Trotz Debakel an der Urne will Saab wieder offerieren Gripen soll nochmal starten

Beim Volk ist der Gripen 2014 durchgefallen – und fertig ist er immer noch nicht. Dennoch will Hersteller Saab auch in der neuen Schweizer Kampfjet-Runde mitmischen.

HANDOUT – Der Kampfjet Gripen F Demonstrator bei einem Testflug in Linkoeping, Schweden. Ein Team von Spezialisten der Luftwaffe und Armasuisse absolvierte vom 2. bis 4. Mai 2012 in Linkoeping, Schweden, Testflüge mit dem Gripen F Demonstrator. Die insgesamt vier Flüge mit dem Doppelsitzer dienten der Verifikation der Beurteilung des Gripen E/F und dem Risikoabbau der Weiterentwicklung des Flugzeugs. Alle Testflüge konnten durchgeführt werden. (VBS)  play
HANDOUT – Der Kampfjet Gripen F Demonstrator bei einem Testflug in Linkoeping, Schweden. Ein Team von Spezialisten der Luftwaffe und Armasuisse absolvierte vom 2. bis 4. Mai 2012 in Linkoeping, Schweden, Testflüge mit dem Gripen F Demonstrator. Die insgesamt vier Flüge mit dem Doppelsitzer dienten der Verifikation der Beurteilung des Gripen E/F und dem Risikoabbau der Weiterentwicklung des Flugzeugs. Alle Testflüge konnten durchgeführt werden. (VBS)  SBL_2012_05_20

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Geht es nach Verteidigungsminister Guy Parmelin, soll die Schweiz im nächsten Jahr die Evaluation für einen neuen Kampfjet starten. Für 2020 ist der Typenentscheid geplant, und schon ab 2025 sollen die neuen Kampfjets geliefert werden.

Mit von der Partie möchte auch diesmal wieder der schwedische Kampfjet-Hersteller Saab sein, wie die «Aargauer Zeitung» berichtet. «Wir sind bereit zu offerieren und sind zuversichtlich, dass wir den Gripen E innerhalb des Schweizer Zeitplans liefern könnten, wenn die Schweiz sich dafür entscheidet», sagt Rustan Nicander, Chef Saab Schweiz und südliches Europa gegenüber der Zeitung.

«Papierflieger» konnte nicht überzeugen

Wohlgemerkt: Der Gripen E ist das gleiche Flugzeug, das vor zwei Jahren hierzulande nicht überzeugen konnte: 53,4 Prozent sagten im Mai 2014 Nein zum schwedischen Jet, gegen den die Gruppe Schweiz ohne Armee (GSoA) zusammen mit linken Parteien und Organisationen das Referendum ergriffen hatte. 

Der schwedische Hersteller Saab lässt sich davon nicht beirren. Der Gripen E sei für die Schweiz ein gutes Geschäft: ein Kampfjet, der die neuste Technologie zu einem vernünftigen Preis biete. Ob Sicherheitspolitiker das ebenso sehen, ist fraglich. Denn in der Abstimmung vor zwei Jahren wurde Saab vor allem zum Verhängnis, dass es den Flieger nur auf dem Papier gab, er also nicht im Einsatz stand.

Jet ist immer noch nicht fertig

Und dieses Problem ist bis heute nicht behoben, der Jet ist noch immer in der Entwicklung. Laut Nicander wird der neue Gripen E erst zwischen 2019 und 2026 an die schwedische Luftwaffe ausgeliefert. Dennoch gibt er sich zuversichtlich. «Das Gripen E-Programm ist auf Kurs und die Produktion läuft», sagt er gegenüber der «Aargauer Zeitung». Die Flugtestphase beginne noch im laufenden Jahr.

Dennoch dürfte es Stand heute für den Gripen eng werden. Nachdem die Armee mit dem Bodluv-System für die bodengestützte Luftverteidigung und dem 125-Millionen-Abschreiber beim IT-Projekt FIS Heer zwei Debakel produziert hat, dürfte der Appetit der Sicherheitspolitiker auf nicht fertig entwickelte Beschaffungen gering sein. (sf)

Publiziert am 11.01.2017 | Aktualisiert am 11.01.2017
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38 Kommentare
  • Walter  Müller aus Igis
    11.01.2017
    5 Flieger reichen, der Rest ist Quatsch. Statussymbole am Himmel brauchen wir nicht. Wir haben heute ein anderes Feindbild wie vor 50 Jahren.
  • Paul  Meier aus Bergdietikon
    11.01.2017
    hört endlich auf mit dieser Geldvernichtung - wir brauchen keine Luftwaffe... die jetzigen Flugi reichen noch lange um das WEF zu schützen!
  • Felix  Egolf aus CHAM
    11.01.2017
    Leider ist der Gripen einstrahlig. Das ist sein Handikap denn die Flugzeuge werden ein Drittel Jahrhundert über einer immer dichter bevölkerten Schweiz zum Training eingesetzt. Ein Triebwerk ist kein Triebwerk, deshalb operiert die Luftwaffe Tiger und Hornet. Das hat sich bewährt. Leider ist auch die Lärmfrage noch nicht geklärt.
  • Ulrich  Schwab 11.01.2017
    Besser Jets in Russland oder China testen. Die fliegen nämlich schon. Die Russischen sind auch schon im Kriegseinsatz getestet.
  • Denis  Bloch aus Heiligenschwendi
    11.01.2017
    Ich fände es gut wenn die Schweiz einen eigenen Kampfjet entwickeln würde. Die Firmen hätten wir (RUAG, Pilatus) und die Landesgrösse ist auch kein Argument, da Schweden die gleichen Einwohnerzahlen hat und weniger BIP. Ausserdem müsste man nicht so viele bauen weil man im Notfall schnell hochrüsten könnte. Und es würde viel Arbeitsplätze geben. Wäre doch super!!!
    • Beat  Schenker aus Lugano
      11.01.2017
      Vermutlich Unterschätzen Sie die schwierigkeiten und möglichen Kosten. Sicher gibt es bei uns die nötigen fähigkeiten, was aber noch lange nicht heisst es auch realsieren zu können. zB IT-Projekt FIS Heer sicherlich ein Problem das als Teil auch bei der Fliegerentwicklung eine Rolle spielt.
    • Xaver  Perte 11.01.2017
      Die von ihnen genannten Firmen wären technisch gesehen sicher in der Lage einen Kampfjet zu entwickeln und zu bauen. Aber zu welchem Preis? Sie müssten mit mindestens 5 Milliarden Franken entwicklungskosten rechnen plus 3 Milliarden um eine gewisse Anzahl Flugzeuge herzustellen. Also werden die Kosten enorm höher als ein Flugzeug zu kaufen. Die Kosten könnten nur wieder hereingeholt werden bei erfolgreichen Exporten in nicht geringer Stückzahl. Aber das wäre in der CH politisch nicht möglich!