Umfragen-Debakel für Longchamp: Das Volk verarscht die «Fliege»

Die deutliche Schlappe der Ecopop-Initiative ist auch eine schallende Ohrfeige für den SRG-Umfragepapst Claude Longchamp.

Auch er ist ein Verlierer des Abstimmungs-Sonntags: SRF-Politologe Claude Longchamp. play

Auch er ist ein Verlierer des Abstimmungs-Sonntags: SRF-Politologe Claude Longchamp.

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Während Claude Longchamps Umfrage vor 10 Tagen noch von einem Ja-Stimmenanteil von 39 Prozent ausging, wird die Initiative an der Urne mit einem 26-Prozent-Ja-Anteil abgeschmettert. Das Stimmvolk verarscht damit den Mann mit der Fliege.

Dafür gibt es eine mögliche Erklärung: Die Befragten haben bei der Longchamp-Umfrage noch gesagt, sie würden Ja stimmen, um so ein Zeichen gegen die Zuwanderung zu setzen. Die gleichen haben dann an der Urne aber ein «vernünftiges» Nein eingelegt.

Damit hat Longchamp wohl nicht gerechnet. Denn somit hätte sich auch ein bekannter Umfrage-Effekt ins Gegenteil gekehrt. Normalerweise gehen Demoskopen bei emotionalen und auch zuwanderungskritischen Abstimmungen davon aus, dass die Befragten in der Umfrage sich nicht getrauen, ihre ausländerkritische Haltung offenzulegen.

Longchamps Institut Gfs erklärt den Umschwung seit der letzten Umfrage mit schlauen Formulierungen: Das Momentum in Richtung «Zeichen setzen» sei situativ geblieben. Longchamp will zudem eine «Demobilisierung» festgestellt haben. Letztlich muss er zugeben: Es gebe bei der Meinungsbildung «neuartige Muster».

Schon bei bei der Masseneinwanderungsinitiative am 9. Februar sagte das Volk am der Urne eine andere Sprache, als Longchamp in seiner Umfrage 10 Tage vor der Abstimmung. Doch damals war es umgekehrt. Während die Umfrage von und 43 Prozent Ja ausging, wurde die Initiative an der Urne mit 50,3 Prozent angenommen.

Longchamps grösster Flop war aber die Umfrage vor der Minarett-Abstimmung. Er hatte eine Nein-Mehrheit von 53 Prozent gesehen. Das Stimmvolk nahm die Initiative jedoch Ende November 2009 mit 57 Prozent Ja an.

Publiziert am 01.12.2014 | Aktualisiert am 01.12.2014
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52 Kommentare
  • Michael  Meienhofer aus Ostermundigen
    01.12.2014
    Warum brauchen wir "Wahl- und Abstimmprognostiker"? Die beeinflussen nur das Abstimmverhalten und kosten viel Steuer-Gelder ohne dass ein Nutzen davon gezogen werden kann....
  • Roland  Egger 01.12.2014
    Warum kann man nicht einfach die Abstimmungssonntage und die Abstimmungsresultate abwarten, anstatt viel Geld für fragwürdige Umfragen und Prognosen zum Fenster hinauszuwerfen? Auch hier verdient eine "Industrie", die "Umfrage- und Prognoseindustrie", viel Geld mit etwas, das nicht notwendig und dazu erst noch von schlechter Qualität ist.
  • Alexandra  Weber aus Rickenbach
    01.12.2014
    Braucht es denn die FLIEGE überhaupt?? Nein danke - unnötiger Kostenverurscher der Steuerzahler.
    Alexandra weber
  • neuffer  igor aus Zürich
    01.12.2014
    Also man muss Herrn Longchamp zu Gute halten, dass wohl niemand das Resultat in dieser Klarheit vorausgesehen hat.
  • Ines Maria  Giezendanner aus Viganello
    01.12.2014
    Die Umfragen sollten generell verboten werden, da dadurch das Wählerverhalten beeinflusst wird. Viele Wähler gehen gar nicht mehr zur Abstimmung, wenn die "Umfragewerte" schlecht sind, da sie der Meinung sind, die Wahl wäre ja schon so oder so schon gelaufen.Diese Umfragen verarschen die Demokratie und können gesteuert werden, je nach dem Ort, wo diese stattfinden und was für Leute befragt werden.