SP-Politikerin Kiener Nellen am Pranger Die Steuertricks der Berner Sozialistin

Wenn es darum geht, Steuertricks zu verurteilen, ist SP-Nationalrätin Margret Kiener Nellen immer zur Stelle. Jetzt steht sie selbst am Pranger.

Fordert Transparenz bei Steuern: Margret Kiener Nellen. play
Geisselt Steuertricks, optimiert selbst aber ebenfalls ihre Abgaben: SP-Nationalrätin Margret Kiener Nellen. Keystone

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Ihr Eifer ist legendär. SP-Nationalrätin Margret Kiener Nellen (61) zählt zu den schärfsten Kritikerinnen von Steuertricks – auch von solchen, die legal sind. Anfang Jahr forderte die Bernerin Bundesrat Johann Schneider-Ammann gar zum Rücktritt auf. Dies, obwohl die Steueroptimierung der Ammann Group von den Berner Steuerbehörden abgesegnet worden war. 

Nun steht Kiener Nellen plötzlich selbst am Pranger. Ausgerechnet wegen Steuertricks! Die «Weltwoche» wirft der Berner Nationalrätin Doppelmoral vor: Kiener Nellen sei «hochgradig steueroptimiert».

Dabei beruft sich die «Weltwoche» auf Kiener Nellens Steuerausweis aus dem Jahr 2011. Damals versteuerte das Ehepaar Kiener Nellen ein Einkommen von Null Franken, bei einem Vermögen von über 12 Millionen Franken.

Lukrativer Schachzug mit der Pensionskasse

Ein Null-Einkommen – wie ist das möglich? Kiener-Nellen begründet das Null-Einkommen damit, dass ihr Ehemann sich 2011 in die Pensionskasse eingekauft habe. Solche Beiträge können vom steuerbaren Einkommen abgezogen werden, weil das Geld dereinst bei der Ausschüttung besteuert wird. Trotzdem ist das ein lukrativer Schachzug: Vorsorgegelder werden tiefer besteuert. Die «Weltwoche» schätzt, dass das Ehepaar Kiener Nellen 2011 rund 142'000 Franken Einkommenssteuer gespart hat. Margret Kiener Nellen war für eine Stellungnahme nicht erreichbar.

In jüngerer Vergangenheit wurde auch von anderen Politikern bekannt, dass sie zuweilen kaum Einkommen versteuerten. So kam der Berner SVP-Grossrat und Anwalt Manfred Bühler im Jahr 2012 auf ein steuerbares Einkommen von gerade mal 200 Franken. Bühler begründete dieses tiefe Einkommen damit, dass er aufwändige Sanierungen an Liegenschaften vorgenommen habe. Diese Investitionen können vom Einkommen abgezogen werden.

Sogar der Präsident des Bund der Steuerzahler, SVP-Politiker und Banker Thomas Fuchs, wies in den letzten Jahren mitunter eine «Beinahe-Null» beim Einkommen aus. Auch Fuchs begründet die tiefe Zahl mit Investitionen an Liegenschaften.

Publiziert am 06.11.2014 | Aktualisiert am 06.11.2014
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6 Kommentare
  • Bernhard  Erni aus Zürich
    07.11.2014
    Nicht verwunderlich, dass unsere Räte keine Besteuerung nach individuellem Vermögen auf dei Beine bringen, wenn man den Bock zum Gärtner macht
  • Edwin  Schaltegger aus Wohlen b. Bern
    07.11.2014
    Mit Ihrem Vermögen von ca. 12 Mio CHF und gerissene Steueroptimiererin vetritt Sie als SP-Politikerin "eindeutig" die Interessen der Arbeiterklasse und solidarisiert sich mit der unteren Einkommensschicht unseres Landes. Eine Politkerin mit einer solchen Doppelmoral ist nicht mehr glaub- und vertauenswürdig.
  • Käslin  Stefan 06.11.2014
    Tut mir Leid Herr Schaad da kann ich mich nicht ihrer Meinung anschliessen. Bei Konsumgütern kann ich auswählen ob ich einen teuren oder günstigen Artikel kaufen möchte. Ich, als Handwerker, habe leider keine schönen Häuser welche ich sanieren kann. Auch keine Kohle um die Pensionskasse zu füttern. Ich kann also bei den Steuern nicht wählen. Zudem ist "Steueroptimierung" zwar legal, jedoch moralisch schon fragwürdig...
    • Rudolph  Stucki aus Hudson
      07.11.2014
      Hr. Kaeslin, was soll schon moralisch falsch sein, wenn man seine Steuern optimieren will, der Staat hat ja schon seine klebrigen Finger in jeder Hosentasche... was moralisch wirklich fragwuerdig ist, wie der Staat die Steuergelder verschwended an Institutionen wie das Asylwesen, Sozialindustrie oder KESB, und wie IT Blindgaenger in der Bundesverwaltung Geld durch inkompetenz verschleudern...
  • Urs  Schaad aus Zürich
    06.11.2014
    Ob Links oder Rechts, mich stört, das Bürger für Ihre LEGALEN Steueroptimierungen angeprangert werden. Das ist, als würde man Konsumenten anprangern, weil sie sich im Laden für das günstigere Angebot entschieden haben.
  • Rolf  Bieri aus Sursee
    06.11.2014
    Aber immer schön gegen die Pauschalbesteuerung schiessen. Die Pauschalbesteuerten bezahlen wenigstens etwas Frau Kiener-Nellen.