Jetzt ist es sicher Syrische Rebellen kämpfen mit Schweizer Handgranaten

  • Publiziert: 15.08.2012
play Ein syrischer Rebell mit einer HG 85. (srf)

Handgranaten des Bundesbetriebes Ruag werden derzeit im syrischen Bürgerkrieg eingesetzt. Dorthin gelangten sie über einige Umwege. Das berichtet heute die «Rundschau».

Ein «Rundschau»-Journalist konnte erstmals Schweizer Handgranaten im Einsatz filmen – auch in der umkämpften Wirtschaftsmetropole Aleppo.

Fast jede Rebellentruppe, die er gesehen habe, habe Schweizer Handgranaten auf sich getragen, erzählt der Journalist. Drei Viertel aller eingesetzen Handgranaten würden aus der Schweiz stammen.

Bereits seit längerem ist bekannt, dass die vom bundeseigenen Rüstungskonzern RUAG hergestellten Sprengkörper vom Typ HG85 und OHG92 ursprünglich mit einer bewilligten Lieferung in die Vereinigten Arabischen Emirate (VAE) gelangten.

Via Emirate und Jordanien an die Front

Dass die Granaten am Schluss in den Händen von Rebellen der Freien Syrischen Armee landeten, war ein klarer Verstoss gegen die Nichtwiederausfuhrerklärung, welche die Emirate unterzeichnet hatten.

Recherchen der «Rundschau» sollen nun belegen, dass die syrischen Rebellen die Waffen nicht von den Emiraten erhielten. Die VAE lieferten die Schweizer Granaten als Geschenk nach Jordanien. Von dort gelangten die Sprengkörper wohl über die Türkei in den Norden von Syrien. (PD SRF)

Sendehinweis: «Rundschau», Mittwoch 20:50 Uhr, SF1.

Beliebteste Kommentare

  • Rolf  Gurtner , Münsingen
    Nun haben unsere Gutmenschen Mal wieder was zum Schäumen, aber was wäre die Alternative? Schliesslich liefern andere Staaten noch so gerne an Jedermann, allen voran Russland und Nordkorea.
    Wenn die Rebellen mit unseren Qualitäts-HGs den Despoten besiegen, wenn kümmerts???
  • Markus  Roth
    Wenn nicht wir, dann halt ein anderer Lieferant. Wen kümmert es in hundert Jahren, wer wem Handgranaten geliefert hat...
    Der Krieg ist so alt wie die Menschheit, spätestens in 50 Jahren werden wieder die Europäer aufeinander los gehen, selbstverständlich der Not gehorchend. Die Menschheit kennt keinen Frieden, also gewöhnen wir uns endlich daran...

Alle Kommentare (16)

  •   Heinz Knauser , z.Zeit in Thailand
    Krieg ist die Fortsetzung von Politik:
    Dann benötigt es Waffen!
    Wenn wir nicht liefern, liefern andere Staaten!
    Wie Sie dann eingesetzt werden ist ein anderes Kapitel!
    • 16.08.2012
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  • Juan  Garcia
    Und wenn die Schweiz Drehbänke geliefert hätte mit denen dann Geschützrohre produziert werden würden sich die Träumer auch aufregen. Ich rege mich erst wieder auf, wenn eine Zivilbevölkerung mit unseren Waffen aus einer Direktlieferung massakriert werden. Solange sie dazu benutzt werden einen Menschenverachtenden Diktator zu stürzen bin ich mit dem Verwendungszweck vollauf zufrieden.
    • 16.08.2012
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  • ben  coratsch
    Oh, was für eine Überraschung, jemand tötet Menschen mit den Waffen die wir exportieren. Dabei wollen wir doch bloss unsere neutralen Arbeitsplätze sichern. Diese Waffen sind nicht zum töten von Menschen gedacht ....
  • Ramon  Lampert
    Wer Waffen will bekommt sie auch, egal über welchen Weg. Nur begreifen dies immer noch nicht alle. Immerhin hat das ganze einen positiven effekt auf unsere Wirtschaft.
  • Manfred  Wild
    Man stellt Granaten her, verkauft diese und wundert sich dann dass die Granaten eingesetzt werden?
    • 16.08.2012
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