Teilsieg für SVP-Politiker? Uni rückt Mörgeli Geheim-Bericht raus

  • Publiziert: 19.09.2012
  • Von Karin Müller

ZÜRICH - Nervenkrieg in der Mörgeli-Affäre. Die Universität rückt jetzt den Geheim-Bericht raus, in dem der SVP-Professor so schlecht wegkommt. Ein Teilsieg für Mörgeli oder nur Aufschub des Eklats?

Abgekapselt und stumm sitzt Christoph Mörgeli heute Morgen im Nationalrat. Es läuft die Agrardebatte. Er selber darf weiter nichts sagen zum Streit mit seiner Arbeitgeberin, der Uni Zürich.

Dafür hat sein Anwalt Valentin Landmann Neuigkeiten. Gegenüber Blick.ch bestätigt Landmann:

Herr Mörgeli hat jetzt diesen internen Bericht zugestellt erhalten. Er ist jedoch von der Uni-Leitung ausdrücklich darauf hingewiesen worden, sich über den Inhalt des Berichts nicht öffentlich zu äussern, weil er unters Amtsgeheimnis falle.»

Mörgeli kann jetzt also selber nachlesen, was er als Professor und Leiter des medizinhistorischen Instituts alles falsch machen soll.

Im Bericht, der dem «Tages-Anzeiger» zugespielt worden war, erhebt Mörgelis Vorgesetzter Professor Flurin Condrau schwere Vorwürfe. «Die in den 1980er-Jahren kuratierte Dauerausstellung ist teilweise fehlerhaft, unzweifelhaft veraltet und museologisch überholt», soll es darin heissen. Zudem würde Mörgeli unter anderem Exponate falsch lagern (Feuchtigkeit, Schimmel).

Weiter würden Mörgelis Vorlesungen mangels Interesse der Studierenden gar nie durchgeführt.

Inhalt plötzlich nicht mehr qualifikationsrelevant

Eine Zusatzaussage der Uni-Leitung erachtet Anwalt Landmann als pikant: «Man sagte meinem Mandanten, dieser Bericht bilde keine Qualifikationsgrundlage.»

Im Klartext: Die Uni wird eher nicht aufgrund dieses Berichts entscheiden, ob sie mit Mörgeli weiter zusammenarbeiten will. Die Zeitung «Sonntag» berichtete, dass die Uni bereits entschieden habe, Mörgeli zu entlassen. Fristlos.

Aussprache mit Mörgeli in Sicht

Mörgeli und sein Anwalt sprechen klar von Mobbing. Nun steht in den nächsten Tagen eine Aussprache bevor. Gemäss Landmann gebe es jetzt einen provisorischen Termin. «Wir sind zuversichtlich, dass nun alles korrekt beurteilt wird.»

 

 

 

 

 

 

 

Beliebteste Kommentare

  • Armin  Schaller
    Also - kurz zusammengefasst: Über den Bericht, der bereits der Presse zugespielt wurde und über den das ganze Land redet, darf CM nicht reden, weil der Bericht unter das Amtsgeheimnis fällt. Ausserdem ist der Bericht, der zur Beurteilung von CMs Leistung angefertigt wurde, nicht relevant für die Beurteilung von CMs Leistung. Sind wir hier eigentlich bei den Schildbürgern?
  • Albert  Funk
    Ich finde es schon komisch, Herr Professor Flurin Condrau hat erst nach 30 Jahren gemerkt, dass die Dauerausstellung fehlerhaft und veraltet ist! Oder wartet etwa sein Deutscher Kollege auf diesen Posten?

Alle Kommentare (63)

  • Harald  Lang
    Vielleicht nochmal für Alle: Der Chef von Herrn Mörgeli ist Schweizer! Prof. Flurin Condrau ist in Zürich geboren und hat an der Universität Zürich studiert. Also nichts mit deutscher Verschwörung gegen Mörgeli!
  • Peter  Stierli , Geroldswil
    Mörgeli ist sicher kein Heiliger wie sie halt eben so sind die PolitikerInnen. Bin gespannt wer diesen Angriff auf den SVP Mann organisiert hat.
  • Hans  Gamsner , Gamsen
    Verkehrte Welt: Mörgeli darf nichts sagen, weil der Bericht unters Amtsgeheimnis fällt. Derweil haben ihn die Medien vor Mörgeli erhalten?!
  • Gallus  Wildhaber , via Facebook
    ..manchmal ist es so,wer beruflich nichts taugt führt eine entsprechend grosse klappe in der politik..
  • Tom  Emmenegger
    Mörgeli hat einen deutschen Chef - alles klar! Eine Retourkutsche an die SVP mit Mörgeli als Mobbingopfer. Da wartet sicher schon ein deutscher Freund von Condrau in den Startlöchern.
    • Marion  Niwiadomski
      Herr Mörgeli hat keinen deutschen Chef - Herr Flurin Condrau ist ein Schweizer Medizinhistoriker.
      • 19.09.2012
      • als Kommentar auf Tom  Emmenegger
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