Marode Truppe «Verkleinerung der Armee gefährdet Milizprinzip»

BERN – VBS-Boss Ueli Maurer jammert: Der Armee fehle pro Jahr eine halbe Milliarde Franken. Noch mehr Kohle fordert nun Armeechef Blattmann.

  • Aktualisiert am 13.01.2012
Ueli Maurer und sein Armeechef André Blattmann haben derzeit wenig Grund zur Freude: Der maroden Truppe fehlen hunderte Millionen Franken.- Keystone

Verteidigungsminister Ueli Mauerer verlangt eine halbe Milliarde Franken mehr pro Jahr für die Armee. Laut seinem Armeechef fehlen jährlich sogar 725 Millionen Franken, damit die Armee ihren Auftrag erfüllen kann.

Er akzeptiere zwar, wenn die Politik weiter sparen wolle, sagte André Blattmann in einem Interview mit der Zeitung «Sonntag». «Das bedeutet aber, dass nur zwei von neun Brigaden mit genügend Material ausgerüstet sind.» Das bedeute auch, dass Soldaten nicht genügend Fahrzeuge zur Verfügung hätten, um ihren Auftrag zu erfüllen.

Dieser Auftrag liegt für Blattmann vor allem bei der inneren Sicherheit: «Wer im Tessin einen Laden aufmacht, muss kein Schutzgeld an Erpresser zahlen». Das sei in umliegenden Ländern anders. Die Schweiz sei in Sachen Sicherheit ein Schlaraffenland. Weiter nennt der Armeechef die Bewachung der Verkehrsachse von Basel nach Chiasso und der Kraftwerke.

Er akzeptiere auch eine weitere Verkleinerung der Armee, sagte Blattmann. Allerdings würde damit das Milizsystem in Frage gestellt. Der Armeechef ist aber zuversichtlich, dass er ab 2011 mehr Geld erhält – trotz Sparprogramm des Bundes: Denn bei der Armee sei im Unterschied zu anderen Bereichen in dem in den letzten Jahren gespart worden. (SDA/hhs)

FDP-Chef Pelli greift Maurer an

FDP-Präsident Fulvio Pelli wirft Verteidigungsminister Ueli Maurer vor, in der Kampfjetfrage nicht mit offenen Karten zu spielen. Maurer hätte genug Geld für die Jets, wenn er sie wirklich kaufen wollte, glaubt Pelli. In einem Interview mit der «Zentralschweiz am Sonntag» sagte Pelli, hinter der momentanen Diskussion stehe vielmehr «der Wille von Bundesrat Maurer, der andere Prioritäten setzen und das Geld in der Armee anders verteilen will». Der Tessiner Nationalrat bezweifelt, dass es sich die Schweiz leisten kann, am Boden zwar Truppen, aber keinen Schutz aus der Luft zu haben. «Die Schweiz kann es sich nicht leisten, von anderen geschützt zu werden», sagte er. (SDA)

Top 3

1 Angst vor Internet-Zensur «Hinter ACTA steht eine böse Philosophie»bullet
2 Bund stellt sich dumm Vetterliwirtschaft im Asylwesen?bullet
3 Muslim-Diskriminierung in der Schweiz? Die SVP kritisiert den...bullet

Politik