Versagt Zürcher Polizei bei Sex-Opfern? Blochers Frontalangriff basiert auf Hörensagen

Der SVP-Tribun wirft der Polizei systematisches Versagen bei Sex-Opfern vor. Beweise blieb er bisher schuldig. Jetzt schildert Blocher einen Fall, den ihm ein Vater erzählt haben soll.

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Werden weibliche Sex-Opfer bei der Zürcher Polizei systematisch abgewimmelt? Diesen Vorwurf erhob SVP-Übervater Christoph Blocher (75) letzten Freitag in seiner Albisgüetli-Rede. Beweise blieb er schuldig, für Blick.ch war er die ganze Woche nicht erreichbar. 

Jetzt aber lichtet sich der Nebel. In der neusten Ausgabe von «Teleblocher» äussert sich der ehemalige Justizminister zur Stadtpolizei Zürich. Die Vorwürfe seien fundiert, sagt Blocher. «Ich mache nicht solche Anwürfe, wenn ich nicht ganz klare Hinweise habe.» 

Die Hinweise stammten von Vätern von jungen Frauen und beträfen die Ereignisse in der Silvesternacht, so Blocher weiter. Von einem Vater habe er erfahren, dass dieser seine Töchter aufgefordert habe, Anzeige zu erstatten. Doch die Polizei habe den Töchtern gesagt, eine Anzeige habe keinen Sinn. 

«Viel Schreibarbeit»: Stapo-Sprecher Marco Cortesi. play
«Wir nehmen das ernst»: Polizeisprecher Marco Cortesi.

Polizeisprecher Marco Cortesi sagt: «Wenn die Schilderung von Herrn Blocher stimmt, dann tönt das nicht gut. Wir nehmen das ernst. Und wir würden dieser Sache gerne auf den Grund gehen.» Aber so allgemein wie diese Darstellung daherkomme, könne die Stadtpolizei leider wenig unternehmen. «Wir bräuchten schon konkretere Anhaltspunkte, etwa einen Namen oder eine Uhrzeit, um diese Sache wirklich aufzuklären.»

Indirekt bestätigt nun also auch Blocher, dass es sich, wenn überhaupt, höchstens um Einzelfälle handelt. Im Albisgüetli hatte das noch ganz anders getönt: Bei sexuellen Übergriffen würden weibliche Opfer von der Stadtpolizei systematisch abgewimmelt. «Bei diesen Sexualdelikten nimmt man Anzeigen in der Stadt Zürich gar nicht mehr entgegen», so Blocher. Jede Familie mit Töchtern im Alter zwischen 20 und 30 Jahren könne das bestätigen. 

Weder bei der Frauenberatung Sexuelle Gewalt Zürich noch bei der Ombudsstelle der Stadtpolizei sind Missstände, wie sie von Blocher angeprangert wurden, bekannt. 

Publiziert am 22.01.2016 | Aktualisiert am 22.01.2016
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BlocherTV vom 22. Januar 2016

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16 Kommentare
  • Manfred  Schnyder aus Wanzwil
    23.01.2016
    Es muss ein Neues -System für Anzeigen her, denn primär soll die Polizei Sicherheit und Ruhe und Kontrollen durchführen. Die Anzeige heute noch auf jedem Posten aufzugeben ist veraltet. Eine Zentralisierung der ganzen Schweiz für Strafanzeigen die von Sekretärinnen aufgenommen wird und juristisch kontrolliert.Das bringt eine Menge Freiraum für die Polizeikräfte und eine Entlassung. Gleichzeitig wird auch die Staatsanwaltschaft zeitlich entlastet.Das macht Sinn.Eine Gesetz Änderung wäre hilfreich
  • Andy  Honegger 22.01.2016
    Hauptsache, man hat wieder mal eine "Schlagzeile" und kann über andere wettern. Wahrheiten sind für Blocher doch nur eine lästige Nebensache. Time to say goodby, Herr Blocher - und bitte bevor sie völlig senil sind.
  • Melanie  Schwab aus Bülach
    22.01.2016
    Wenn es diese Betroffenen wirklich gibt : Geht zur Polizei.Schildert da das Geschehene. Die Polizei wird zuhören, und nicht ablehnen. Das darf sie nicht. Denn sie muss jedem zuhören, und sie muss sich darum kümmern.
  • Daniel  Schlatter , via Facebook 22.01.2016
    Manche werden im Alter weiser, ander nicht, und wieder andere.......siehe Blocher!
  • Silvio  Valentino aus Winterthur
    22.01.2016
    Tja, unser milliardenschwerer Volchstribun, wie er leibt und lebt. Grosser Auftritt, grosse Klappe, einstudierte Gestik - nichts dahinter. Was zu beweisen war. Wird seine Jünger aber nicht stören. Weiter so, SVP, macht alles kaputt. Macht aus dem Staat Gurkensalat!