SRG-Umfrage gut einen Monat vor der Abstimmung 57 Prozent sind für den Atomausstieg

BERN - Momentan ist eine Mehrheit der Bevölkerung für den schnellen Atomausstieg bis 2029. Ob dieses Polster bis zum Abstimmungssonntag reicht, ist unsicher.

SRG-Umfrage: 57 Prozent der Schweizer sind für Atomausstieg play
57 Prozent der Schweizer Bevölkerung will momentan keine neuen AKWs. (Archivbild) ENNIO LEANZA

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Am 27. November stimmt das Volk über die Volksinitiative für den geordneten Ausstieg aus der Atomenergie ab. Als Reaktion auf die Atom-Katastrophe in Fukushima von der Grünen Partei Schweiz lanciert, fordert die Initiative unter anderem eine Laufzeitbeschränkung von 45 Jahren sowie das Verbot neuer Kernkraftwerke. Damit müssten ein Jahr nach der Abstimmung bereits die ersten drei Kraftwerke vom Netz. Die Initiative wurde vom Bundesrat und von einer grossen Mehrheit des Parlaments abgelehnt.

Und trotzdem: Wäre diese Woche abgestimmt worden, hätte das Volk die Initiative angenommen. Das geht aus der ersten SRG-Trendumfrage hervor, die vom Forschungsinstitut gfs.bern durchgeführt wurde. Das Resultat: 57 Prozent der Befragten würden Ja stimmen. 36 Prozent der Befragten sind gegen die Initiative, sieben Prozent noch unentschlossen.

Und doch haben die Initianten den Sieg noch nicht in der Tasche. Gemäss gfs.bern wird die Ablehnung in den verbleibenden 5 Wochen vor der Abstimmung steigen. Regula Rytz, Nationalrätin (BE) und Präsidentin der Grünen, ist sich dessen bewusst: «Auch wenn das ein guter Start ist, dürfen wir die Hände jetzt nicht in den Schoss legen.» Die Ausstiegs-Allianz müsste nun einen engagierten Abstimmungskampf führen. «Gelingt es uns, der Bevölkerung die großen Chancen des geordneten Ausstiegs aus der Atomenergie aufzuzeigen, stehen die Chancen gut.» Es habe im Volk schon seit langer Zeit eine starke Meinungsbildung stattgefunden. Die Initiative werde ausserdem von einem breiten, überparteilichen Komitee getragen.

SRG-Umfrage: 57 Prozent der Schweizer sind für Atomausstieg play
Stefan Müller-Altermatt, Nationalrat (CVP/SO). MARCEL BIERI

Die Gegner der Initiative geben sich aber weiterhin optimistisch. Stefan Müller-Altermatt, CVP-Nationalrat und Kopf des Gegenkomitees, wurde von den Umfrageergebnissen nicht überrascht: «Die Fragestellung war ja wirklich einfach. Wer gegen Kernkraftwerke ist, hat da zugestimmt.» Die Konsequenzen der Initiative seien aber um einiges komplexer. «Wir müssen das Volk davon überzeugen, dass der sofortige Ausstieg keine gute Lösung ist. So ein Schritt braucht Zeit und Alternativen», so Müller-Altermatt. Beides liefere die Energiestrategie 2050 des Bundesrates, die um einiges durchdachter und geordneter sei.

Publiziert am 21.10.2016 | Aktualisiert am 15.11.2016
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  • Erica  Thomsen 15.11.2016
    @ Remo Albrecht .....leider etwas kurzsichtig. Vielleicht müssen wir bald von Hand waschen, über Feuer kochen im Garten etc. Grillen ist schön (wenn man nicht muss) aber sonst verdammt mühsam. Denk um solange noch Zeit ist.
  • urs  waelchli 22.10.2016
    Viele schreiben hier von Verlustgeschäft Kernenergie. Das brösste Verlustgeschäft ist die Solarenergie, würde heute nie mehr in Solarenergie investieren, habe bis heuten 60000.- Franken verloren! Alle geben zwar an sie wollten sauberen Strom, aber ihn kaufen und dafür einen gerechten Preis bezahlen, dass wollen sie nicht!!!!!!!!!!!
  • Lothar  Franz 22.10.2016
    Die alten Kernkraftwerke stilllegen ist ok und am besten ersetzen mit sicheren KKWs der letzten Generation. Die Stromgrunderzeugung machen wir zur Versorgungssicherheit selber und kaufen nicht dreckigen ausländischen Strom ein, welcher uns zudem noch erpressbar macht!
  • Abbas  Schumacher aus Basel
    22.10.2016
    Jeder der Ja stimmt, sollte sich verpflichten, nur noch grünen Strom zu nutzen! Sollte aufhören, Wasserkraft, Sonnenenergie, Windräder, also Alternative Energie zu bekämpfen. Dann könnte man ja stimmen, aber heute muss man, da diese ja nicht der Fall ist - mit Nein stimmen!
  • kurt  oberle aus Havelsee
    22.10.2016
    Diese Technologie gehört weltweit auf den Müllhaufen der Geschichte, denn 100prozentige Sicherheit gibt es nie. Die Deutschen nehmen für eine Zukunft ohne AKW`s höhere Stromkosten durch den EE-Ausbau und über 50 Mia. Euro für den Rückbau in Kauf. Ihr hohes Now-how, das sie durch den Rückbau der DDR-Atommeiler Lubmin und Rheinsberg gewonnen haben, können sie im eigenen Land und auch europaweit einsetzen.
    • Alfred  Gerber aus Goldingen
      22.10.2016
      Deutschland verursacht mit Kohleabbau schwerste Umweltsünden bis hinunter nach Südamerika. Dort schaut ja auch kaum jemand hin.