Ueli Maurers neue 4,87-Milliarden-Armee Vorwärts in den Kalten Krieg!

SVP-Verteidigungsminister Ueli Maurer will die Armee verkleinern, dafür aber moderner und schlagkräftiger machen.

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Nach dem Gripen-Nein musste Verteidigungsminister Ueli Maurer in Sachen Weiterentwicklung der Armee (WEA) über die Bücher. Gestern legte er die Botschaft vor, wie seine Armee ab 2017 aussehen soll. Maurer: «Die Armee wird kleiner, aber schlagkräftiger. Sie ist gut aufgestellt für künftige und moderne Bedrohungen.»

Um diesen Bedrohungen zu begegnen, nimmt sich Maurer zumindest in einem Punkt die Armee des Kalten Krieges zum Vorbild: «Die Raison d’être der Armee bleibt die Verteidigung», so Maurer. Deshalb will er dafür sorgen, dass die Armee für den Verteidigungsfall oder etwa auch bei Naturkatastrophen schneller parat ist. «Ein Teil der Armee muss wieder rasch aufgeboten werden können. Wir sprechen von einem Drittel innerhalb von zehn Tagen», so Maurer. Sprich: notfalls bis zu 35 000 Mann.

Dafür kehrt die Armee wieder zum System der Mobilmachung zurück! Dafür vorgesehen ist ein abgestuftes Bereitschaftssystem: Neben den aktuell diensttuenden Truppenteilen, die sofort einsatzfähig sind, sollen «Milizformationen mit hoher Bereitschaft» gebildet werden, wie Armeechef André Blattmann ausführte: «Für diese Bataillone halten wir permanent die Ausrüstung bereit. Es wird also wieder in den Zeughäusern reserviertes Material für ganz konkrete Bataillone geben, damit im Falle eines Auf­gebots sofort auf das Material zugegriffen werden kann.»

«Das ist eine wesentliche Korrektur», betonte Maurer. Bei Armee 95 und XXI habe man noch mit Vorwarnzeiten von bis zu zehn Jahren gerechnet – «zu optimistisch», so Maurer. Mit dem neuen Mobilmachungssystem mache man deshalb «einen pragmatischer Schritt vorwärts». Vorwärts in den Kalten Krieg sozusagen.

Ansonsten hat die Maurer-Armee nicht viel mit der Kalten-Krieg-Version gemein. Die wichtigsten Eckwerte:

- Künftig soll die Armee maximal 5 Milliarden Franken jährlich erhalten. Für die Jahre 2017 bis 2020 ist vorerst ein Zahlungsrahmen von 19,5 Milliarden vorgesehen – 4,875 Milliarden im Schnitt.

- Die Maurer-Armee wird auf 100 000 Mann Sollbestand praktisch halbiert.

- Die Dauer der Rekrutenschule wird von heute 21 auf neu 18 Wochen reduziert. Wiederholungskurse dauern zwei statt drei Wochen. Die Zahl der Dienst­tage reduziert sich von 260 auf 225.

- Künftig sollen 500 statt 300 Mann für Auslandeinsätze zur Friedensförderung eingesetzt werden. Die Kosten dafür steigen von 40 auf 100 Millionen.

Publiziert am 04.09.2014 | Aktualisiert am 04.09.2014
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Ist Maurers Armee jetzt noch zeitgemäss?

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Wunschzettel

1. Drohnen: Zuoberst auf Maurers Wunschzettel stehen neue Aufklärungsdrohnen für rund 250 Millionen Franken. Auf Kampfdrohnen wird verzichtet.

2. Boden-Luft-Abwehr: Nicht nur Flieger sollen vom Boden aus abgeschossen werden können, sondern auch Raketen. Maurer will in entsprechende Systeme investieren.

3. Cyber Defence: Mit Blick auf die Cyber­abwehr baut Maurer ein eigenes Kommunikationsnetzwerk mit Führungsnetz, geschützter Übermittlung und Rechenzentren. Hunderte Millionen sind schon investiert. Weitere Etappen sollen folgen.

4. Schutzfahrzeuge: Statt im Bunker zu hocken, sollen Armeeangehörige auch im Ernstfall mobil, aber gleichzeitig gut geschützt sein. Dafür möchte Maurer neue geschützte Fahrzeuge, zum Beispiel andere Radschützenpanzer, aber auch mehr Feuerkraft am Boden dank Mörsern.

5. Kampfjets: Aufgeschoben ist nicht aufgehoben. Bis Ende Jahrzehnt will Maurer eine neue Evaluation starten. Die ersten neuen Jets sollen etwa ab 2025 fliegen.

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10 Kommentare
  • Guerino  Dal Santo , via Facebook 04.09.2014
    Es ist höchste Zeit, dass sich die Armee "verbessert", nachdem sie in einer Bewertung auf Rang 27 gelandet ist.
    • Martial  Kohler , via Facebook 04.09.2014
      Was spielt das überhaupt für eine Rolle ? Was sind wir überhaupt auf die Weltkarte ? Ein Mückenscheiss oder nicht ? Zuerst sind die grössten Länder an die Macht, die Schweiz wie, wenn und wo ?
  • anton  lienhard 04.09.2014
    Nach dem Aggresionskrieg der Russen muss der Bundesrat möglichst rasch die Gripen-Beschaffung wieder neu aufrollen. Es geht nicht an, 5 bis 10 Jahre mit der Beschaffung zuzuwarten. Das Volk würde heute der Gripen-Beschaffung zustimmen. Zudem muss möglichst rasch eine Annäherung an die NATO oder eine Mitgliedschaft in der NATO angestrebt werden.
  • Dany  Deredinger aus Zürich
    04.09.2014
    Wenn man sieht wie es in der Welt so zu und her geht ist das voll die richtige Richtung die eingeschlagen wird. Alles andere ware falsch und fahrlässig.
  • Rolf  Büchler aus Biel
    04.09.2014
    Das ist doch mal was positives aus dem VBS . Bei Logischer Überlegung bei der heutigen Weltlage ist dies der richtige weg.. Die Gefahr eines Kriegs ist viel grösser als wir wahr haben wollen! Wir sind schon wieder im "kalten krieg". Vor rund 40 Jahren war die Armee sehr schnell Mobil und es konnten zig Tausend Soldaten bereit gestellt werden. Das muss heute auch wieder so sein.
  • Ivo  Steinmann aus Zürich
    04.09.2014
    Ich frage mich, für was man überhaupt noch 2 Wochen WK macht. Der grösste Teil in diesen zwei Wochen wird dann wohl noch aus Material fassen und Material abgeben bestehen... sehr sinnvoll!