SRG-Trendumfrage zur Abstimmung Nur noch 48 Prozent für einen raschen Atomausstieg

BERN - Die SRG-Umfrage zur eidgenössischen Abstimmung zeigt: Die Zahl der Befürworter schmilzt. Setzt sich der Trend fort, geht die Vorlage bachab.

Da wächst nach der Abschaltung lange kein Gras mehr: Das Kernkraftwerk Mühleberg im Kanton Bern, aufgenommen im Juni. play
Das Volk entscheidet, ob das AWK Mühleberg schon 2017 vom Netz muss. KEYSTONE/GAETAN BALLY

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Der Ausstieg aus der Atomenergie ist praktisch beschlossene Sache. Nur: Wie schnell soll er vonstatten gehen? Die Grünen und ihre Mitstreiter drücken mit ihrer Ausstiegs-Initiative aufs Tempo. Das AKW Mühleberg müsste bereits im nächsten Jahr vom Netz.

Das Anliegen ist populär. Gemäss der letzten Umfrage des Forschungsinstituts gfs.bern von Politologe Claude Longchamp haben die Initianten eine relative Mehrheit von 48 Prozent gegenüber 46 Prozent der Stimmberechtigten hinter sich. Sechs Prozent sind gemäss der Umfrage im Auftrag der SRG noch unentschlossen.

Zustimmung sinkt

Die schlechte Nachricht für die Befürworter: Ihr Anteil ist zusammengeschmolzen. Vor ein paar Wochen sprachen sich noch 57 Prozent der rund 1400 Befragten für ein Ja aus.

Nach zehn Jahren als Chef des Forschungsinstituts gfs.bern gibt Claude Longchamp die operative Geschäftsleitung an seine langjährigen Mitarbeiter Urs Bieri und Lukas Golder ab. (Archiv) play
Das Team von Politologe Claude Longchamp kann noch keine klare Prognose abgeben. KEYSTONE/GAETAN BALLY

Longchamp und seine Mitarbeiter sind vorsichtig und schreiben, das Rennen sei noch «too close to call», also zu eng für eine verlässliche Prognose. Setzt sich aber der Trend zum Nein fort, wird die Initiative abgelehnt.

Am stärksten ist die Zustimmung in der Basis der Grünen (93 Prozent), gefolgt von jener der SP (76 Prozent). Klar abgelehnt wird die Initiative von FDP- und SVP-Wählern. Die Basis der CVP ist gespalten.

Inland - MK UVEK zu Atomausstiegsinitiative play
Energieministerin Doris Leuthard lehnt die Initiative der Grünen ab, die Basis ihrer CVP ist gespalten. EQ Images

Wie bei Initiativen von links üblich zeichnet sich ein Röstigraben ab. In der Romandie ist die Zustimmung deutlich (53:37), während die Deutschschweizer die Initiative bereits heute ablehnen würden (45:50). Dieser Umstand dürfte es den Promotoren erschweren, das Ständemehr zu erreichen.

Andere Umfragen sehen die Befürworter im Aufwind

Hoffnung schöpfen können sie aber daraus, dass die ebenfalls heute publizierte Umfrage des Medienunternehmens Tamedia ganz andere Zahlen zu Tage fördert. In der von den Politologen Lucas Leemann und Fabio Wasserfallen ausgewerteten Online-Befragung sprechen sich 57 Prozent der Teilnehmer dafür aus.

Wer hat recht? Aus der Vergangenheit ergibt sich kein klares Muster, welche Umfragen die Abstimmung «besser» prognostizierte. Dennoch dürften auch die beteiligten Politologen dem Ausgang entgegenzittern. (vuc)

Publiziert am 16.11.2016 | Aktualisiert am 22.11.2016
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24 Kommentare
  • Björn  Reinhard 17.11.2016
    Es ist wirklich ein absoluter Blödsinn der Bevölkerung schon wieder zusätzliche Kosten in den nächsten Jahren aufzubrummen. Die heutigen Befürworter dieser Iniatiative sind in 45 Jahren schon lange irgendwo in den Wolken verschwunden. Was nützt es uns heute über etwas abzustimmen, das in 45 Jahren sicherer, durch neue Technologien, wieder genutzt werden kann.
  • Gian  Zender , via Facebook 17.11.2016
    Meist werden die Leute vernünftig, nachdem man sieht, was sich hinter verlockenden Titeln von Initiativen verbirgt.
  • Domenico  Gravino 17.11.2016
    Diese Vorlage muss Bachab geschickt werden! Es ist heuchlerisch auch von verschiedenen B-Promis, zu versuchen dies mit der "zuliebe der Kinder" Argumentation zu rechtfertigen. Sorry, seitens der Linken ist immer die Bevölkerung schuld wenn sie anders wählt, hingegen Selbstkritik ist bei den Linksbürgerlichen NIE zu erhorchen! Man muss Aufhören den Musterschüler Spielen zu wollen, wir werden in Zukunft nur noch als reicher Staat ausgenutzt und dann fallen gelassen, wenn wir das Zulassen!
  • Fliederotto  Silkonbort aus Rheintal
    17.11.2016
    Die Lobby siegt dank Geld das wir bezahlen. AKWs die verschenkt werden sollen bekommen keine Abbruchentschädigung und der BR täte gut auch aufzuzeigen dass letztes Jahr trotz beiden Beznau und Leibstadt ohne Produktion genug Strom da war. Unsere Kraftwerke investieren im Ausland also ist das Schweizer Strom. Holt ihn rein. Ausländisches Uran macht ja auch inländer Strom - und nur das herkzunftsland wird verdreckt. Ein Trauerspiel. Wenigstens kann man den Nachkommen den Müll hinterlassen :-(
  • Remo  Wyss 17.11.2016
    Ich sehs kommen: Die Angstmacher von wegen keine gesicherte Stromversorgung werden sich wieder durchsetzen. Somit werden weitere 34 Jahre Atommüll produziert, Lösung zu Entsorgung gibts immer noch keine. Und sollte der Supergau eintreffen, dann sind die Ausreden auch schon parat. Ausbaden müssen es dann wir alle. Darum: AKW Gegner: Ab an die Urne, jede Stimme zählt!