Trotz Grüsel-SMS Darum kann die Unia Roman Burger nicht kündigen

Die Gewerkschaft will sich von ihrem Kadermann Roman Burger trennen - wie und wann, ist aber nicht klar. Eine Konsequenz des grosszügigen Kündigungsschutzes.

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Die Gewerkschaft Unia hat Roman Burger, Leiter der Region Zürich-Schaffhausen, per sofort freigestellt. Das heisst, er kehrt nicht mehr in sein Büro zurück. «Er arbeitet nicht mehr für uns», bestätigte Unia-Präsidentin Vania Alleva an einer eilends einberufenen Medienkonferenz in Bern.

Den Lohn erhält Burger aber weiterhin. Wie lange, ist noch unklar. Denn rauswerfen kann Valleva den fehlbaren Kadermann nicht. Als Gewerkschaft hat die Unia einen weitreichenden Kündigungsschutz für Mitarbeiter. «Aufgrund dessen, was passiert ist, können wir Roman Burger nicht einfach kündigen. Das wäre eine missbräuchliche Kündigung», so Alleva.

McKinsey-Sprache bei den Gewerkschaften

Dennoch verspricht sie: «Wir werden uns von Burger trennen.» Nur müsse man eben mit ihm diskutieren, wie es weitergehen soll. «Wir werden ihm Instrumente eines Outplacings anbieten», so Alleva – ein Begriff, den man eher von einem McKinsey-Berater erwarten würde als von einer Gewerkschafterin.

Unia kann Sex-SMS-Grüsel Roman Burger nicht künden play
Roman Burger, ehemaliger Leiter der Unia Zürich-Schaffhausen Keystone

Konkret gemeint ist: Die Unia wird Burger eine Weiterbildung oder gleichwertige Neuorientierung bezahlt erhalten. Auf diese Hilfe bei der beruflichen Neuorientierung könnten alle langjährigen Mitarbeiter zählen. Offenbar selbst, wenn sie Führungskraft sind und Mitarbeiterinnen belästigen – was gemäss Unia-Reglement verboten ist.

Spitze stellt sich hinter Nico Lutz

Burger wird somit gezwungenermassen pfleglich behandelt. Auch Nico Lutz, Burgers Vorgesetzter in der nationalen Unia-Geschäftsleitung, kann sich auf die Rückendeckung der Chefin verlassen. Obwohl es Vorwürfe gibt, dass Lutz versucht habe, Burgers Vergehen unter den Teppich zu kehren. Deshalb forderte die Unia-Personalkommission auch die Freistellung von Lutz.

Alleva erteilt dem eine Absage: «Das ist kein Thema für uns. Herr Lutz hat im Auftrag der Geschäftsleitung absolut korrekt gehandelt und sich für eine reglementskonforme Abklärung der Vorwürfe eingesetzt.»

Für die Zukunft will Alleva an der Führungskultur arbeiten. Dazu soll eine externe Fachstelle mit der Untersuchung aller neuen Vorwürfe an die Führung beauftragt werden.

Publiziert am 16.09.2016 | Aktualisiert am 29.09.2016
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  • Silvio  Valentino aus Winterthur
    18.09.2016
    Habe null Verständnis für sexuelle Belästigung, aber: Was ist ein "Grüsel-SMS"? Wo beginnt Belästigung? Karin Moos (Beraterin Fachstelle Frauenberatung Sexuelle Gewalt in Zürich) definiert sexuelle Belästigung per SMS so: " Entscheidend ist, wie es bei der Empfängerin ankommt. Darum geht es und nicht um die Motive des Absenders. Wenn sie es als störend und unangenehm empfindet, ist es falsch". Damit verabschieden wir uns aber vom objektiven Straftatbestands zugunsten von "gefühlten" Straftaten.
  • Kurt  Oertli , via Facebook 17.09.2016
    Wie war das mit der Mücke und dem Elefanten? Schmuddelige SMS sind peinlich und dumm, aber man kann sie unterbinden, klipp und klar. Und ohne daraus eine Riesenaffäre zu machen. Das ganze riecht nach Abrechnung, mit Burger, mit den Männern.
  • kurt  schlup aus Holziken
    17.09.2016
    Da spielt doch eine Lohnfortzahlung keine Rolle, der Lohn kommt ja mehrheitlich von den Beitragszahler sogenannten Arbeitsnehmer und die Gewerkschaftsbosse tun einander nicht weh.
  • Michael  Rudolf 17.09.2016
    Burger ist nicht in einem Amt, daher kann auch nicht von einem Rücktritt gesprochen werden.
    Burger ist bei der UNIA angestellt, ein Lohnempfänger.
    Weshalb diesem Herrn nicht fristlos gekündigt werden kann, zumal auf Belästigung bei der UNIA ja die Höchststrafe steht, bleibt ein Rätsel.
    Nun denn, wie gesagt, die UNIA hat Vorbildcharakter - wohlan liebe Chefs, macht es Burger nach - einen komfortableren Abgang gibt es ja fast nicht.
  • Tom  Schott aus Zuhausikon
    17.09.2016
    auch heute ist - wie an so vielen anderen tagen auch - wieder einmal eine über jedes mass hinaus parfümierte frau an mir vorbeigelaufen. der abscheuliche gestank hat meinen geruchssinn mindestens genauso stark gereizt wie ein klaps auf den hintern einer frau deren tastsinn. und da parfüm eindeutig eine sexuelle komponente besitzt, könnte man mit genau gleichem recht von sexueller belästigung sprechen wie beim klaps auf den hintern. wieso machen die frauen nur im einen fall ein riesen geschrei?
    • Hans-Ulrich  Feuz 17.09.2016
      Ja Herr Schott, wenn Sie den Unterschied zwischen Gestank und einer direkten Berührung nicht kennen, sollte man vermutlich die Frauen vor Ihnen schützen!?