am 21. Oktober erst richtig beginnt.