SP-Forscher bestätigen Die SVP ist die neue Büezer-Partei

Wählen Büezer heute noch die SP? «Kaum noch», sagen zwei Wissenschaftler. Sie haben die Resultate der Nach-Wahl-Befragungen zwischen 1971 und 2011 analysiert. Ihr Fazit: Die SVP hat die SP als Arbeiterpartei abgelöst.

SP-Levrat (r.) kann nicht hinsehen: Toni Brunners SVP ist bei «seinen» Arbeitern beliebter. play

SP-Levrat (r.) kann nicht hinsehen: Toni Brunners SVP ist bei «seinen» Arbeitern beliebter.

KEYSTONE/Marcel Bieri

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Die SP musste sich in den letzten Jahren vielfach vorwerfen lassen, die Partei würde die Arbeiter nicht mehr vertreten.

Doch jetzt zeigen zwei SP-nahe Wissenschaftler, Line Rennwald und Adrian Zimmermann, dass der Vorwurf bezüglich Wahlen zutrifft. Die beiden analysierten, wie sich das Wahlverhalten der Arbeiter zwischen 1971 und 2011 entwickelt hat. Wer sind Arbeiter? In der Studie werden sie als Lohnabhängige definiert, die in «einer technischen Arbeitslogik tätig sind und eine qualifizierte, semi- oder nicht qualifizierte Tätigkeit ausüben».

Eigentlich profitieren Büzer kaum von der SVP-Wirtschaftspolitik

Der Anteil der Arbeiter, die SP wählten, lag anno 1975 bei 38 Prozent. Im Jahr 2011 waren es noch 16 Prozent. Im gleichen Jahr wählten dafür 40 Pro­zent der Arbeiter die SVP. 1975 waren es nur acht Prozent gewesen. Damit ist der Schluss eindeutig: Heute ist die SVP die eigentliche Arbeiterpartei.

Die Aussagen basieren auf den Umfragedaten von zehn eidgenössischen Wahlen. In ­einem Beitrag für die Reihe «Social Change in Switzerland» zeigen die beiden Wissenschaftler, dass die SVP ab Mitte der 1990er-Jahre in den Arbeiterschichten ein Vakuum füllte.

Die Studie belegt, dass der Inhaltswandel der Parteien entscheidend war für die Verschiebung der Arbeiterstimmen von der SP zur SVP. Letztere konzentrierte sich auf die Migrations- und Europapolitik. Für die Autoren überraschend: Der SVP-Diskurs stiess bei breiten Arbeiterschichten auf Gehör – obwohl sie von der Wirtschafts- und Sozialpolitik der Volkspartei kaum profitierten.

Publiziert am 08.02.2016 | Aktualisiert am 08.02.2016
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Vertritt die SVP die Anliegen der Büezer besser?

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  • Ueli  Maier aus Dübendorf
    08.02.2016
    Eigentlich, könnte man meinen, stehen in der heutigen Welt alle Tore zu unabhängiger Information offen. Die SVP versteht es brilliant, dem Volk Fakten so zu präsentieren, dass sie von vielen dankend als die alleinige Wahrheit angenommen werden. Erst wenn das Volk erkennt, dass das Gras auf der anderen Seite des Zauns auch nicht grüner ist, mittlerweile abgefressen ist, und die eigene Weide immer noch braun ist, word man gewillt sein zu hinterfragen.
  • René  Audergon 08.02.2016
    Wenn man hier die Kommentare liest und die Daumen runter zählt müsste die SP ja die grösste Partei sein. Warum denn nicht? Sicher die SVP ist nicht eine Arbeiterpartei hat es aber verstanden die Aengste der "Arbeiter" ernst zu nehmen. Bei der SP ist man bald nur noch Rassist oder Umweltsünder...
  • Eric  Pudles , via Facebook 08.02.2016
    Wenn wir ehrlich mit uns selber sind, dann müssen wir zugeben es gibt keine Volkspartei mehr, welche sich für den "Büezer" einsetzt. Weder die SP, noch die SVP, von der FDP ganz zu schweigen. Alle sind darauf aus dass die Reichen noch reicher werden, die Gross Firmen und Banken weniger Steuern zahlen. Und auf Kosten von wem geht das Ganze? Natürlich auf Kosten des Büezers der regelmässig mit Preiserhöhungen und Kosten Explosionen bei KK, Gesundheitskosten immer mehr arbeitet für weniger Profit
  • Gian  Schumacher aus Köniz
    08.02.2016
    man kann der SVP vorwerfen was man will, u.a. dass sie von einem Milliardär angeführt wird. Und dass sie Ängste schürt. Die Liste der Vorwürfe ist ellenlang. Das aber macht die SP keinen Dreck besser und führt zu Kindergartenpolitik - wir nicht die anderen auch. Soll mit niemand sagen die SP vertrete die Schweizer Arbeiterschaft. Am besten vetritt sie konkurrenzfreie, geschützte Beamte und Lehrer, die der internationalen Konkurrenz nicht ausgesetzt sind. Und im Elfenbeinturm sitzen.
  • Bernd  Lehnherr , via Facebook 08.02.2016
    nicht vergessen,die SP,war Frueher eine ehrenwerte Partei,die vieles Soziales,fuer die Arbeitnehmerschaft durchgesetzt hat,wie AHV,AL,UVG,BVG und anderes mehr.Heute aber schiesst sie oft ueber das Moegliche darueber hinaus und ist Verantwortlich fuer einen viel zu hohen Sozialapparath.Auch das BVG,hat sich in den letzten Jahren,als Bumerang,fuer aeltere Schweizer Arbeitgeber entwickelt.Da bei diesen im Laufe der Jahre die Loehne und somit auch die Sozialkosten,fuer den Arbeitgeber entwickelt ha
    • Bernd  Lehnherr , via Facebook 08.02.2016
      Teil 2,entwickelt haben,wurden lieber juengere Leute eingestellt um die hoeheren entstandenen Kosten einzusparen.Das aber die SVP,den Buergern immer naeher kamen,sehen wir an dem Versuch,die starke Zuwanderung zu drosseln und die Kriminalitaet,einzugrenzen.Mehr gibt es da wohl nicht zu seaqgen.
    • Ruedi  Nägeli aus Züirch
      08.02.2016
      Wieso unterschlagen Sie den Leser, dass die SVP im Parlament gegen eine Harmonisierung der PK-Beiträge für ältere Mitarbeiter war? Die SVP ist die Partei des Geldadels. Unter der Büezerhudle versteckt sich ein teurer Kiton-Anzug.