Suche nach Atommüll-Endlager Lägern in Zürich wieder im Fokus

Auf der Suche nach einem Standort für ein Atommüll-Tiefenlager sollen die drei Gebiete Jura Ost, Nördlich Lägern und Zürich Nordost weiter unter die Lupe genommen werden. Das empfiehlt die Aufsichtsbehörde ENSI nach der Analyse der Nagra-Unterlagen. Das ENSI überträgt die Pressekonferenz live via Periscope.

Kanton Zürich ist man nicht erfreut: Die Nagra soll den Standort nördliche Lägern wieder ins Auge fassen. play

Kanton Zürich ist man nicht erfreut: Die Nagra soll den Standort nördliche Lägern wieder ins Auge fassen.

Keystone

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Die Dokumentation der Nationalen Genossenschaft für die Lagerung radioaktiver Abfälle (Nagra) sei «überwiegend nachvollziehbar und belastbar». Das teilten das Eidgenösssiche Nuklearsicherheitsinspektorat (ENSI) und das Bundesamt für Energie (BFE) heute an einem Mediengespräch in Brugg AG mit.

Das ENSI kommt jedoch im Gegensatz zur Nagra zum Schluss, dass der Standort Nördlich Lägern im Grenzgebiet der Kantone Zürich und Aargau nicht zurückgestellt werden kann. Die Datengrundlage sei noch nicht ausreichend. Klarheit schaffen sollten weitere Untersuchungen in Etappe 3, hiess es.

ENSI bremst Nagra

Die Nagra wollte Nördlich Lägern ursprünglich zusammen mit den Gebieten Südranden, Jura-Südfuss und Wellenberg (NW) wegen sicherheitstechnischen Nachteilen zurückstellen.

Das ENSI war nicht einverstanden, dass sich die Nagra nur auf jene Gebiete konzentriert, in denen ein Endlager in 700 Metern Tiefe gebaut werden kann. Die Tiefe dürfe vorerst nicht eingeschränkt werden.

Einverstanden ist das ENSI damit, dass die Standortgebiete Jura Ost (Region Bözberg im Aargauer Jura) und Zürich Nordost (Weinland) in Etappe 3 weitergezogen werden.

Die Atomaufsichtsbehörde will ihr detailliertes Gutachten bis zum kommenden Frühling fertigstellen. Danach werden die Kommission für nukleare Sicherheit (KNS) sowie der Ausschuss der Kantone ihre Stellungnahmen abgeben.

Wenn das alles auf dem Tisch liegt, nimmt das Bundesamt für Energie (BFE) eine Gesamtbeurteilung der Vorschläge vor. Das nächste Kapitel auf dem langen Weg zu einem Tiefenlager wird Ende 2017 aufgeschlagen: Sämtliche Berichte, Gutachten und Stellungnahmen gehen in eine dreimonatige öffentliche Vernehmlassung.

Bundesrat entscheidet bis Ende 2018

Der Bundesrat wird gemäss BFE «unter Kenntnis aller relevanten Fakten» voraussichtlich bis Ende 2018 über den Abschluss von Etappe 2 der Standortsuche entscheiden. Damit wird der Bundesrat festlegen, welche Standortgebiete in Etappe 3 tatsächlich vertieft untersucht werden sollen.

Entscheidet der Bundesrat, das Standortgebiet Nördlich Lägern wie vom ENSI vorgeschlagen nicht zurückzustellen, so müssen weitere Untersuchungen durchgeführt werden. Um zeitliche Verzögerungen zu verhindern, hat die Nagra bereits mit den 3D-seismischen Messungen des Untergrunds in diesem Gebiet begonnen. (SDA/bö)

Publiziert am 14.12.2016 | Aktualisiert am 14.12.2016
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13 Kommentare
  • Fritz  Frigorr 15.12.2016
    Die Suche ist schnell beendet : Jeder, der neulich gegen den Ausstieg war, bekommt ein Fass nach Hause geliefert zur behutsamen Aufbewahrung.
  • marius  suter aus niederbuchsiten
    14.12.2016
    Ich würde mich als Konsument dazu bereit erklären ein oder zwei dieser gelben Fässer bei mir im Keller zu lagern. Natürlich nicht gratis - wäre ja blöd.
  • Roland  Wyler 14.12.2016
    Soeben bei Phoenix. In D wurde verstrahltes Material vom KKW Rückbau Biblis versehentlich einfach in der Kehrichtverbrennung entsorgt. Skandal. Verstrahlung wird durch den Rückbau der Anlagen dramatisch ansteigen, da viele Materialen unsachgemäss transportiert und entsorgt werden. Deutschland geht da voran allerdings mit Negativbeispiel.
  • Benjamin  Hutter , via Facebook 14.12.2016
    Für Atomstrom aber keiner will die Endlager . - . Als ob es ein regionales Problem wäre. Es ist ein weltliches!
  • Eugen  Inauen 14.12.2016
    Die USA, England, Frankreich, Russland versenken immer-
    noch ihren Atom Muell im Meer. Das ist ein Problem,
    wo nicht darueber geredet wird, es wird einfach
    gemacht. Fische aus der Nordsee kann man
    schon gar nicht mehr Essen.