
Bitte melden Sie sich an, um Ihren Kommentar abzugeben.
Wenn Sie ein Konto bei Facebook haben, können Sie sich damit anmelden.
Kein Verkauf von Killerspielen an Kinder und Jugendliche.
Aber kein generelles Verbot für diese Computerspiele in der Schweiz.
Das hat heute Abend der Ständerat beschlossen. Damit überweist er, nach dem Nationalrat, eine Motion von Nationalrat Norbert Hochreutener (CVP/BE) an den Bundesrat. Jetzt liegt der Ball bei diesem.
Die Forderung von Hochreutener sei vernünftig und angemessen, brachte Anne Seydoux (CVP/JU) die Haltung der kleinen Kammer auf den Punkt.
Kontroversen entstanden hingegen bei der Beratung der Motion von Nationalrätin Evi Allemann (SP/BE). Sie fordert ein generelles Verbot der Herstellung, des Anpreisens, der Einfuhr, des Verkaufs und der Weitergabe von Computerspielen mit gewalttätigem Inhalt.
Das sei ein exzessives Verbot, das alle Schweizer Spieler auf eine Liste setze, monierte Seydoux. Man müsse bedenken, dass das Durchschnittsalter der Spieler bei 30 Jahren liege. Diese Spieler würden die Grenze zwischen realer und virtueller Welt sehr gut kennen und mit einem generellen Verbot zu Unrecht gestraft.
Bundesrat dagegen
Vergeblich hatte Bundesrätin Eveline Widmer-Schlumpf geltend gemacht, sie habe zwar Verständnis für Motion. Eine Regelung auf Bundesebene sei aber «zumindest zum jetzigen Zeitpunkt» aber nicht realistisch.
Ein Verkaufsverbot bedinge ein staatlich anerkanntes Rating der Spiele nach Zumutbarkeit, erklärte die Justizministerin. Hierzu bräuchte es eine nationale Regulierungsstelle auf Bundesebene, was wiederum eine Verfassungsänderung bedinge.
Im Notfall handeln
Der Bundesrat zieht laut Widmer-Schlumpf eine pragmatische Lösung vor: Er möchte zunächst beobachten, was die Kantone in Zusammenarbeit mit der Computerspielbranche im Bereich des Jugendschutzes alles erreichten. «Wenn sich herausstellt, dass das nicht reicht, wird der Bundesrat selbstverständlich etwas vorschlagen.»
Davon wollte der Ständerat aber nichts wissen. Und erteilte dem Bundesrat den Auftrag, eine Lösung zu erarbeiten.
«Es ist wie beim Alkohol»
Zuvor hatte Blick.ch Juso-Chef Cédric Wermuth (24), als Vertreter der Generation, die mit diesen Games aufgewachsen ist, gefragt, was er von der Debatte um ein Killerspiel-Verbot hält: «Es ist wie beim Alkohol: Natürlich gibt es Menschen, die deswegen gewaltätig werden. Aber niemand kommt deswagen auf die Idee, den Alkohol zu verbieten», sagt Juso-Chef Cédric Wermuth zum geplanten Verbot von Killergames (siehe Video).