Startschuss für die Atomausstiegs-Initiative Sogar ein «Öko-Rebell» aus der SVP ist dabei!

BERN - Die Initianten der Atomausstiegs-Initiative präsentieren ein breites Komitee für den Abstimmungskampf. Sie wollen, dass alle Schweizer AKW bis spätestens 2029 vom Netz gehen.

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Heute Morgen hat der Abstimmungskampf der Initiative «Für einen geordneten Atom-Ausstieg» begonnen. Ein breite Allianz von über 40 Organisationen, Parteien, Unternehmen, Umweltverbänden und atomkritischen Gruppen will nicht nur, dass keine AKW mehr gebaut werden, sondern fordert auch maximale Laufzeiten von 45 Jahren für die fünf bestehenden AKW.

Touristenvertreibende Schandflecke

Auf dem Podium war auch jemand anwesend, mit dem wohl niemand gerechnet hat: Xavier Challandes (24), Grossratspräsident in Neuenburg, Mitglied der SVP! Der Weinbauer sorgt sich vor allem wegen der gesundheitlichen Gefährdungen und der Umweltbelastung durch die Atommeiler. Neben diesen «offensichtlichen Auswirkungen eines schweren Unfalls» gebe es jedoch noch einen anderen wesentlichen Aspekt: «die AKW als architektonische Schandflecken nämlich. Diese vertreiben Touristen und schaden so zusätzlich der Reputation einer ganzen Gegend», so Challandes.

Startschuss für die Atomausstiegs-Initiative: AKW-Ausstieg bis 2029 play
Gegen AKWs: Xavier Challandes (24), Grossratspräsident aus der «Republik Neuenburg», wie er über sich auf Facebook schreibt. Facebook/Xavier.Challandes

Mit seinem Einsatz stellt sich Challandes gegen seine Partei, die sogar das Referendum gegen die in der letzten Woche verabschiedeten Energiestrategie 2015 erwägt. Diese geht deutlich weniger weit als die Atomausstiegs-Initiative der Grünen.

«Riskantes Experiment»

Gemäss dem Komitee würde die Initiative eine Lücke füllen, welche die Energiestrategie hinterlasse: Zwar sei der Atomausstieg beschlossene Sache, jedoch fehle momentan ein verlässlicher Zeitplan dafür. Laufen lassen so lange es geht, wie es das Parlament vorschlägt, sei fahrlässig, finden die Initianten. «Im Durchschnitt werden Atomkraftwerke weltweit nach rund 29 Betriebsjahren stillgelegt», so Grünen-Präsidentin Regula Rytz. «Nicht so in der Schweiz. Hier gibt es erst für das AKW Mühleberg - aktuell 44 Jahre alt - einen Ausstiegsentscheid.» Beznau I dagegen soll unbefristet weiterlaufen.

«Nur die Initiative für den geordneten Ausstieg kann dieses riskante Experiment mit Leib und Leben der Anwohner noch stoppen», so Rytz weiter. Zudem erhielten die öffentliche Hand, aber auch Private und Unternehmen mehr Investitionssicherheit für den Ausbau der erneuerbaren Energien. Die Initiative gelangt am 27. November an die Urne. 

Publiziert am 05.10.2016 | Aktualisiert am 12.11.2016
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  • Rex  Schweizer 06.10.2016
    Die Initiative geht in die richtige Richtung. Aber es muss so sein, dass alle AKWs gestern als heute abgestellt werden.Das Risiko des Knalls ist zu gross. Lenstadt ist abgestellt und muss komplett neu bestückt werden mit Brennelementen, wegen Oxyd Ablagerungen.Nicht neu bestücken,sondern abgeschaltet lassen.Wir haben genug Strom,ohne zu Importieren und genug Technologien um die gesamte AKW Produktion durch umweltfreundliche Energie zu ersetzen.
  • Daniel  Studer aus Villnachern
    06.10.2016
    Studien zeigen, dass bereits heute ganzjährig in der Schweiz genug Strom vorhanden ist ohne auf AKW-Strom zurückgreifen zu müssen. Die Schweiz verkauft Strom!
    Photovoltaikpaneele haben die zu ihrer Produktion benötigte Energie in zwei Jahren kompensiert, dann laufen sie weitere 20-30 Jahre weiter. Und E-Fahrzeuge sind nachgewiesenermassen inkl. Herstellungsenergie für die Batterie immer umweltfreundlcher als jedes Verbrennungsmotor-Auto. Auch das ist eine Tatsache.
  • Jens  Goldmann 06.10.2016
    Es braucht gar keine Abstimmung. Alle welche die Atomkraftwerke abschalten möchten, sollen freiwillig auf Strom in jeder Art verzichten, Selbstverständlich auch auf Elektroautos, Elektrofahrräder, einfach auf alles. Haben die erst mal kein Handy mehr, geht diesen sogar ein Licht auf. Der Srtom der dann Aus Wasserkraftwerken usw produziert wird reicht spielend für uns andere.
    • Roland  Waldispühl aus Kriens
      06.10.2016
      Falsch, wir werden dann den Strom aus Wasser, Wind, Sonne und vielleicht irgendwann aus der Erdwärme oder andere neue Technologien verwenden. Leute wie Sie dürfen Atomstrom gebrauchen, bekommen aber aber je ein paar Kg Atommüll nach Hause geliefert um im Schlafzimmer aufzubewahren. Dann wird die Atomunterstützung auf die eine oder andere Art schnell nachlassen.
      Ich habe übrigens meinen Stromverbrauch mit verschiedenen Massnahmen schon stark reduziert und das in einer Mietwohnung...
  • Michael  Rudolf 05.10.2016
    Der einzige Weg aus der Energiemisere ist eine Beschränkung des Bevölkerungswachstums weltweit. Für die Zukunft gibt es keine Alternative.
  • german  schnyder aus erschmatt
    05.10.2016
    Die abstellung der atomkraftwerke
    Wird jeden schweizer haushalt stark stark belasten.
    Also denkt leute bevor ihr stimmt
    • Marion  Jost aus Schönenwerd
      06.10.2016
      Falsch, all jene die hier dagegen meckern sind einfach nur zu bequem Massnahmen zum Energiesparen vor zu nehmen, dabei ist es so einfach: Geräte die es nicht braucht vom Netz nehmen (Netzteil für Handy z.B.), kein Standby mehr, Licht jeweils immer löschen, komplett auf LED umsteigen und wenn möglich neueste Geräte mit Energieeffizienz hinstellen. Sie werden schnell merken wieviel Sie sparen und das kommt dem Geldbeutel zu gute, also warum nicht sparen? 2 Fliegen mit einer Klappe so zu sagen!