Liken Sie Blick auf Facebook

Uni-Affäre immer bizarrer: Mörgeli will seinen faulen Doktoranden outen!

Er hat den SVP-Nationalrat bei der «Rundschau» angeschwärzt – dafür soll er jetzt seinen Doktortitel abgeben.

  • Publiziert:
Mörgeli will, dass der TV-Informant seine Doktorwürde verliert. play

Mörgeli will, dass der TV-Informant seine Doktorwürde verliert.

(Daniel Winkler)
Auffallende Aussagen: Mörgeli erkannte den anonymen Arzt. play

Auffallende Aussagen: Mörgeli erkannte den anonymen Arzt.

(Screenshot SRF)

Nach der TV-«Rundschau» am Mittwochabend mit Christoph Mörgeli (52) kam es zum Eklat: Moderator Sandro Brotz (43) wollte noch kurz über die Sendung reden. Doch der SVP-Nationalrat stampfte wütend aus dem Studio. Er müsse sich gleich übergeben, schimpfte der Medizinhistoriker.

Die drei Flaschen mit portugiesischem Wein hingegen, die jeder Gast auf dem «Heissen Stuhl» der Rundschau erhält, akzeptierte Mörgeli. Sein langjähriger Freund, der Bankier Oskar Holenweger, hatte ihm empfohlen, den gebührenfinanzierten Tropfen mitzunehmen.

Das Fernseh-Magazin hatte schwere Vorwürfe gegen den ehemaligen Leiter des Medizinhistorischen Museums der Universität Zürich erhoben. Als Professor soll Mörgeli mehr als ein Dutzend fragwürdige Doktorarbeiten betreut haben. Im Zentrum der Anschuldigungen stand einer seiner ehemaligen Doktoranden.

Anonym hatte der Mann erklärt, er habe seinen Doktortitel mit «Abschreiben» eines altdeutschen medizinhistorischen Textes erlangt. Weil er die Schrift nicht entziffern konnte, stellte er «gegen Bezahlung» einen Übersetzer an.

Mörgeli hat den Arzt* laut eigenen Angaben ausfindig gemacht. «Aufgrund seiner Aussagen und der im TV präsentierten Arbeit weiss ich jetzt sicher, um wen es sich handelt.» Und: «Er soll sich jetzt outen, sonst muss ich es tun.» Der Doktorand, der aus dem Grossraum Zürich stammt, habe «eine Erklärung unterschrieben», dass er seine Doktorarbeit eigenhändig verfasst habe. «Hat er das nicht, muss das Konsequenzen haben. Ich werde dafür sorgen, dass ihm der Titel aberkannt wird», erklärt Mörgeli.

Unangenehm wäre ein solcher Schritt auch für die «Rundschau»: Ihr Hauptinformant würde auffliegen. Und der Arzt läuft Gefahr, neben der Doktorwürde auch seinen Job zu verlieren.

Während Mörgeli für seinen aggressiven und teilweise etwas wirren Interview-Auftritt viel Kritik einstecken musste, verteidigt die SVP-Spitze ihren Chefstrategen: «Der ‹Rundschau›-Moderator wendet unter Zuhilfenahme eines anonymen Denunzianten unwürdige, ja fast stasiähnliche Methoden an, um einen politisch Andersdenkenden fertigzumachen», sagt Fraktionschef Adrian Amstutz (59, BE). Allerdings gibt es auch SVP-intern kritische Stimmen (siehe Box unten).

Das Fernsehen will sich nicht auf Diskussionen einlassen: «Derart billige Polemik kann man nur ignorieren», so SRF-Chefredaktor Diego Yanez (54). 

*Name der Redaktion bekannt

«Erosion der SVP-Basis»

Der Fall Mörgeli beschäftigt auch die SVP. Schadet der Brachial-Politiker mit seinen Auftritten der Partei? Die Meinungen gehen auseinander. Während die Führungsriege Mörgeli stützt, machen sich andere bekannte Exponenten Gedanken. «Es ist für die Partei nicht angenehm, wenn man dauernd solche Brandherde hat», sagt der ehemalige Nationalratspräsident Max Binder (65, ZH). Er hätte Mörgeli noch nie so nervös und ablehnend erlebt wie bei diesem Aufritt auf Mittwoch.

