Sommaruga bleibt unter Druck SVP: Nothilfe kürzen, Grenzkontrolle wieder einführen

BERN - Nothilfe kürzen, Grenzkontrollen wieder einführen. In Sachen Asylwesen macht die SVP auf Justizministerin Sommaruga Druck. Nicht weniger als 45 Anträge hat die Partei heute vorgestellt.

  • Publiziert: 20.02.2012
  • Karin Müller
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Asylbewerber in der Mensa des Asylempfangs- und Verfahrenszentrums in Chiasso (Symbolbild)

(sda)

In der Frühlingssession, die nächste Woche beginnt, lanciert die SVP gleich mehrere Motionen zum Asylwesen. Sofortige Korrekturen seien notwendig, um den Asylrechtsmissbrauch zu stoppen. Daher hat sich eine Arbeitsgruppe der SVP intensiv mit den nötigen Besserungen im Asylwesen beschäftigt und 45 Anträge verfasst.

Kein Pardon mit Italien

So fordert die Partei, dass mit Staaten wie Italien, wo Rückschaffungen schwierig sind und das Dublin-Abkommen nicht richtig angewendet wird, unverzüglich wieder Grenzkontrollen eingeführt werden.

Aus der Sicht des Bundesamts für Migration (BfM) macht das wenig Sinn. «Mit der Wiedereinführung der Grenzkontrollen würde die Schweiz riskieren, nicht länger von den für die Schweiz positiven Aspekten von Schengen-Dublin profitieren zu können», sagt BfM-Sprecher Michael Glauser.

Weiter fordert die SVP, die Nothilfepauschale pro Asylbewerber zu senken. Dies als Anreiz für die Kantone, Asylbewerber schneller wegzuweisen. Aktuell liegt die Pauschale bei rund 6000 Franken.

Desertation soll kein Asylgrund mehr sein

Für die Änderung des Asylgesetzes werden Anträge eingereicht zur Senkung der Attraktivität, der Verfahrensverkürzung und des besseren Vollzugs und Wegweisung. Zudem sollen Wehrdienstverweigerung und Desertation  keine Flüchtlingsgründe mehr sein. Für die Änderung des Asylgesetzes werden Anträge eingereicht zur Senkung der Attraktivität, der Verfahrensverkürzung und des besseren Vollzugesund Wegweisung. Die wichtigsten Forderungen sind:

  • Wehrdienstverweigerung und Desertation sind keine Flüchtlingsgründe
  • Exilpolitische Tätigkeit gilt nicht als Flüchtlingseigenschaft
  • Sozialleistungen und Nothilfe gibt es nur, wenn die Identität bekannt gegeben wird
  • Unterstützung und Nothilfe wird nur noch in Form von Sachleistungen ausgerichtet
  • Die Nothilfe wird auf vier Monate beschränkt
  • Die Sozialhilfe wird zwingend entzogen bei einer Freiheitsstrafe oder bei Verletzung der Mitwirkungspflichten
  • Vorläufig Aufgenommene haben kein Recht auf Familiennachzug
  • Asylverfahren von Untergetauchten werden abgeschrieben
  • Mit einer Vorabklärung soll vor der Entgegennahme des Gesuches abgeklärt werden, ob überhaupt Asylgründe vorliegen

Gegenwärtig wird die Frage betreffend Wehrdienstverweigerern im Parlament behandelt. Am 25. Nov. 2011 beantragte die zuständige Kommission des Ständerats mit 8 zu 4 Stimmen ihrem Rat, dass Asylsuchende, die als Verfolgungsgründe einzig Wehrdienstverweigerung oder Desertion geltend machen, in der Schweiz künftig kein Asyl mehr erhalten, sondern höchstens vorläufig aufgenommen werden sollen.

Die Anträge sollen in der Staatspolitischen Kommission (SPK) am 23. und 24. Februar 2012 besprochen werden.

Kommentare (19)

  • Müller  Franz
    es hat einen Volksentscheid gegeben, obs nun passt oder nicht!!! Ein Volksentscheid muss umgesetzt werden, was macht Frau Somaruga und co?? Einfach das tun was ihnen passt!! Es wäre an der Zeit das die Politiker verstehen das in Bern nicht nur Geld zuholen ist, sondern das sie auch eine Aufgabe vom Volk erhalten haben... Im Grunde sind das unsere Angestellten und jeder der nicht unsere Aufgaben erfüllt muss auf der Stelle rausgeschmissen werden!!!
    • 21.02.2012
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    • Werner  Bieinisowitsch , Sant Jordi
      Da bin ich total Ihrer Meinung. Es gab Zeiten ist schon lange her, da waren die Politiker, vom Volk gewählt, für das Volk da, die Interessen der Bürger zu vertreten. Seit vielen Jahren scheint es mir, dass sich das Blatt gewendet hat, die Politiker meinen im Ernst, dass das Volk für sie dasein muss, keine Spur mehr vom "geehrt sein", dass man ein Amt ausführen darf, um dem Bürger zu dienen. Leider können die Bürger diese "Angestellten" nicht alle feuern, denn da würden nicht mehr viele, oder vielleicht gar keine übrigbleiben.
      • 21.02.2012
      • als Kommentar auf Müller  Franz
      • 1 Gefällt mir
  • Karl  Liniger , Cham
    Das hätte man schon vor langer Zeit machen müssen. Ich komme mir echt verarscht vor.
    • 21.02.2012
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  • Studer  Werner
    .... dass mit Staaten wie Italien, wo Rückschaffungen schwierig sind und das Dublin-Abkommen nicht richtig angewendet wird, unverzüglich wieder Grenzkontrollen eingeführt werden. Und die Antwort des Bundesamts:.. Wiedereinführung der Grenzkontrollen würde die Schweiz riskieren, nicht länger von den für die Schweiz positiven Aspekten von Schengen-Dublin profitieren zu können». Positiv Aspekte? Hab mich wohl verhört! Lohndumping, Kriminalität, überfüllte Gefängnisse, sozialer Missbrauch etc. noch und noch. EU-Schweden hat es vorgemacht ohne Konsquenzen und BfM hat schon beim Vorschlag die Hosen voll. Zum Glück gabs beim Rütlischwur noch kein BfM!!!
    • 20.02.2012
    • 1 Gefällt mir
  • hansr  bloch
    damit ich weissss warum ich arbeite,hätte ich noch paaar Rp übrig!
    anstatt der kirche zu spenden die lieber meckern als etwas zu unternehme bis sie rückgeführt sind.
    • 20.02.2012
    • 0 Gefällt mir
  • Andreas  Zeidler , Baar
    Man kann doch nicht einer SP Politikerin das Asylwesen übergeben...!
    Wohin das führt sehen und hören wir ja täglich!!!!!!
    • 20.02.2012
    • 0 Gefällt mir
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