Steuerrabatte für Vermögende Jetzt wird es sogar Reichen zu viel!

Dank Pauschalsteuer-Abkommen zahlen viele reiche Ausländer in der Schweiz kaum Steuern. Nun wehren sich Schweizer Milliardäre gegen diese Dumping-Angebote.

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Gegner von tiefen Steuern sucht man im bürgerlichen Lager meist vergebens. Doch die Pauschalsteuer geht der Schweizer Wirtschaftselite häufig zu weit. Viele ihrer Vertreter haben ihren Unmut über die Sondersteuer für wohlhabende Ausländer bereits öffentlich geäussert. 

Hansheinrich Zweifel (81) hat nichts gegen Pauschalsteuern, solange gemäss dem ursprünglichen Zweck nur ausländische Rentner profitieren. Lenken Pauschalbesteuerte aber von der Schweiz aus ganze Firmenimperien, geht die Rechnung für den Pommes-Chips-Pionier nicht auf. Da frage er sich: «Herrgott, sind wir die Dummen?»

Milliardär Thomas Schmidheiny will ebenfalls zurück zur ursprünglichen Pauschalsteuer. «Heute profitieren Reiche im besten Mannesalter davon. Das ist unfair.»

Der Zürcher Gartenbauunternehmer Heinz Spross (66) möchte die Pauschalsteuer am liebsten schweizweit erhöhen. «Wer an einer bevorzugten Lage lebt, der sollte auch dafür bezahlen.»

Rolf Dörig (57), Verwaltungsratspräsident des Personalvermittlers Adecco, hat die Pauschalsteuer ebenso als «nicht fair» bezeichnet. Es gehe zu weit, wenn «Leute von der Schweizer Infrastruktur profitieren, die fast nichts zur Finanzierung beisteuerten».

Der Winterthurer Immobilien-Unternehmer, Robert Heuberger (92), will Pauschalsteuern nicht abschaffen. «Sonst würden gewisse Leute wegziehen.» Er hält die Pauschalsteuern aber für «zu tief».

Im Kanton Schwyz will Werner Steinegger (66), ehemals Präsident der Zentralschweizerischen Handelskammer, die Pauschalsteuer sofort abschaffen. Es sei «lächerlich» und «ungerecht», wenn Milliardäre nur 150000 Franken Steuern ablieferten.

Wo die Pauschalsteuer am meisten einbringt
KantonPauschalbesteuerteSteuerertrag in Mio Fr.
Waadt1396208
Genf710156
Wallis130082
Tessin87772
Graubünden26849
Bern21127
Zug11019
Luzern13018
Schweiz5634695

Quelle: Umfrage Finanzdirektorenkonferenz. Walliser Zahlen für 2011. ZH, AR, BS, BL und SO haben Abschaffung beschlossen bzw schon abgeschafft.

Publiziert am 06.10.2014 | Aktualisiert am 10.10.2014
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Will die Pauschalsteuer erhöhen: Unternehmer Spross. play

Will die Pauschalsteuer erhöhen: Unternehmer Spross.

RDB/Toto Marti

Das sind Pauschalsteuern

Bei der Pauschalbesteuerung wird nicht wie sonst auf das Einkommen und Vermögen abgestellt. Stattdessen werden die Lebenshaltungskosten im In- und Ausland als Ausgangspunkt genommen. Dazu zählen Miete, Reinigungskosten oder Löhne für Gärtner, Hausangestellte etc. Daher heisst die Steuer eigentlich «Besteuerung nach dem Aufwand». Auf diese Lebenshaltungskosten zahlen die Pauschalbesteuerten dann die jeweiligen ordentlichen Steuersätze. Pauschalbesteuerung steht nur Ausländern offen. Sie dürfen nicht in der Schweiz erwerbstätig sein.

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34 Kommentare
  • Dominik  Müller 08.10.2014
    Es kann ja nicht sein, dass 108 Millionäre in Gstaad, Steuern in Wert von 4 Millionen abgeben müssen!! Das ist pro Kopf ca. 23000.-, was weniger ist, als mein Vater abdrücken muss!! Und mein Vater ist kein Millionär, musste sein Lebenlang hart arbeiten....
    Ich bin überzeugt, das es immer so bleiben wird, da unsere Politiker nichts machen werden! Bei den letzten Abstimmungen wurde auch nichts umgesetzt LEIDER!!
  • René  Widmer aus Ersigen
    07.10.2014
    Steuern sind nur ein einziges Element bei der Wahl des Wohnortes. Ich glaube nicht, dass viele bei der Abschaffung der Pauschalsteuern wegziehen würden. Sie wären immer noch besser dran bezüglich Steuern als in ihren Herkunftsländern - und die hohe Lebensqualität in der Schweiz darf ruhig etwas kosten.
  • andi  lindner aus luzern
    07.10.2014
    Bin ich der einzige Mensch hier welcher der realität ins Auge sehen kann?
    Geld regiert!
    Punkt.
  • Susanne  Heyer aus Wolfwil
    07.10.2014
    Welcher Politiker hat die Grütz, einen Vorstoss in dieser Sache zu machen? Ich wette, keinen!
  • Peter  Buchmann 07.10.2014
    "Stattdessen werden die Lebenshaltungskosten im In- und Ausland als Ausgangspunkt genommen". Dazu ist zu sagen, dass kantonale Steuerverwaltungen gar nicht in der Lage sind, bei pauschal Besteuerten deren Lebenshaltungskosten im Ausland zu eruieren. Die nächste Abstimmung kommt bestimmt!