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Christian Lüscher: Der rechte Liberale wird zum Problem für die SVP. (Keystone)
Wochenlang hat die SVP ihren Verbündeten, den Freisinn, unter Druck gesetzt: «Wir wollen einen Kandidaten, der uns nahe steht», so die Devise. SVP-Chef Toni Brunner bezeichnete den FDP-Favoriten Didier Burkhalter ausdrücklich als «unwählbar», da zu EU-freundlich und sicherheitspolitisch zu offen. Partei-Vordenker Christoph Mörgeli lancierte dafür mehrfach den Namen des rechten Genfer Liberalen Christian Lüscher.
Die SVP bekam, was sie wollte. Lüscher ist fürs FDP-Zweierticket nominiert. Zufrieden ist die SVP trotzdem nicht. Stattdessen setzen massgebliche Parteiführer jetzt auf Burkhalter. Chefstratege Christoph Blocher empfiehlt, den Neuenburger zu wählen. Mörgeli betont plötzlich: «Ich habe ihn nie als unwählbar bezeichnet.» Und Toni Bortoluzzi, der vorher vehement eine eigene SVP-Kandidatur gefordert hatte, gibt auch klein bei.
Derweil setzten Brunner, Fraktionschef Caspar Baader und der mögliche eigene Anwärter, der Freiburger Jean-François Rime, weiterhin auf eine eigene Kandidatur. Rime hat noch gestern seine Bereitschaft bekräftigt, zur Wahl anzutreten.
Warum das Hin- und Her? Weil die Partei in ihrer eigenen Lüscher -Falle steckt. Der Genfer könnte mit SVP-Unterstützung Konkurrent Burkhalter aus dem Rennen werfen (gestern im BLICK). Im Schlussgang gegen Schwaller bliebe er aber chancenlos – die SVP wäre Steigbügelhalter der CVP. Ein Albtraum für Blocher: Schliesslich war Schwaller an seiner Abwahl beteiligt. Für Blocher persönlich gilt deshalb: «Egal wer, nur nicht Schwaller».
Gut möglich aber, dass sein Wort nicht mehr so viel zählt und die SVP ein doppeltes Spiel treibt: Gegen aussen pro Burkhalter, auf dem geheimen Wahlzettel steht aber ein anderer Name. Würde nämlich Schwaller gewählt, könnte die SVP Zeter und Mordio von wegen «CVP-Links-Allianz» schreien. Für den Wahlkampf 2011 käme das wie gerufen.