Das meint BLICK zum Behördenversagen Diesmal gibt es Mitschuldige

Der mutmassliche Terrorist von Berlin war in mehreren Ländern als Krimineller und Islamist bekannt. Dennoch schlüpfte Anis Amri durch alle Sicherheitsnetze. Ein Versagen der Behörden mit tödlichem Ausgang für die Opfer – und unabsehbaren Folgen für die Gesellschaft.

Polizisten patrouillieren durch den wiedereröffneten Weihnachtsmarkt am Breitscheidplatz in Berlin. play
Polizisten patrouillieren durch den wiedereröffneten Weihnachtsmarkt am Breitscheidplatz in Berlin. EPA

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Andreas Dietrich, stellvertretender Chefredaktor Blick. Shane Wilkinson

Nach jedem Terroranschlag – kaum ist die Zeit der Trauer und Betroffenheit vorbei, und diese Frist wird immer kürzer – verlangt die Öffentlichkeit nach einem Schuldigen. Gemeint ist nicht der eigentliche Täter, der ist in der Regel tot. Gemeint ist das System, das dessen Abscheulichkeiten hätte verhindern müssen. Dabei wissen wir im Grunde alle: In vielen Fällen war es nicht zu verhindern. Staatliches Handeln hat Grenzen, Selbstmordattentäter haben sie nicht. Diesem tödlichen Vorteil haben wir wenig entgegenzusetzen.

Doch im Fall des mutmasslichen Terror-Fahrers von Berlin, und es ist nicht der erste, ist die Kritik angebracht. Das Versagen der Behörden ist, länderübergreifend, eklatant und erschreckend. Die mieseste Rolle spielt Tunesien, das seine Kriminellen als Wirtschaftsflüchtlinge nach Europa exportiert oder zumindest nicht zurücknimmt. Doch auch Italien und Deutschland, und damit der Schengen-Raum, haben versagt. Vielleicht auch die Schweiz, das ist noch unklar. Die kriminellen, gewaltbereiten Umtriebe des Islamisten Anis Amri waren bekannt. Dennoch kam er immer wieder davon.

Die Politiker haben den Menschen im Schengen-Raum Bewegungsfreiheit und Sicherheit versprochen. Restlose Sicherheit hat niemand erwarten dürfen, die gab es auch in Zeiten enger nationaler Grenzkontrollen nicht. Aber was jetzt ans Tageslicht kommt – das hat niemand erwarten müssen. Solches Versagen erschüttert den Glauben in das Funktionieren der Behörden. Mehr Zusammenarbeit der Staaten muss mehr Sicherheit bedeuten, nicht weniger.

Publiziert am 23.12.2016 | Aktualisiert am 01.01.2017
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18 Kommentare
  • Wolfgang  Gallin aus Berlin
    23.12.2016
    nichts wird sich ändern, weil die, die etwas ändern könnten, selber nicht wissen wie sie was ändern sollen. der fehler liegt schon Jahre zurück. hätten wir damals einen herrn orban aus ungarn gehabt wäre uns vieles erspart geblieben. so müssen wir weiter auf mithilfe des amerikanischen geheimdienstes hoffen, weil unsere behörden unfähig sind, die gefahren rechtzeitig zu erkennen.
  • Rocco  Martignoni , via Facebook 23.12.2016
    Datenschutz sind nur Gut für alle Heimliche ,und sich nicht am Gesetzt halten ,das machen doch auch 90 Prozent alle Politiker Incl. Bundesraten, sonnst war diese Gesetzt überhaupt nicht nötig , alle welche nichts zu verstecken haben brauchen dieses Gesetzt nicht.
  • Klaus  Müller 23.12.2016
    Es ist einfach unwahr, dass eine gute Grenzsicherung nichts nützt. Bei der Einreise in die DDR wurde so genau kontrolliert, dass so etwas kaum denkbar war. Auch Israel hat seit der massiven Grenzsicherung wesentlich weniger Terror. Denn es braucht auch immer ein Netzwerk vor Ort und Unterstützer im Hintergrund. Davon hat man eben viele unkontrolliert nach Europa geholt. Es ist traurig, wenn dann immer das Märchen kömmt, man hätte ja nichts tun können. Die offenen Grenzen sind politisch gewollt.
    • Hansjürg  Meister 23.12.2016
      Mit "Netzwerk" und "Unterstützer im Hintergrund" meinen Sie aber nicht nur islamistische Kreise, nicht wahr? Ich würde da noch andere mit einbeziehen...
  • Paul  Meier 23.12.2016
    Ganz sicher gibt es Verantwortliche bei Politikern, Regierungen und Behörden. Aber zum Teil handeln die nicht oder verspätet, auch aus Angst vor den Medien mit ihrer Menschrechts-Duselei, ihrem Diskriminieruns-Geschrei und ihrem Religions-Pipapo, wo man nicht sagen darf, was Sache ist. Da gibt es auch eine grosse Verantwortung, für die sich dort aber niemand verantwortlich erklären will.
  • Martin  Rippstein 23.12.2016
    Es muss gesagt werden das nationale Behörden noch ein weit krasseres Fehlverhalten an den Tag legen! Justizsenator Steffen (Grüne) hat mehr als zwölf Stunden verhindert, dass die Polizei auf ihrer Facebook-Seite nach dem Verdächtigen fahndete! Steffen begründet seine Bedenken damit, dass auf der Seite der Polizei im Kommentarfeldern beleidigende oder volksverhetzende Inhalte verbreitet werden könnten. Dieser jämmerliche Täterschutz nimmt kein Ende und darf nicht mehr akzeptiert werden.