Auch Ständerat Hannes Germann (56, SH) macht sich Sorgen: «Viele Leute wählen zwar noch SVP, aber sie stehen nicht mehr dazu. Sie wollen mit solchen Exponenten nicht in Verbindung gebracht werden». Das habe eine schleichende Erosion der SVP-Basis zur Folge.

Beliebteste Kommentare

  • Sven  Zimmermann , Münchwilen
    Dieser Doktor hat im TV Herr Mörgeli denunziert, also soll/darf Herr Mörgeli Ihn nun auch öffentlich denunzieren. Nur gerecht. Hinzukommt dass er Betrogen hat.
  • Thomas  Stäubli , via Facebook
    Mörgeli hat recht. Anonym anschwärzen geht gar nicht. Der "Arzt" hätte mit Namen und Gesicht zu seinen Anschuldigungen hinstehen sollen oder aber schweigen.

Alle Kommentare (63)

  • Heinz  Badertscher
    Darf man heutzutage denn unendlich viel Mist bauen in Wissenschaft und Privatwirtschaft, nur weil man in "der Partei" ist? Tut mir Leid, aber egal in welcher Partei Herr Mörgeli ist, sein verhalten ist lächerlich und unwissenschaftlich. Schlimm, dass man einen schützt, nur weil er die gleiche Farbe hat und nicht die wirkliche Leistung beurteilt. Erinnert mich an die Kommunistische Partei Chinas, da darf man auch alles anrichten, was man will, solange man Mitglied ist wird man geschützt. Vorallem witzig: Seine Anhänger versuchen mit irrsinnigsten Argumenten seine abstrusen Aussagen zu decken... o_O
    • Roman  Loser , Embrach
      Mein lieber Himmel,jetzt zäumen Sie das Pferd aber am Schwanz auf!Wer hier seit einiger Zeit Mist baut werden leider die Gerichte klären müssen!Leute ie rufschädigendes Vorgehen goutieren outen sich selbst als wenig vertrauenswürdig!Schöne bsinnliche Ostern noch!
      • 01.04.2013
      • als Kommentar auf Heinz  Badertscher
      • 67
      • 19
  • tom  kreienbuehl
    Mörgeli ist "Kult" und wird hier einfach nur noch gemoppt! Ist das korrekt?
    Man kann ja für oder gegen ihn sein, aber die Art und Weise hier spricht tatsächlich dafür, dass gewisse Leute "vom Aff bisse sind" !!!
  • Ernst  Krummenacher , Boningen
    Die Einlagen von Herrn Mörgli sind herlich, sie ersparen mir die Kosten des Besuches eines Cirkuses. Bitte weiter so!
  • André  Portner
    Man könnte meinen wir hätten keine anderen Sorgen als dieser Mörgeli! Wer glaubt der Mörgeli gibt Gratis ein Interview täuscht sich gewaltig! Der Herr Doktor zockt genauso ab wie es alle anderen auch tun! Er hat Recht wenn er sagt: "sind Sie vom Aff bisse". Solage wir dem Herrn Doktor eine Plattform geben sich auszutoben und dabei auch noch zu kassieren, sind wir alle wirklich "vom Aff bisse"!
  • Pit  Müller , Zürich
    Die Linken sind doch immer verdeckt oder vermummt ist ja nix neues dass sie nicht ihr Gesicht zeigen wenn sie was sagen
Seite 1 2 3 4 5 6 7 8 »
Seitenanfang

Top 3

1 Präsident des Islamischen Zentralrats Das unheimliche Netzwerkbullet
2 Sozial-Irrsinn Jetzt ist Schluss!bullet
3 Asyl-Experte Peter Arbenz Wie viele Flüchtlinge sind genug?bullet

Politik