Damit das Skandal-Buch ein Bestseller wird SVP-Fuchs will Sarrazin in die Schweiz holen

  • Aktualisiert am 03.01.2012
  • Von Raphael Diethelm
Thomas Fuchs findet das Skandal-Buch von Thilo Sarrazin (kl. Bilder) «herrvorragend» und will dem Autor einen Auftritt in der Schweiz organisieren.- AP/ZVG

BERN - Thomas Fuchs ist Fan von Thilo Sarrazin. Der Schweizer lädt den Deutschen ein, will aber ein «Ghetto» wie bei Eva Hermans Bern-Besuch verhindern.

Ex-Senator und Bundesbanker (65) trifft mit seinem Buch «Deutschland schafft sich ab» auch in der Schweiz ins Schwarze: Die erste Auflage der umstrittenen Auseinandersetzung mit Geburtenrückgang, Zuwanderung und wachsender Unterschicht ist ausverkauft!

«Sein Buch ist hervorragend», schwärmt der Berner SVP-Grossrat Thomas Fuchs (44) in der «Aargauer Zeitung» von heute über Sarrazin. Er will den Mann, der Deutschland mit Aussagen über ein «Juden-Gen» empört hat, in die Schweiz einladen. «Herr Sarrazin soll selber wählen, ob er in Zürich, Aarau oder Bern auftreten will», sagt Fuchs gegenüber Blick.ch.

Grosses Vorbild – grosse Inserate

Der Präsident der rechtskonservativen Vereine Pro Libertate und Pikom will Sarrazin auch die Themenwahl überlassen: «Es muss einfach um sein Buch gehen.»

Die Veranstaltung soll öffentlich sein und, so hofft Fuchs, 1000 bis 1500 Interessierte anlocken. «Das wird vergleichbar mit einem Blocher-Anlass», verspricht der SVPler. «Sobald ich Sarrazins Zusage habe, werde ich das Ganze mit Inseraten ankündigen.»

Mit Polizei gegen «Gstürm vom strübsten»

Dass der Provokateur aus Berlin nicht nur Fans anziehen könnte, hat Fuchs mit der früheren TV-Moderatorin Eva Herman (51) erfahren. Als Pro Libertate die Frau, deren ihr den Job bei der ARD kostete, im März 2007 nach Bern holte, gabs heftige Proteste.

«Dieses Gstürm vom strübsten wollen wir diesmal mit einer besseren Vorbereitung verhindern», sagt Thomas Fuchs. Dazu gehöre unter anderem ein dem Anlass entsprechendes Polizeiaufgebot. Um das Skandal-Buch für die Vereinsmitglieder schmackhaft zu machen, kämpft Fuchs um einen Rabatt: «Ich hoffe, dass wir 30 Prozent bekommen – und Sarrazin zum Bestseller wird.»

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