SVP-Kollegen sind sauer Stolpert Reimann über Rapper Besko?

BERN - SVP-Nationalrat Lukas Reimann war für knallharte Ausschaffungen. Dass er bei Besko eine andere Linie vertritt, goutieren Kollegen nicht.

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Lukas Reimann im «Rundschau»-Beitrag.

Screenshot SRF

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Harte Zeiten für den St. Galler SVP-Nationalrat Lukas Reimann (34). Nachdem er sich gegen die Ausschaffung des kriminellen Rappers «Besko» Kacorraj eingesetzt hat (BLICK berichtete), kommt er nun unter die Räder seiner Partei.

Walter Gartmann play
Walter Gartmann Kestone/Gian Ehrenzeller

Der Präsident der Kantonalpartei, Walter Gartmann, reibt sich heute noch die Augen: «Ich verstehe nicht, was Reimann da macht.» Natürlich dürfe er als Privatperson tun und lassen, was er wolle.

Als vom Volk für die SVP gewählter Nationalrat gehe es aber nicht an, die Positionen der Partei derart zu torpedieren. Reimann habe sich bei seiner Wahl selber für knallharte Ausschaffungen ausgesprochen. «Jetzt, wo mit Mario Fehr sogar die SP dafür ist, ist Reimanns Kehrtwende umso unverständlicher.»

Albert Rösti. play
Albert Rösti. Keystone/Marcel Bieri

Da ist Gartmann nicht der einzige. SVP-Präsident Albert Rösti sagt gegenüber BLICK: «Reimanns Aussagen entsprechen klar nicht der Parteimeinung. Schwerkriminelle müssen ohne Wenn und Aber ausgeschafft werden.»

Rapper Besko. play
Rapper Besko. 13 Photo/Sophie Stieger

 

Auch in den sozialen Medien wird er kritisiert

Die Zürcher SVP-Nationalrätin Natalie Rickli äussert sich auf Facebook ebenfalls dazu: «Erfahrungsgemäss schweigt man also am besten, wenn ein Parteikollege einen ‹Seich› erzählt, weil man sonst die Story noch zusätzlich anheizt. Dann ist es in zwei, drei Tagen vorbei.»

Natalie Rickli play
Natalie Rickli Keystone/Gian Ehrenzeller

Einige Aussagen von Reimann wolle sie aber trotzdem kommentieren: Reimann habe insofern recht, als dass er die kantonal unterschiedliche Auslegung der Ausschaffungsinitiative kritisiere. Deshalb habe sich die SVP für eine konsequente Ausschaffung eingesetzt.

Der Zürcher SVP-Nationalrat Claudio Zanetti macht seinem Ärger auf Twitter Luft: «Wenn jemand von dieser Aktion profitiert, dann Mario Fehr. War das dein Ziel, Lukas Reimann?»

Claudio Zanetti play
Claudio Zanetti Keystone/Gaetan Bally

Auch heute wird noch heftig diskutiert und spekuliert, was der Auslöser für Reimanns Aktion war. Ein von Reimann und Besko geliketer Post auf Facebook weist darauf hin, dass Reimanns Engagement im Fall Besko auf Wunsch seines im August verstorbenen Freundes Marc Horisberger passiert ist.

Publiziert am 27.10.2016 | Aktualisiert am 27.10.2016
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16 Kommentare
  • Albert  Eisenring 28.10.2016
    Reimann hat vollkommen Recht: die Durchsetzungsinitiative ist vom Volk abgelehnt worden, weil die Mehrheit gerade die Härtefallklausel wollte. Diese ist nun für alle Kantone gültiges Recht – was auch mir nicht passt. Aber das vom Volk beschlossene Recht ist nun mal umzusetzen und es ist sehr stossend, dass diese Härtefallklausel von Kanton zu Kanton derart unterschiedlich angewendet wird, wie zwischen 0 und 300 Prozent. Das ist nicht die Anwendung von geltendem Recht, sondern reine Willkür!
  • Bibiana  Schloss 28.10.2016
    Ach Nee...Jetzt wieder alles schönreden wollen... Er hat sich für einen Schwerst-Kriminellen eingesetzt, dass er nicht ausgeschafft wird und das ist eine Tatsache. Als SVP Wähler bin ich schwer enttäuscht !
  • Bibiana  Schloss 28.10.2016
    Das einzige was die Jugendlichen wirklich verstehen, ist die Ausschaffung und die wurde bei diesem schwerkriminellen zum Glück vollzogen. Bin schwer Enttäuscht von Lukas Reimann !
  • Michael  Berger aus St. Gallen
    27.10.2016
    Ich verstehe das Rumgehacke auf Reimann nicht. Ihm geht es nicht darum diesen Verbrecher in der Schweiz zu halten, sondern um vernünftige Umsetzung des Volkswillens. Es kann z.B. meiner Meinung nicht angehen, dass Ausschaffung auf Kantonsebene entschieden wird.
    • Beat  Steiner aus Zug
      28.10.2016
      ja klar, die Umsetzung sollte aus der Zentrale Herrliberg für die ganze Schweiz erfolgen, gäll!!!!!
  • Lorenz   Müller 27.10.2016
    Reimann wird jetzt genug Zeit haben, sich seinem Beruf zu widmen. Denn ein NR, der hoch kriminelle Wiederholungstäter unterstützt, ist bei dieser Partei nicht wählbar. Er hat nur noch eine Chance, sein NR-Mandat zu halten, wenn er zur SP wechselt! Abgesehen davon, es war höchste Zeit, den Kriminellen zu zeigen, dass eine Ausschaffung aus der Schweiz tatsächlich erfolgen kann!