Jedes Jahr 300 Tote durch Armeewaffen SP will die Waffen verschrotten

  • Publiziert: 30.08.2007, Aktualisiert: 20.01.2012
  • Von Christian Dorer

Morgen startet die SP eine Volksinitiative: Armee-Sturmgewehre und Armeepistolen sollen ins Zeughaus gesperrt, alte Waffen verschrottet werden.Es ist überfällig, dass die Schweiz entwaffnet wird», sagt Generalsekretär Thomas Christen (32). Er meint damit nicht Panzer und Kampfflugzeuge, sondern die 2,3 Millionen Feuerwaffen, die in Schweizer Haushalten liegen.

Morgen lanciert die SP ihre Initiative «Für den Schutz vor Waffengewalt», deren Text dem SonntagsBlick vorliegt. Eine der brisanten Forderungen: Der Staat soll allen eine Prämie bezahlen, die ihre Waffe freiwilig zum Verschrotten bringen – nach dem Vorbild Finnlands: Dort gab es bereits für einen alten Karabiner umgerechnet 50 Franken.
Weitere Forderungen:
  • Alle Armeewaffen werden im Zeughaus gelagert.
  • Die Armee überlässt entlassenen Soldaten die Waffe nicht mehr.
  • Wer eine Schusswaffe besitzt, muss nachweisen, dass er sie braucht und damit umgehen kann – weil er zum Beispiel Jäger ist oder Schütze.
  • Wer seine Armeewaffe vor längerer Zeit übernommen hat, muss diesen Nachweis ebenfalls erbringen oder die Waffe abgeben.


Die SP hat insgesamt 18 Monate Zeit, 100 000 Unterschriften zu sammeln. Ihre Chancen stehen gut: Gemäss einer repräsentativen Umfrage von SonntagsBlick sind 66 Prozent der Schweizer dafür, Armeewaffen wegzusperren, bei den Frauen sogar 76 Prozent.

«Die Schweiz würde sicherer», sagt Nationalrätin Evi Allemann (29, SP/BE). Denn jedes Jahr kommen rund 300 Menschen durch Armeewaffen um – bei Selbstmorden, Familiendramen, Amokläufen.

Verteidigungsminister Samuel Schmid (60) verschanzt sich schon mal im Réduit. Aus seinem Departement heisst es zur SP-Initiative bloss: «Kein Kommentar.»
play Blutrünstig: Das Plakat zur neuen Volksinitiative der SP.