Vergeigte Chance Gilli floppt in der «Arena»

Beim Thema SRG hat das SRF weiterhin Mühe: Gilli floppt, de Weck frohlockt – und eine Journalistin aus der Romandie blamiert sich.

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SRG-Chef Roger de Weck

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So eine Gelegenheit: Da steht SRG-Generaldirektor Roger de Weck zuvorderst am Pult in der SRF-«Arena». Moderator Jonas Projer hält sich vornehm mit Fragen an seinen Chef zurück. Er hat dafür eigens eine Talk-Legende von der Konkurrenz eingeladen: Markus Gilli von Tele Züri.

Und dann vergeigt Gilli diese Chance. Und zwar königlich.

Blumig, aber wirkungslos: Privat-TV-Moderator Markus Gilli befragte SRG-Chef Roger de Weck. play

Blumig, aber wirkungslos: Privat-TV-Moderator Markus Gilli befragte SRG-Chef Roger de Weck.

Thema ist die SRG. Der inzwischen sattsam bekannte Streit um Mittel und Auftrag der Rundfunk-Gesellschaft. Anlass war die Forderung des Nationalrats nach einem neuen Service-public-Bericht. Zudem gibt es in Zeiten planloser SRG-Sparrunden Anlass genug, den Rundfunk-Boss in die Mangel zu nehmen.

Und Gilli bekommt als Experte von Projer viel Raum. Er darf de Weck auch sieben Minuten separat interviewen, im «Prüfstand». Der alte Hase von Tele Züri hätte aus einer langen Erfahrung im privaten Radio und Fernsehen schöpfen können. Er kennt die Entwicklungen im Markt wie kaum einer in dieser «Arena».

Doch was tut Gilli? Philosophiert minutenlang herum und quetscht Metaphern aus wie Zitronen. Eine Marotte, die er als Chef auf Tele Züri pflegen kann, solange er will, aber in der «Arena» verschwendet er damit nur kostbare Zeit.

«Ist das nicht wie ein Garten, den man pflegen muss, damit alles wieder blühen kann? Aber Sie nehmen allen die Baumschere weg, nehmen allen den Dünger weg.» Oder: «Es ist, als müssten wir Privaten den Weltrekord im Hochsprung brechen, aber mit einer Bleikugel an den Füssen.» Oder: «Roger de Weck, bist Du nicht ein Veganer, der sich mit Fleisch satt essen will?»

Da kann de Weck einfach ausweichen: «Äh, ich verstehe die Frage nicht», sagt er. Zweimal. Aber nicht er sieht dabei dumm aus.

Immerhin, die Tonlage ist von Beginn weg bissig, und das ist für die «Arena» nie schlecht. Aber SVP-Nationalrätin Natalie Rickli und CVP-Nationalrat Martin Candinas sind seit der RTVG-Abstimmung ineinander verbissen, und vieles wirkt darum altbekannt. «Aargauer Zeitung»-Verleger Peter Wanner hat es schwer, dieses eingespielte Sparring zu unterbrechen. Roger de Weck versucht es gar nicht erst.

Gleichzeitig blamierte sich Esther Mamarbachi von Radio Télévision Suisse (RTS), indem sie SRG-Kritikerin Rickli in Grund und Boden zu schimpfen versucht, statt sie zu interviewen. Das beste Argument der SRG ist Journalismus, aber das scheint die RTS-Frau vergessen zu haben.

Peinlich auch, dass Moderator Projer als Reaktion auf das verunglückte Rickli-Interview die Runde «spontan» zu fünf Minuten Französisch verdonnern will. Rickli reagiert eiskalt und richtig: «Ich rede Schwizerdütsch.»

Nur einer trat am Ende mit einem stillen Lächeln ab: Roger de Weck. An ihm gingen die harten Fragen vorbei.

Publiziert am 19.12.2015 | Aktualisiert am 19.12.2015
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Tele Zappin': Markus Gilli lacht sich schlapp!

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64 Kommentare
  • Melanie  Schwab aus Bülach
    19.12.2015
    Die Rickli hat sich in meinen Augen mehr als nur blamiert.. und sie hat deutlich gezeigt was sie ist. Weiss eigentlich einer, dass die aus eigenem Interesse daran werkelt, die arbeitet bei der Goldbach Group. Das ist eine Medienfirma, die privat ist.. daher auch ihr Interesse. Der Rickli ist nicht zu trauen. Die Privaten sollten erst Gelder aus Gebühren bekommen, wenn sie 100 Prozent untertiteln, was sie heute nicht machen.
  • Patrick  Gerber , via Facebook 19.12.2015
    Bin ich der Einzige, der beiden Seiten nicht so recht über den Weg traut? Ich bin davon überzeugt, dass man beim SRF durchaus etwas vernünftiger mit Geld umgehen könnte und Rickli fährt ihre Antikampagne wohl auch vor allem aus Eigeninteresse. Generell viel Leerlauf gestern, wirklich etwas Neues haben wir nicht erfahren. Ausser dass Projer früher gerne 24 geguckt hat.
  • Fridolin  Glarner-Walker aus Genf
    19.12.2015
    Als eher Linker bin ich kein besonderer Anhänger von Natalie Rickli, doch in dieser Runde war sie die Beste. Man liess sie kaum mal ausreden und trotzdem blieb sie immer höflich und anständig. Als dann alle französisch sprechen sollten, war eigentlich nur peinlich. Roger de Weck als Bilingue ist gar nicht darauf eingegangen.
  • Silvio  Mayer , via Facebook 19.12.2015
    Wie kam Herr Gilli eigentlich zu seinem TV Job? Moderieren und interviewen kann er meiner Meinung nach überhaupt nicht. Er hört sich vorallem gerne selber reden und hat gerne Recht. So jemand gehört nicht vor die Kamera. Es mag bei Tele Züri zwar einige Zuschauer geben, die Gilli mögen, aber ich kenne viele die wegen ihm abschalten. Vielleicht hat er ja andere Qualitäten hinter der Kamera und ist ein guter Journalist?
  • Olivier  Brueg , via Facebook 19.12.2015
    Ich habe mir diese Sendung angetan, und wie immer kam von der SRG viele unwarheiten ans Licht. 1. In der Romandie gibt es sehr wohl auch Sender, die Sport zeigen z.B LaTele. Ausserdem sind wir auch in der Romandie im Digitalen Zeitalter angekommen, wo man Sportveranstaltungen per Swisscom TV nutzen darf. Übrigens ist es einfach eine Lüge zu behaupten, dass die SRG ohne Gebühren nicht überlebensfähig ist.
    • Sarah  Krueger 20.12.2015
      @Brueg, "eine Lüge, dass die SRG ohne Gebühren nicht überlebensfähig ist"? Und wie genau soll sich die SRG finanzieren? Notabene gemäss Bundesverfassung informative Sendungen, Meinungsbildung, Unterhaltung und Berichterstattungen in vier Landessprachen gewährleisten? Mit Werbegeldern? Täglich mehrere Stunden Teleshopping? Oder 20 Minuten Werbeunterbrechung pro Stunde?