ZÜRICH - Nervenkrieg in der Mörgeli-Affäre. Die Universität rückt jetzt den Geheim-Bericht raus, in dem der SVP-Professor so schlecht wegkommt. Ein Teilsieg für Mörgeli oder nur Aufschub des Eklats?
Abgekapselt und stumm sitzt Christoph Mörgeli heute Morgen im Nationalrat. Es läuft die Agrardebatte. Er selber darf weiter nichts sagen zum Streit mit seiner Arbeitgeberin, der Uni Zürich.
Dafür hat sein Anwalt Valentin Landmann Neuigkeiten. Gegenüber Blick.ch bestätigt Landmann:
Herr Mörgeli hat jetzt diesen internen Bericht zugestellt erhalten. Er ist jedoch von der Uni-Leitung ausdrücklich darauf hingewiesen worden, sich über den Inhalt des Berichts nicht öffentlich zu äussern, weil er unters Amtsgeheimnis falle.»
Mörgeli kann jetzt also selber nachlesen, was er als Professor und Leiter des medizinhistorischen Instituts alles falsch machen soll.
Im Bericht, der dem «Tages-Anzeiger» zugespielt worden war, erhebt Mörgelis Vorgesetzter Professor Flurin Condrau schwere Vorwürfe. «Die in den 1980er-Jahren kuratierte Dauerausstellung ist teilweise fehlerhaft, unzweifelhaft veraltet und museologisch überholt», soll es darin heissen. Zudem würde Mörgeli unter anderem Exponate falsch lagern (Feuchtigkeit, Schimmel).
Weiter würden Mörgelis Vorlesungen mangels Interesse der Studierenden gar nie durchgeführt.
Inhalt plötzlich nicht mehr qualifikationsrelevant
Eine Zusatzaussage der Uni-Leitung erachtet Anwalt Landmann als pikant: «Man sagte meinem Mandanten, dieser Bericht bilde keine Qualifikationsgrundlage.»
Im Klartext: Die Uni wird eher nicht aufgrund dieses Berichts entscheiden, ob sie mit Mörgeli weiter zusammenarbeiten will. Die Zeitung «Sonntag» berichtete, dass die Uni bereits entschieden habe, Mörgeli zu entlassen. Fristlos.
Aussprache mit Mörgeli in Sicht
Mörgeli und sein Anwalt sprechen klar von Mobbing. Nun steht in den nächsten Tagen eine Aussprache bevor. Gemäss Landmann gebe es jetzt einen provisorischen Termin. «Wir sind zuversichtlich, dass nun alles korrekt beurteilt wird.»
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