Leser-Debatte Studi-GA für 200 Franken kommt nicht überall an

  • Publiziert: 18.10.2012
play Für 200 Franken vom Wohn- zum Studienort? Die Idee ist umstritten. (Keystone )

Die Nationalratskommission will die Transportkosten für Lernende senken. Blick.ch-Leser sind sich gar nicht einig, was davon zu halten ist.

Heute Morgen sagte die Nationalratskommission für Wissenschaft, Bildung und Kultur zum zweiten Mal Ja zur Reduktion der Transportkosten für Lehrlinge und Studenten. Diesmal «nur» noch mit 12:9 Stimmen – einige CVP- und FDP-Nationalräte kippten dem Vernehmen nach ins Nein-Lager.

SP-Nationalrat Jacques-André Maire möchte mit seiner parlamentarischen Initiative Lernende und deren Eltern finanziell entlasten.

200 Franken sollen Studis und Lehrlinge nur noch bezahlen müssen, um von ihrem Wohn- an den Arbeits- oder Studienort zu gelangen, wobei die Höhe des Pauschalbetrags wohl noch zu reden geben wird.

Nun kommt das Geschäft nun ins Plenum des Nationalrats und danach gegebenenfalls in den Ständerat.

Blick.ch-Leser streiten über die Idee

Das SP-Anliegen sorgte heute auf Blick.ch für rege Diskussionen, über 90 Leser-Kommentare trudelten ein.

Vielen gefällt Maires Idee. Das gilt vor allem für Studenten und Eltern, welche an den hohen ÖV-Kosten für die Kinder zu beissen haben.

So schreibt etwa Yvonne Leonardi: «Ein solches Abo fände ich als Mutter von 4 Kinder sinnvoll für Lehrlinge.» 

Studentin kann «weder Wohnung noch GA bezahlen»

Nicole Sigrist wiederum erklärt: «Ich studiere berufsbegleitend. Arbeite also nebenbei 50 Prozent, dieses Geld geht fast komplett wieder weg für Studiengebühren, Schulbücher, Krankenkasse. Ich kann mir weder eine eigene Wohnung leisten, noch das GA auf einmal bezahlen. Also bezahl ich das GA monatlich der SBB ab, bezahle dafür aber über 300 CHF mehr. Ich wünschte mir mehr Unterstützung.»

Fridolin Garner-Walker findet die Idee sehr gut, «denn so gewöhnen sich die jungen Leute auch eher an die öffentlichen Verkehrsmittel.»

Andere Leser sind hingegen nicht ganz einverstanden: «Ich persönlich finde, das 200 Fr. etwas zu tief angesetzt ist», schreibt Rudolf Baumann via Facebook.

«Ausgerechnet die Partygilde bevorzugen»

Eine Mehrheit der Leser findet aber, dass Studenten nicht bevorzugt werden sollten.  Loris Frey: «Die Idee ist nicht schlecht aber nicht für Studenten sondern für Lernende. Studierende werden vom Staat schon genug privilegiert.»

Deutlicher wird Blick.ch-Leser Edi Veraguth: «Ausgerechnet die Partygilde soll bevorzugt werden - die Studenten werden ja jetzt schon vom Staat überall gefördert. Für Lehrlinge finde ich es akzeptabel – aber nicht zu diesem Preis!»

Ähnlich tönt es bei Markus Wettstein: «Weshalb müssen Studenten überall Verbilligungen haben? Wenn sie einmal den grossen Lohn haben, bezahlen sie auch nirgends mehr wie der Durchschnitts-Füdlibürger!»

Solche Kommentare stossen bei Franz Steiger auf Unverständnis: «Wenn man die Kommentare hier liest, ist es schon beschämend, wie viel Neid Studenten entgegenschlägt. Teilweise ist das Unwissen über ein normales Studentenleben derart gross, dass man sich fragen muss, ob der gesunde Menschenverstand auf der Strecke geblieben ist.» (vuc)

Beliebteste Kommentare

  • heinz  häusler
    dann können sie es gerade auch gratis abgeben ! für schnaps , party und zigaretten haben sie ja auch geld.....!! reduktion ja aber nicht für den preis !
  • Rudolf  Baumann , via Facebook
    Das ist mal ein Vorstoss. Ich persönlich finde, das 200 Fr. etwas zu tief angesetzt ist, zumindest sollte man nicht wieder alle in den gleichen Top werfen. Schüler z.B. verdienen zwar nichts, aber sie können in den Ferien durch Arbeit was dazu verdienen. Damit sie lernen, dass das Leben etwas kostet, sollen sie sich am Abo beteiligen. Ein Handy haben sie ja auch. Dito die Lehrlinge. Aber es ist sicher so, dass der Preis des GA mit derzeit 1500 Fr. für einen 16-jährigen etwas gar hoch angesetzt ist. Wie wärs mit 600 Fr. = 50 / Monat???

Alle Kommentare (144)

  • André  Kocher
    Die Idee ist im Prinzip nicht schlecht.
    Aber warum spricht niemand von unseren Rentnerinnen und Rentner ?
    Für diese Leute wäre z.B. ein GRATISABO ein kleines Geschenk.
    • 19.10.2012
    • 9
    • 9
  • Ruedi  Gwerder , Gersau
    es ist immer ieder schön zu sehen wie sich die Menschen verstehen,
    vom bis wir hatten das auch nicht bis zum für anderes haben sie auch Geld ist alles dabei.Aber einfach zuzugeben,dass die Jugend bei der verkorksten Welt der Alten auch Vorteile haben dürfen ,würde uns "alten Idio,,,,"nicht einfallen.Es Herrsche der Neid !
  • Hans  Häberli , via Facebook
    Und die Verluste durch die geplanten Verbilligungen werden dann einfach an die anderen OeV-Benutzer in Form eines erneuten Preisaufschlages überwälzt?
    • 19.10.2012
    • 40
    • 4
  • Daniel  Bollier , via Facebook
    eine gewisse Anpassung ja, wieso nciht aber nicht um den Preis. 50-100. pro Monat sind zumutbar. Ich befürchte zudem, dass dies lediglich ein Vorstoss ist um ungehindert die Ticketgebühren für alle zu erhöhen.
    • 19.10.2012
    • 24
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  • Thomas  Berger
    Diejenigen welche für diese Idee sind, müssen sich dann nicht beklagen wenn der Preis Abos für die anderen Passagiere steigt. Irgendwie fehlt das Geld dann in der SBB-Kasse.
    • 18.10.2012
    • 69
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