Knatsch um SVP-Wunderwaffe Karin Bertschi Heimliche Umzugspläne - Grossratssitz weg?

AARAU - Kurz nach ihrem Wahlerfolg geriet die Recycling-Unternehmerin Karin Bertschi ins Visier von Parteikollegen aus der Aargauer SVP. Weil Bertschi Umzugspläne wälze, sei das Wahlbetrug. Jetzt haben Bertschi und ihre Kritiker eine Einigung erzielt: Zieht Bertschi weg, muss sie allenfalls auch ihr Mandat abgeben.

Aktuell auf Blick.ch

Top 3

1 Nicolas Voide zum Hauskrach in der CVP Wallis «Darbellay hat die Partei...
2 Unternehmenssteuerreform III Gemeinden drohen mit Initiativen
3 Vorerst keine weiteren Reformen geplant Oberste Erziehungsdirektorin...

Politik

Immer informiert - Abonnieren Sie den Blick-Newsletter!
Bitte geben Sie eine gültige E-Mail-Adresse ein.
Schön, dass wir Ihnen unsere BLICK News des Tages senden dürfen. Möchten Sie zusätzlich den BLICK Sport Newsletter erhalten?
teilen
teilen
0 shares
20 Kommentare
Fehler
Melden

Kaum war Karin Bertschi (26) vergangenen Sonntag glanzvoll in den Aargauer Grossen Rat gewählt, geriet die SVP-Nachwuchshoffnung bereits in einen parteiinternen Krach. «Wählerbetrug», warf SVP-Fraktionspräsident Jean-Pierre Gallati (50) der Recycling-Unternehmerin in der «Aargauer Zeitung» vor.

Hintergrund ist, dass Bertschi plant, den Bezirk Kulm in anderthalb Jahren wohl Richtung Wettingen zu verlassen. Sie habe schon vor ihrer Nomination im privaten Kreis darüber gesprochen, dass sie zu ihrem Lebenspartner ziehen will, wie die «Schweiz am Sonntag» schreibt. Auf dem Online-Forum der Zeitung sprechen Kommentatoren davon, dass Bertschi sogar schon ein Eigenheimprojekt ausserhalb ihres Wahlkreises verfolge. Darum gab es Stunk bei der SVP im Bezirk Kulm.

KARIN BERTSCHI play
Einigung mit Folgen: Zügelt SVP-Wunderwaffe Karin Bertschi innerhalb von zwei Jahren aus dem Bezirk Kulm, muss sie ihr eben erst errungen Mandat im Aargauer Grossen Rat zurückgeben.  STEFAN BOHRER

 

Am Samstagnachmittag sprach sich Bertschi mit Gallati aus. Die Moderation der Krisensitzung übernahmen SVP-Kantonalpräsident Thomas Burgherr im Beisein des Bezirksparteipräsidenten. Die Einigung: «Sollte Karin Bertschi innerhalb der nächsten zwei Jahre ihren Bezirk verlassen, legt sie ihr Mandat nieder», teilte die SVP Aargau im Anschluss mit. Zügelt sie nach dieser Frist aus ihrem Bezirk, entscheidet die SVP Kulm, ob sie ihren Sitz im Aargauer Parlament behalten darf, wie «Sonntagsblick» und «Schweiz am Sonntag» schreiben.

Emotionen in der SVP Aargau schlagen offenbar schnell um. Gallati, der Bertschi gerade noch Betrug vorgeworfen hatte, hiess die Neo-Politikerin an der Sitzung «herzlich» im Kreise der Fraktion willkommen.

Publiziert am 30.10.2016 | Aktualisiert am 15.01.2017
teilen
teilen
0 shares
20 Kommentare
Fehler
Melden

TOP-VIDEOS

20 Kommentare
  • Pietro  Morettini aus Andermatt
    31.10.2016
    Das zeigt doch wieder einmal die ganze Kleinkariertheit unserers Landes, wo immer noch nur bis zur Dorfgrenze geschaut wird. Ein wunderbares Beispiel ist z.B. der Tourismus in unserem Kanton,
    engstirnig auf Regionen (Uri ist ja riesig) aufgeteilt und altbacken und stur verwaltet. Mehr Offenheit wäre in der Politik und Wirtschaft wünschenswert; und dies ist parteiunabhängig.
  • Ueli  Keller 31.10.2016
    Kaum schafft es mal eine wirklich intelligente, unabhängig denkende SVP-Frau in den Grossrat, kommen gleich die männlichen SVP-Neider und finden irgendwetwas, was man der Frau vorwerfen kann. Offenbar hat man bei dieser Partei immer noch nicht gelernt, dass es wahrscheinlich mehr Frauen als Männer gibt, die denken, bevor sie etwas sagen, und nicht nur einfach die Sprüche von Rösti, Amstutz etc. nachplappern.
    • Pedro  Steinmann 31.10.2016
      Es ist doch reine Werbung für die Frau, Man(Frau) muss in aller Munde sein, ob positiv oder negativ, Hauptsache man redet über die Person.
  • Anton  Werth aus Visp
    30.10.2016
    Kulm oder Wettingen, dass wir überhaupt darüberreden, ist lächerlich. klar, kulm liegt in marokko und wettingen in polen ..... so ein verdammter schwachsinn!!
  • Fritz  Frigorr 30.10.2016
    Die Volchspartei und deren Verständnis von Demokratie, deren Verhältnis zum scheinbar so geliebten Volch.
  • Peter  Kunz aus Biberist
    30.10.2016
    Ich erstehe dieses interne Probleme der Aargauer SVP nicht. Ganz sachlich stelle ich fest, dass Frau Martullo-Blocher in Kanton Zürich lebt, die Schriften im Kanton Zürich hat und trotzdem Nationalrätin für den Kanton Graubünden ist. Solche Spiele und Verfassungsinterpretationen sind in der SVP doch ganz normal. Wieso soll jetzt Frau Bertschi nicht innerhalb des Kantons Aargau umziehen dürfen? Das Volk kann, sofern man das möchte, bei den nächsten Wahlen korrigieren.