Verkehrte Welt Winterthur stellt Leute ein - um zu sparen

Probleme fordern manchmal kreative Lösungen. So will die Stadt Winterthur die hohen Sozialausgaben senken, in dem sie zusätzliche Mitarbeiter einstellt. Eine Studie belegt die Wirksamkeit.

Winterthur will Sozialausgaben senken und stellt mehr Leute ein play
In Winterthur sollen die Sozialausgaben gesenkt werden - mit neuen Mitarbeitern. Gaetan Bally

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Es ist nichts neues: Die Stadt Winterthur hat Geldprobleme. Aus dem Sozialdepartement unter der Leitung von Nicolas Galladé (SP) kommt nun eine ungewöhnliche Lösung: Mehr Leute einstellen, um die Ausgaben in den Griff zu bekommen.

Studie belegt Wirksamkeit

Was absurd klingt, ist durchaus überlegt, wie eine Studie der Zürcher Hochschule für Angewandte Wissenschaften herausgefunden hat. Sie verglich dazu verschiedene Städte und prüfte, wie sich die Kosten entwickeln, wenn ein Sozialarbeiter für 130 oder für 80 Fälle zuständig ist, wie der «Tagesanzeiger» schreibt. Das Ergebnis: Wenn sich der einzelne Mitarbeiter um weniger Fälle kümmern muss, kann er unrechtmässig ausbezahlte Sozialhilfeleistungen schneller erkennen und korrigieren.

Städte wie Uster, Bülach oder Kloten achten laut «Tagesanzeiger» schon länger darauf, dass ein Mitarbeiter nicht mehr als 80 Fälle betreut – in Winterthur sind es jedoch deren 140.

Hohe Mieten und Zusatzleistungen

Auf vier Bereiche, welche laut Sozialdepartement das Budget besonders belasten, sollen die neuen Mitarbeiter ein Augenmerkt werfen können.

Erstens hat in den letzten Jahren die Eulachstadt laufend mehr für Mieten ausgegeben. Die Mieten für Wohnungen sind teilst stark gestiegen, jedoch habe das Sozialdepartement auch wenig auf tiefere Mieten gedrängt, wie Dieter P. Wirth, Leiter der Sozialen Dienste Winterthur sagt.

Weiter machen Zusatzleistungen zur AHV/IV rund 50 Millionen Franken aus – fast die Hälfte der Sozialkosten. Mit mehr Mitarbeitern könne der genaue Anspruch geprüft werden, sagt Wirth. Es würde kontrolliert, ob jemand eine Rente aus dem Ausland zugute hat oder einen Hausbesitz verschweigt.

Als dritter Punkt will die Stadt ein Augenmerk auf die vielen Jugendlichen werfen, welche Sozialhilfe beziehen. Im Vergleich zu 14 Städten wie Zürich, Lausanne, Bern und Biel sind in keiner Stadt mehr Jugendliche von den Sozialleistungen abhängig als in Winterthur. Die zusätzlichen Mitarbeiter sollen die jungen Menschen begleiten mit dem Ziel, sie zu einer Lehre zu bringen.

Schliesslich können die zusätzlichen Kräfte auch die langjährigen Sozialhilfebezüger besser betreuen und kontrollieren, ob die Rente noch gerechtfertigt ist. (shu)

Publiziert am 16.09.2016 | Aktualisiert am 16.09.2016
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7 Kommentare
  • Albert  Knoll 17.09.2016
    Beamte wollen die Ideen der Marktwirtschaft, ohne zu wissen, worum es überhaupt geht, übernehmen. Bei Privatunternehmen werden Stellen geschaffen, damit das Unternehmen wächst, mehr Umsatz generiert und expandieren kann. In Wthur werden Stellen geschaffen, um mehr Kohle aus dem Fenster zu werfen. Genauso haben die Beamten auch die Idee des Outsourcing aufgefasst. Cool. Aufgaben auslagern, mehr Zeit zum rumhängen und der Steuerzahler bezahlt die Zeche für die unfähigen Consultants. Siehe VBS.
  • Eugen  Inauen 17.09.2016
    Die wichtigste Schlussfolgerung sollte sein, nichts akzeptieren
    alles Hinterfragen, so ist das ganze System aufgebaut in
    dem wir leben, die Wahrheit liegt immer ausgebreitet
    auf dem Tisch, doch wer schaut schon auf den
    Tisch? man schaut immer in die Augen des
    Taueschers. Es gilt diese Regeln strikt
    einzuhalten, dann kann man enorm
    viel sparen, das Sozialwesen
    in Winterthur wird laesst
    sich ausnehmen.

  • Daniel  Roth 16.09.2016
    Es könnte noch viel mehr Geld gespart werden, wenn Firmen mal Sozialhilfebezüger einstellen würden. Das wird aber kaum passieren, weil die lieber Ausländer reinholen mit den Hintergedanken, dass Sozialhilfebezüger sowieso nichts wert sind. So wird grosses Potenzial verschenkt.
  • Studer  Werner 16.09.2016
    Versuchen kann man alles, Hauptsache man muss es nicht selber berappen und woher nehmen, wenn nicht vorhanden? Eigentlich sollten diese Kriterien schon heute gelten, aber wer kann schon anderes erwarten, wenn die Gurte nicht gestrafft sind.
  • Michel  Müller aus Zurich
    16.09.2016
    Wurde aber auch Zeit, Jahrzente lang unser System pl¨ndern weil wir vom Guten ausgingen.