Umstrittener Personalentscheid von Parmelin Der Waffen-Bruder

Reto Maurer arbeitete jahrelang in der privaten Rüstungsindustrie. Nun wechselt er zum Bundesamt für Rüstung. Das passt der GSoA überhaupt nicht.

Aktuell auf Blick.ch

Top 3

1 Linksautonome wollen SVP-Demo stören Droht Bern wieder eine...
2 Alt Bundesrätin Eveline Widmer-Schlumpf distanziert sich von ihrer...
3 Frisch verliebt! Irena fühlt SVP-Hess auf den Zahn

Politik

Immer informiert - Abonnieren Sie den Blick-Newsletter!
Bitte geben Sie eine gültige E-Mail-Adresse ein.
Schön, dass wir Ihnen unsere BLICK News des Tages senden dürfen. Möchten Sie zusätzlich den BLICK Sport Newsletter erhalten?
teilen
teilen
0 shares
12 Kommentare
Fehler
Melden

Verteidigungsminister Guy Parmelin (SVP, 56) hat entschieden: Reto Maurer (52) wird neuer Leiter des Bereichs Landsysteme im Bundesamt für Rüstung (Armasuisse). Er verantwortet künftig Projekte aus den Bereichen Fahrzeuge, Geräte, Munition sowie Waffen- und Ausbildungssysteme. «Herr Maurer verfügt über ausgezeichnete Kenntnisse und langjährige Erfahrung im Bereich der Wehrtechnik», sagt Sprecherin Jacqueline Stampfli-Bieri. Über 20 Jahre war der gelernte Maschinenmechaniker in der Rüstungsindustrie tätig, bei der Mowag AG und der Rheinmetall Air Defence AG.

Maurer sei nicht unabhängig

Mit der Materie kennt sich Maurer ohne Zweifel aus. Dennoch kritisiert die Gruppe für eine Schweiz ohne Armee (GSoA) seine Wahl scharf. «Er hat sein gesamtes Leben in der Rüstungsindustrie gearbeitet und ist somit natürlicherweise mit dieser verbandelt», so Sekretär Lewin Lempert (20). Maurer sei nicht unabhängig.

«Ich befürchte, dass bei künftigen Beschaffungsgeschäften jene Konzerne bevorzugt werden, bei denen er gearbeitet hat. Das könnte die Steuerzahler Mil­lionen kosten.»

Seine Stelle bei der Rheinmetall Air Defence AG hat Maurer gekündigt. Doch der Blick ins Handelsregister zeigt, dass er bei der Firma weiterhin als Prokurist eingetragen ist. Zudem sitzt er nach wie vor im Stiftungsrat der Unterstützungskasse der Oerlikon-Bührle AG. «Diese Mandate sind aus unserer Sicht höchst problematisch», so Lempert.

Duro-Affäre

Nationalrätin Priska Seiler Graf (SP, 48) findet den Personalentscheid von Guy Parmelin ebenfalls problematisch: «Da das Beschaffungswesen des VBS etwa durch die Duro-Affäre arg unter Beschuss steht, wäre es taktisch klüger gewesen, eine von der Rüstungsindustrie unabhängigere Person zu wählen.»

Sie wolle Maurer keine bösen Absichten unterstellen. «Aber ich bezweifle, dass man unter diesen Umständen die nötige Unabhängigkeit wahren kann.»

Nationalrat Adrian Amstutz (62) forderte im Sommer mehr Transparenz bei Beschaffungsgeschäften. «Das heisst aber natürlich nicht, dass künftig nur noch Fachkräfte engagiert werden dürfen, die keine Erfahrungen im entsprechenden Fach haben.» Entscheidend sei die volle transparente Offenlegung von Beziehungen oder gar Abhängigkeiten. «Das gilt für das invol­vierte Beschaffungspersonal und insbesondere auch für Politiker.»

Laufende Mandate seien unproblematisch

Der Verdacht, dass Maurer nicht unabhängig sei oder gar einzelne Konzerne bevorzugen könnte, ist laut Armasuisse-Sprecherin Stampfli-Bieri «unbegründet». Laufende Mandate seien unproblematisch. «Für Mitarbeitende der Bundesverwaltung gelten die Richt­linien betreffend Melde­pflicht von Nebenbeschäftigungen und Interessenkon­flikten», sagt sie.

Publiziert am 23.10.2016 | Aktualisiert am 23.10.2016
teilen
teilen
0 shares
12 Kommentare
Fehler
Melden

TOP-VIDEOS

12 Kommentare
  • Rolf  Gurtner aus Münsingen
    23.10.2016
    Also, warum gründen wir nicht eine Gruppe gegen die Gruppe Schweiz ohne Armee..? Unser Land wäre MIT einer modernen und starken Armee, aber OHNE diese unbedarften Blüemlizähler sicher besser dran. Ich halte es mit dem Wahlspruch der deutschen Reservisten: Tu was für dein Land! Auf dem Ohr sind diese Dienstverweigerer alle taub...
  • kurt  schlup aus Holziken
    23.10.2016
    Hätte er Einen Becker einstellen sollen, oder ein Man der etwas Verseht von Armematrial?
  • Albert  Eisenring 23.10.2016
    Natürlich gibt es Gründe für, als auch gegen die Armee. Aber die Linken verhalten sich wie beim Thema EU: sie sind unfähig, sachliche Argumente anzuführen und fokussieren daher auf Personen. Und so geht es folglich jeweils darum, was "rückständige und egoistische" SVP-Exponenten aus ihrer Sicht alles falsch machen. Das ist natürlich weit einfacher, als die wahre Absicht begründen zu müssen, weshalb man in der Armee ja keine Verantwortlichen mit viel Erfahrung und Fachwissen haben möchte.
  • Hans  Ernst aus Langenthal
    23.10.2016
    Also wenn die GSoA einen Entscheid des VBS kritisiert, dann kann sich Herr Parmelin zurücklehnen und er weiss: Alles richtig gemacht.
  • Morgan  Walliser 23.10.2016
    "Für Mitarbeitende der Bundesverwaltung gelten die Richt­linien betreffend Melde­pflicht von Nebenbeschäftigungen und Interessenkon­flikten», sagt sie." Man hat ja gesehen wie meistens nicht nur eines, sondern beide Augen zugedrückt werden. Wer glaubt wird seelig. Weiterer Kommentar erübrigt sich.