WIGOLTINGEN - TG - «Tea Party»-Frontfrau Michele Bachmann soll im Thurgau eingebürgert werden. Erst hiess es, das EDA kümmere sich drum. Beim EDA hiess es, das Bundesamt für Migration sei zuständig. Nun wird klar: Bachmann liess sich und ihre Kinder nur nachträglich registrieren.
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Markus und Michele Bachmann. Seine Eltern kommen aus dem Thurgau.
Michele Bachmann, Frontfrau der rechtskonservativen «Tea Party» ist bekannt als Ex-Präsidentschaftskandidatin der USA. Ihr Mann Marcus hat seine Wurzeln im Thurgau. Jetzt soll Michele Bachmann eingebürgert werden. Verschiedene Medien titelten «Bachmann ist jetzt Schweizerin».
Nur, eine Anfrage von Blick.ch ergibt: Die zuständige Gemeinde Wigoltingen TG weiss offiziell von nichts. Gemeindepräsidentin Sonja Wiesmann Schätzle sagte noch am Vormittag zu Blick.ch: «Ich warte auf Informationen des Bundes. Dann wird geprüft, ob vom Anhörungs- und Beschwerderecht Gebrauch gemacht wird.»
Um 16 Uhr meldet sich Wiesmann erneut und sagt, die Gemeinde hätte gar kein Mitspracherecht. Sie sei schlicht falsch informiert gewesen.
Michele Bachmann hätte lediglich sich und die Kinder noch nachträglich registrieren lassen. Mit Einbürgerung hätte dies nichts zu tun.
Andrea Von Arx-Koprio vom Thurgauer Amt für Zivilstandswesen erklärte der Nachrichtenagentur SDA, Bachmanns Ehemann habe vor Kurzem sein Schweizer Bürgerrecht formell beansprucht. Markus Bachmann ist Bürger von Wigoltigen TG.
Mit der Heirat mit Marcus Bachmann 1978 erhielt Michele Bachmann automatisch das Schweizer Bürgerrecht, wie Von Arx-Koprio sagt.
Wieso Bachmann erst jetzt formell die Eheschliessung registrieren liess, weiss Von Arx-Koprio nicht. Michele Bachmann könnte jetzt einen Schweizer Pass beantragen.
Die Story der «Tagesschau» um die vermeintliche Einbürgerung der US-Politikerin stiftete auch Verwirrung in Bundesbern. Im Normalfall wäre das Aussendepartement (EDA) für eine Einbürgerung von Auslandschweizern zuständig.
Auf Anfrage von Blick.ch bei der Pressestelle des EDA hiess es: «Das Bundesamt für Migration (BfM) ist zuständig.»
Nun meldet sich BfM-Sprecher Michael Glauser und sagt: «Unter dem Namen Michele Bachmann ist kein Einbürgerungsgesuch erfasst.» Das Gesuch würde jedoch behandelt werden wie alle anderen Einbürgerungsgesuche auch.
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