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Wer im Fragebogen mindestens drei <b>Fragen aus finanziellen Gründen mit NEIN </b>beantwortet, gilt als arm.
Erstmals lässt sich die Armut in der Schweiz mit dem Ausland vergleichen. Das Bundesamt für Statistik hat dazu nach dem Zufallsprinzip rund 7000 Schweizer Haushalte mit insgesamt über 17‘000 Personen nach ihrer Lebenssituation befragt.
Damit die Antworten vergleichbar sind, ist man nach dem Muster der EU vorgegangen. Dabei wird die Armut auf zwei Arten gemessen.
Auf was müssen die Leute verzichten, weil sie es sich nicht leisten können?
Neun Fragen werden gestellt – wer mindestens drei davon aus finanziellen Gründen mit Nein beantwortet, gilt als arm. Blick.ch zeigt den ganzen Fragebogen. Wie sieht es bei Ihnen aus?
In der Schweiz sind zum Beispiel knapp 22 Prozent der Bevölkerung nicht in der Lage, eine unvorhergesehene Ausgabe von 2000 Franken aufzubringen (siehe Fragebogen).
Insgesamt haben 6,7 Prozent der Schweizer drei oder mehr Mal mit Nein geantwortet. Die Statistiker nennen das die «Quote der materiellen Entbehrung». Und diese lässt sich nun zum ersten Mal direkt mit EU-Ländern vergleichen (Liste rechts).
Die Unterschiede sind gewaltig. In Rumänien oder Bulgarien liegt der Wert bei 50 Prozent und darüber. Im EU-Schnitt sind es über 17 Prozent, also gut zweieinhalb mal so viel wie in der Schweiz. Besser sind nur einige nordeuropäische Länder.
Bei der zweiten Methode werden die Einkommen angeschaut. Dabei zählt man all jene Personen, die in einem Haushalt leben, dessen Einkommen deutlich unter dem üblichen Lohnniveau liegt. Konkret gilt gemäss EU-Regel als «armutsgefährdet», wer weniger als 60 Prozent des mittleren Einkommens im jeweiligen Land erzielt.
Übertragen auf die Jahreseinkommen in der Schweiz heisst das: 28‘700 Franken für Einzelpersonen und 60270 Franken für ein Ehepaar mit zwei Kindern. Das Resultat: 14,6 Prozent der Schweizer Bevölkerung müssen mit weniger auskommen.
Anders ausgedrück: Fast jeder Siebte lebt mit der Gefahr, in die Armut abzugleiten.
Im Unterschied zur ersten Berechnung schneidet die Schweiz bei diesem Wert eher durchschnittlich ab. Der EU-Schnitt ist 16,7 Prozent. Deutschland und Italien sind leicht schlechter als die Schweiz, dafür sind Österreich und Frankreich etwas besser.