«Untreue gegenüber der Partei» Walliser CVP-Ständerat attackiert Darbellay

MARTIGNY - Nicolas Voide attackiert Christophe Darbellay im Rennen um die Regierung. Nun giesst Ständerat Jean-René Fournier zusätzlich Öl ins Feuer. In der Walliser CVP brennt es lichterloh.

Jean-Rene Fournier (links) vor den Medien am Dienstag in Bern play
CVP-Ständerat Jean-René Fournier sagt, Sprengkandidat Nicolas Voide sei «nicht isoliert». Keystone

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Christophe Darbellay, bis vor kurzem Parteipräsident der CVP Schweiz, will unbedingt in die Walliser Regierung einziehen. Das ist seit Jahren bekannt, im März entscheidet sich nun, ob er es schafft.

Konkurrenz erwächst ihm dabei ausgerechnet aus der eigenen Partei. Ex-Kantonsratspräsident Nicolas Voide macht gemeinsame Sache mit der SVP und deren Staatsrat Oskar Freysinger.

Christophe Darbellay, der frühere Parteipräsident der CVP Schweiz, ist im Wallis parteiintern umstritten. play
Christophe Darbellay, der frühere Parteipräsident der CVP Schweiz, ist im Wallis parteiintern umstritten. KEY

Doch nicht alle Parteikollegen verurteilen ihn für seine Abtrünnigkeit. Ständerat Jean-René Fournier mischt sich in einem Interview mit der Zeitung «Le Temps» in den Wahlkampf ein.

Voide sei bekannt für «seinen Charakter und seine Unabhängigkeit», stärkt er ihm den Rücken. Dass er offen gegen Darbellay antrete, habe mit seiner Frustration über die parteiinterne Kandidatenkür zu tun.

CVP-Mann Nicolas Voide macht gemeinsame Sache mit der SVP, um Darbellay die Wahl zu vermiesen. play
CVP-Mann Nicolas Voide macht gemeinsame Sache mit der SVP, um Darbellay die Wahl zu vermiesen. KEY

Dabei sei der konservative Voide keineswegs isoliert, so Fournier. Seine Offensive sei vielmehr Ausdruck einer tiefer gehenden Malaise in der CVP. Damit spricht Fournier die Spaltung zwischen dem liberalen und dem konservativen Flügel an.

Mit der Kandidatur Voides habe die Bevölkerung im Unterwallis nun eine echte Wahl, erklärt Fournier. «Die scheinbare Untreue von Nicolas Voide hat ihren Ursprung in der realen Untreue Christophe Darbellays der französischsprachigen CVP gegenüber», schiesst er gegen den Ex-Präsidenten.

Keine Kritik üben will er an Darbellay für dessen Seitensprung und das uneheliche Kind. Als Konservativer habe er grossen Respekt vor dem Privatleben von Politikern.

Die Chancen Voides schätzt er als gering ein, doch er ermögliche die Wahl zwischen «zwei Wertesystemen», so Fournier. (vuc) 

Publiziert am 06.01.2017 | Aktualisiert am 06.01.2017
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4 Kommentare
  • Lorenz   Müller 06.01.2017
    Darbellay ist ein Meister darin, anderen in den Rücken zu fallen, oder eben hinterrücks zu agieren. Ob als Nationalrat, als Parteipräsident, als Parteimitglied, oder als Ehemann, er ist äusserst hinterlistig und unzuverlässig. Es ist für mich erstaunlich, dass er politisch überhaupt noch lebt. Aber in der Politik gibt es wohl (zu) viele Darbellays.
  • Pascal  Meister , via Facebook 06.01.2017
    Vielleicht wird das Wallis so langsam mal politisch ein "normaler" Kanton. Die absolute Mehrheit der CVP in vielen Bezirken ist sowas von absurd. Dass es jetzt erstmal Reibereien gibt, halte ich für normal...
  • michael  przewrocki aus basel
    06.01.2017
    Oder der Partei fehlt es an Aufrichtigkeit! Duckmäusertum par Excellence!
  • René  Merten aus St.Gallen
    06.01.2017
    Hoffentlich wird Darbellay nicht gewählt. Er politisierte oft als Windfahne und hat als Strippenzieher bei der Abwahl von Ch. Blocher der CH-Bevölkerung geschadet. Man sieht ja jetzt seit Jahren, wie devot, erfolglos und ängstlich das Bundesratsgremium ohne Blocher politisiert. Kommt dazu, dass sie nicht einmal die Interessen der CH konsequent und nachhaltig vertreten.