Ueli Maurers teures Brasilienreiseli 200'000 Franken für 90 Minuten Fussball

2014 nahm Ueli Maurer am WM-Auftaktspiel teil, um die Schweizer Nati zu unterstützen. Seine Reise nach Brasilien trat der Sportminister im Privatjet an statt mit einem gewöhnlichen Linienflug.

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Es war ein Start nach Mass: Mit 2 zu 1 besiegte die Schweizer Nati in ihrem WM-Auftaktspiel 2014 die Auswahl von Ecuador.

Besonders erfreut zeigte sich Sportminister Ueli Maurer. Der SVP-Bundesrat war kurzfristig nach Brasilien gereist, um das Team zu unterstützen. Über den Atlantik und zurück in weniger als 60 Stunden. Den Match verfolgte Maurer standesgemäss in der VIP-Loge, Schulter an Schulter mit Fifa-Präsident Sepp Blatter.

Nun hat BLICK die Kosten des Kurztrips in Erfahrung gebracht, gestützt auf das Öffentlichkeitsgesetz. Nach Angaben des Bundes schlug allein der Flug mit 202'100 Franken zu Buche. Ein First-Class-Linienflug-Ticket für Maurer hätte rund ein Zehntel dieses Preises gekostet. Grund für die hohen Kosten: Maurer und seine dreiköpfige Delegation reisten in einem noblen Privatjet. Einer Falcon 7X, Baujahr 2010, die sich im Besitz der Schindler-Familie (Aufzüge) befindet und an eine solvente Klientel vermietet wird. Inklusive Crew versteht sich.

Warum die Delegation nicht mit Bundesratsjet und -crew flog? Der einzige geeignete Jet habe sich in Inspektion befunden, heisst es beim VBS. Man habe «nicht viel Zeit für die Amtsgeschäfte verlieren» wollen, teilt die Bundeskanzlei mit.

Allerdings trägt Maurer keine Schuld an den hohen Kosten. Bundesratsnahe Kreise versichern, dass die Reise von Didier Burkhalters Aussendepartement (EDA) gebucht worden war. Wegen einer Terminkollision habe der damalige Bundespräsident Burkhalter die Reise kurzfristig absagen müssen, worauf der Bundesrat entschied, Maurer im gebuchten Jet nach Brasilien zu schicken.

Politiker sind erstaunt über die Reisekosten: Zwar begrüsst CVP-Chef Christophe Darbellay, dass ein Bundesrat ans Nati-Spiel flog. «Mir ist aber unverständlich, dass man dafür einen Privatjet für 200'000 Franken buchen musste. Diese Kosten sind total unverhältnismässig.»

SP-Boss Christian Levrat sagt: «Das ist wohl das teuerste Matchticket aller Zeiten. Der Preis ist jenseits von Gut und Böse.» Gewiss habe der Bundesrat Repräsentationspflichten wahrzunehmen. «Doch ich hätte erwartet, dass man eine günstigere Lösung sucht oder auf diese Reise verzichtet.»

Zur Frage, wie er das Kosten-Nutzen-Verhältnis seines Brasilien-Trips beurteile, wollte Bundesrat Ueli Maurer keine Stellung nehmen.

Publiziert am 24.09.2015 | Aktualisiert am 24.09.2015
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Teure Australien-Reise: Das ist Burkhalters Südsee-Jet

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80 Kommentare
  • Monika  Marangi , via Facebook 24.09.2015
    Ja für den Monsieur Didier kanns nicht teuer genug sein. Der dumme Steuerzahler bezahlt ja. Hätte er fliegen können wäre seine Frau bestimmt auch mitgeflogen!
  • karl  ottiger aus luzern
    24.09.2015
    Wählen wir SVP! An den Fussballspielen brauchen wir nur gute Fans, wir brauchen keine Regierungsmitglieder die stier sind ihre Reise selber zu bezahlen und sich auf Kosten von vielen andern einen lustigen Tag organisieren. Wen diese fr. 200000 Reisepauschale stimmen, währ ich dafür, dass Herr Burkhalter entlassen wird und dieses Reisegeld von seiner Pensionskasse abgebucht wird und er auch auf die Bundesratsrente verzichten muss.
    Katastrophe soeiner an der spitze der Regierung zu haben.
  • Markus  Bürgler , via Facebook 24.09.2015
    Typisch. Ausgerechnet unsere SVP die meisten lauthals predigen, dass wir Geld sparen sollen.
    Wasser predigen, Wein saufen!!
    CHF 200000.00 das heisst für mich fast 27 Jahre Steuern bezahlen für diesen "Scherz". Aber eben SVP wählen und nicht schlauer sein
    Markus Bürgler
    • Wolfgang  Seebacher 24.09.2015
      Aber lesen Sie doch mal die erschütternden Kommentare! Solange es die SVP macht, ist Steuergeldverschwendung voll. OK. Schuld ist ja der Didier. Ich hätte von Maurer erwartet, dass er diese Reise unter lautem Protest ablehnt! Die SVP-Fans kommen mir langsam vor wie die von ihnen so gehassten Schleierträger: Kritisches Hinterfragen ist absolut tabu, was der "Prophet" macht muss richtig sein.
    • Richard  Sommerhalder aus Aarburg
      24.09.2015
      @Markus Bürgler: Sie haben leider den Bericht betr. dem "Brasilien-Reisli" gar nicht richtig gelesen. Tatsache ist, das Eidg. Aussendepartement EDA hat diesen Flug nach Braslilien für Bundesrat Burkhalter gebucht. Bundesrat Burkhalter musste dann kurzfristig vor der Abreise absagen und deshalb wurde Bundesrat Maurer nach Brasilien geschickt. Schlau sein heisst für mich u.a. auch, nicht Unwahrheiten zu verbreiten!
    • Manfred  Walter 24.09.2015
      So war es BR Maurer sogar möglich, bereits nach 2 Nächten wieder seinen Aufgaben in Bern nachzugehen.
  • Daniel  Grünenfelder 24.09.2015
    Und wieviel Geld verlochen Frau Sommarugu oder Frau Leuthard für diverse unnütze Reisen? Aber eben, Maurer ist von der SVP, und die steht im Wahlbarometer für die kommenden Wahlen sehr gut da, ganz im Gegensatz der Parteien der beiden Bundesrätinnen. Aber nur weiter so mit der Hetze gegen die SVP und ihre Magistraten, das Volk ist nicht blöd und durchschaut auch diese Versuche, mit lächerlichen Nadelstichen der SVP Wähler abjagen zu wollen. Dies könnte noch zu einem wahren Rohrkrepierer werden.
    • Andreas  Ruuska 24.09.2015
      BR Maurer ging für ein Fussballspiel. Wenn Sommaruga oder Leuthard fliegen geht es um Sachpolitik. Nicht Äpfel mit Birnen vergleichen!
  • Gian  Schumacher aus Köniz
    24.09.2015
    unglaublich! Statt den Ueli hätte die Schweiz unbedingt Micheline Calmy-Rey delegieren müssen. Sie hätte im Tschador allen Leuten eine taffe Moralpredigt gehalten. Und sie wäre nicht im Privatjet sondern mit dem Velo gereist. Das Velo grün angestrichen. Und dann dem Sepp Blatter eine Medaille verliehen.
    • Wilhelm  Tell 24.09.2015
      Super Kommentar, Gian. Dem ist nichts mehr hinzuzufügen, ausser: Danke schön.